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Energie & Management > Wirtschaft - Senec im Rechtsstreit mit Batteriemodulhersteller
Quelle: Pixabay / Photo Mix
Wirtschaft

Senec im Rechtsstreit mit Batteriemodulhersteller

Der Leipziger PV-Speicherhersteller klagt gegen seinen ehemaligen Modul-Lieferanten BMZ. Letzterer hat im Oktober Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt.
Die Trennung hat ein juristisches Nachspiel. Zwei Jahre ist es her, dass der Leipziger PV-Speicherhersteller Senec den Verkauf von Geräten mit NCA (Lithium-Nickel-Cobalt-Aluminium-Oxid) oder NMC-Modulen (Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Oxid) stoppte und auf Lithium-Eisenphosphat-Speichermodule umstellte. „Wir haben in den letzten zwölf Monaten einen massiven Wandel gehabt, sowohl in den Prozessen als auch in der Supply Chain“, schilderte im Oktober 2024 Johann Georg von Hülsen. Von Hülsen war Ende 2023 als „Chief Restructuring Officer“ zu Senec nach Leipzig gekommen.

Die Umstellung traf auch den Batteriemodulhersteller BMZ. Noch in technischen Datenblättern zu Senec-Speichermodellen vom Sommer 2023 ist die BMZ Group Deutschland als Lieferant angeführt.

Diesen Oktober stellte die BMZ Germany GmbH Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Die BMZ Holding GmbH meldete „Folgeinsolvenz“ an, zur Begründung verwies das Unternehmen auf eine Patronatserklärung. Am 24. Oktober ordnete das Amtsgericht die vorläufige Eigenverwaltung für beide Firmen in Karlstein im Landkreis Aschaffenburg an.

Dass man in eine „akute Liquiditätskrise“ geraten sei, erklärte BMZ mit dem Verlust „eines Großkunden im Segment Energy Storage sowie daraus resultierenden Rechtsstreitigkeiten und Kostenbelastungen“. Die übrigen Gesellschaften im Kerngeschäft der Gruppe seien operativ gesund und nicht betroffen, hieß es. Zur Sicherstellung der Liquidität und Fortführung des Geschäftsbetriebs seien „eine Brückenfinanzierung und weitere Mittel für eine Neukapitalisierung aus dem Gesellschafterkreis vorgesehen“.

Der Rechtsstreit ist am Landgericht Leipzig anhängig. Senec macht nach Angaben des Gerichts gegen die BMZ Germany GmbH und die BMZ Holding GmbH Zahlung in Höhe von etwa 9,5 Millionen Euro geltend.

„Dabei streiten die Parteien unter anderem über Ansprüche auf Abnahme und Bezahlung von Batteriemodulen sowie Lagerkosten im Zusammenhang mit einer Vergleichsvereinbarung aus Mai 2024, die – so die Klage – die Beklagten nicht eingehalten hätten“, teilt der Sprecher des Gerichts auf Anfrage der Redaktion mit.

Stand des Verfahrens: Die Beklagten haben auf die umfangreiche Klage erwidert und die Klägerin könne hierauf bis Mitte Februar 2026 replizieren, so der Gerichtssprecher.

In finanzielle Schieflage geraten ist dieses Jahr auch eine Senec-Beteiligung. Am 2. Oktober zeigte das Unternehmen Sungrade Photovoltaik beim Amtsgericht Neu-Ulm Photovoltaik Insolvenz an (wir berichteten). Senec hält laut Handelsregister 30 Prozent der Anteile an dem Handwerksbetrieb mit Sitz in Günzburg.

Die Probleme in der Vergangenheit mit Senec-Speichern haben zu Klagen gegen Senec-Händler geführt. In einer Reihe Fälle sind Händler zur Rückabwicklung von Geschäften verurteilt worden. Auch kam es immer wieder zu Kulanzlösungen.

Mittwoch, 10.12.2025, 15:17 Uhr
Manfred Fischer
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Senec im Rechtsstreit mit Batteriemodulhersteller
Der Leipziger PV-Speicherhersteller klagt gegen seinen ehemaligen Modul-Lieferanten BMZ. Letzterer hat im Oktober Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt.
Die Trennung hat ein juristisches Nachspiel. Zwei Jahre ist es her, dass der Leipziger PV-Speicherhersteller Senec den Verkauf von Geräten mit NCA (Lithium-Nickel-Cobalt-Aluminium-Oxid) oder NMC-Modulen (Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Oxid) stoppte und auf Lithium-Eisenphosphat-Speichermodule umstellte. „Wir haben in den letzten zwölf Monaten einen massiven Wandel gehabt, sowohl in den Prozessen als auch in der Supply Chain“, schilderte im Oktober 2024 Johann Georg von Hülsen. Von Hülsen war Ende 2023 als „Chief Restructuring Officer“ zu Senec nach Leipzig gekommen.

Die Umstellung traf auch den Batteriemodulhersteller BMZ. Noch in technischen Datenblättern zu Senec-Speichermodellen vom Sommer 2023 ist die BMZ Group Deutschland als Lieferant angeführt.

Diesen Oktober stellte die BMZ Germany GmbH Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Die BMZ Holding GmbH meldete „Folgeinsolvenz“ an, zur Begründung verwies das Unternehmen auf eine Patronatserklärung. Am 24. Oktober ordnete das Amtsgericht die vorläufige Eigenverwaltung für beide Firmen in Karlstein im Landkreis Aschaffenburg an.

Dass man in eine „akute Liquiditätskrise“ geraten sei, erklärte BMZ mit dem Verlust „eines Großkunden im Segment Energy Storage sowie daraus resultierenden Rechtsstreitigkeiten und Kostenbelastungen“. Die übrigen Gesellschaften im Kerngeschäft der Gruppe seien operativ gesund und nicht betroffen, hieß es. Zur Sicherstellung der Liquidität und Fortführung des Geschäftsbetriebs seien „eine Brückenfinanzierung und weitere Mittel für eine Neukapitalisierung aus dem Gesellschafterkreis vorgesehen“.

Der Rechtsstreit ist am Landgericht Leipzig anhängig. Senec macht nach Angaben des Gerichts gegen die BMZ Germany GmbH und die BMZ Holding GmbH Zahlung in Höhe von etwa 9,5 Millionen Euro geltend.

„Dabei streiten die Parteien unter anderem über Ansprüche auf Abnahme und Bezahlung von Batteriemodulen sowie Lagerkosten im Zusammenhang mit einer Vergleichsvereinbarung aus Mai 2024, die – so die Klage – die Beklagten nicht eingehalten hätten“, teilt der Sprecher des Gerichts auf Anfrage der Redaktion mit.

Stand des Verfahrens: Die Beklagten haben auf die umfangreiche Klage erwidert und die Klägerin könne hierauf bis Mitte Februar 2026 replizieren, so der Gerichtssprecher.

In finanzielle Schieflage geraten ist dieses Jahr auch eine Senec-Beteiligung. Am 2. Oktober zeigte das Unternehmen Sungrade Photovoltaik beim Amtsgericht Neu-Ulm Photovoltaik Insolvenz an (wir berichteten). Senec hält laut Handelsregister 30 Prozent der Anteile an dem Handwerksbetrieb mit Sitz in Günzburg.

Die Probleme in der Vergangenheit mit Senec-Speichern haben zu Klagen gegen Senec-Händler geführt. In einer Reihe Fälle sind Händler zur Rückabwicklung von Geschäften verurteilt worden. Auch kam es immer wieder zu Kulanzlösungen.

Mittwoch, 10.12.2025, 15:17 Uhr
Manfred Fischer

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