Quelle: Siemens
Die Sparte „Transformation of Industry“ von Siemens Energy soll eigenständiger werden. Ziel ist ein unabhängiges Unternehmen mit mehr Flexibilität und zusätzlichen Wachstumschancen.
Siemens Energy beginnt mit den Vorbereitungen für die rechtliche und operative Verselbstständigung seines Geschäftsbereichs Transformation of Industry. Ziel ist die Schaffung eines unabhängigen Unternehmens für industrielle Energielösungen, teilte der Konzern am 26. August mit. Siemens Energy will anschließend eine neue Eigentümerstruktur prüfen und strebt eine Entkonsolidierung an. Eine wesentliche Minderheitsbeteiligung will der Energietechnikkonzern nach eigenen Angaben behalten.
Als Optionen für die künftige Eigentümerstruktur nennt Siemens Energy die Beteiligung externer Investoren und eine Kapitalmarkttransaktion. Eine Entscheidung über den weiteren Weg hat das Unternehmen noch nicht getroffen. Transformation of Industry beschäftigt rund 17.000 Menschen und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro. Die Gewinnmarge lag nach Unternehmensangaben bei 11,3 Prozent.
„Transformation of Industry hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich entwickelt und ist heute ein profitables Geschäft mit hohem Wachstum. Wir sehen Potenzial für weiteres profitables Wachstum, wenn wir die weitere Entwicklung des Geschäfts beschleunigen können“, erklärte Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender der Siemens Energy AG, dazu.
Investitionen sollen sich auf Stromgeschäft konzentrieren
Mit der Verselbstständigung verändert Siemens Energy zugleich die Ausrichtung des Konzerns. Die Investitionen sollen sich künftig stärker auf Stromerzeugung und Stromübertragung konzentrieren. Vorstandschef Christian Bruch begründet diesen Schritt mit den Erträgen, die Siemens Energy dort kurzfristig mit Investitionen erzielen könne. Transformation of Industry konkurriere innerhalb des Konzerns um Kapital mit Geschäftsbereichen, die schneller wachsen.
Hinzu kommt nach Darstellung des Unternehmens die unterschiedliche Marktstruktur. Transformation of Industry beliefert unter anderem Unternehmen aus den Branchen Öl und Gas, Chemie, Papier, Zement und Schifffahrt. Damit bedient der Bereich andere Kunden und Märkte als die übrigen Geschäfte von Siemens Energy. Die Verselbstständigung soll dem Management des Industriegeschäfts ermöglichen, Investitions- und Geschäftsentscheidungen unabhängig von den Prioritäten des Siemens-Energy-Konzerns zu treffen.
Zum Portfolio von Transformation of Industry gehören Industriedampfturbinen, Kompressoren, Generatoren und Motoren sowie Elektrolyseure für die Wasserstoffproduktion. Hinzu kommen Technik und Dienstleistungen für Schifffahrt und Unterwasseranwendungen. Zu den Absatzmärkten zählen neben der Prozessindustrie und dem Öl- und Gassektor auch Rechenzentren.
Eine Rolle für das Geschäftsmodell spielt das Servicegeschäft. Es steht für rund 50 Prozent des Umsatzes. Weltweit umfasst die installierte Basis nach Angaben von Siemens Energy mehr als 85.000 Einheiten. Daraus ergeben sich Erlöse aus Wartung, Ersatzteilen und weiteren Dienstleistungen über die Laufzeit der Anlagen. (hr)
Mittwoch, 26.08.2026, 10:25 Uhr
Heidi Roider
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