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Die Stadtwerke Münster sind nachtragend. Weil es mit dem Turbinenbauer GE über Jahre Konflikte an einem Standort gab, trennen die Westfalen sich nun von zwei weiteren Windkraftanlagen.
Es wird nach menschlichem Ermessen keine Zusammenarbeit mehr zwischen den Stadtwerken Münster und GE Vernova geben. Die Westfalen haben jetzt zwei einzelne Windkraftanlagen des US-amerikanischen Turbinenherstellers weiterverkauft. Es waren die letzten GE-Modelle im Bestand des Versorgers.
Wie eine Sprecherin der Domstädter auf Anfrage dieser Redaktion mitteilt, hatten die Stadtwerke „nicht mehr das notwendige Vertrauen für eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Hersteller GE“. Sie bezieht sich damit auf einen Rechtsstreit um eine andere Turbine im Bereich Münster-Loevelingloh.
Technische Probleme hatten den Betrieb jener Anlage unwirtschaftlich bis unmöglich gemacht. Erst durch eine Klage des kommunalen Versorgers kam Bewegung in die Angelegenheit. Das Verfahren endete schließlich im September 2025 mit einer außergerichtlichen Einigung, in deren Folge Münster eine nicht näher bezifferte Millionensumme als Ersatz für entstandene Kosten und entgangene Einnahmen erhielt (wir berichteten).
Als Spätfolge dieses Streits trennen die Stadtwerke sich nun von zwei Anlagen des Typs GE 3.2 in den südlichen Stadtteilen Amelsbüren (Haus Tinnen) und Hiltrup (Raringheide). Die GE-Turbinen mit jeweils 3,23 MW Leistung waren im September 2017 in Betrieb gegangen. Hier gab es offenbar keine technischen Probleme, die Stadtwerke-Sprecherin gibt „rein strategische Gründe“ für den Verkauf an.
Als Käufer gewannen die Münsteraner den Versorger aus der Ruhrstadt Duisburg. Ein Neustart mit einem anderen Betreiber sei „der richtige Schritt“, so die Sprecherin. Für Duisburg seien die Anlagen „eine ideale Ergänzung des Erzeugungsportfolios, ohne zusätzliche Planungs- und Bauzeiten“. Innerhalb des Duisburger Stadtgebiets seien zudem vergleichbare Windenergieprojekte derzeit nicht umsetzbar.
Zum Verkaufpreis machte Münster keine Angaben. Die Westfalen verfügen nun noch über 24 Windturbinen, fünf davon auf Münsteraner Boden. Andernorts sind weitere Anlagen im Bau oder kurz vor der Inbetriebnahme.
Die grundsätzliche Abkehr von GE gilt auch, obwohl die Stadtwerke Münster im Ortsteil Amelsbüren noch mit einer Anlage des Herstellers direkt zu tun haben. Diese gehört allerdings der Genossenschaft „Unsere Münster-Energie“ (UMEG), die Stadtwerke seien dort nur für die Betriebsführung verantwortlich, so die Sprecherin.
Freitag, 3.07.2026, 09:05 Uhr
Volker Stephan
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