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Energie & Management > Regenerative - Netzengpässe bremsen Chinas Wind- und Solaroffensive
Quelle: Shutterstock / elxeneize
Regenerative

Netzengpässe bremsen Chinas Wind- und Solaroffensive

China baut enorme Solar- und Windkraftkapazitäten auf. Eine Analyse von Global Energy Monitor sieht trotzdem noch große Hürden für die Dekarbonisierung des Landes. 
Viel Erneuerbare, wenig Netzkapazitäten: Ein Problem, dem sich nicht nur Deutschland gegenüber sieht. Auch China stößt einem Bericht des Global Energy Monitor (GEM) zufolge zunehmend an Grenzen bei Netzintegration, Stromtransport und Flexibilität des Energiesystems. 

Denn die Projektpipeline für Windkraft- und Freiflächen-Photovoltaikanlagen der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft beläuft sich den Autoren zufolge auf eine Gesamtleistung von mehr als 1,36 Millionen MW. Davon seien bereits mehr als 500.000 MW im Bau. 664.000 MW entfallen auf geplante oder im Bau befindliche Freiflächen-PV-Anlagen. Im Windenergiesektor summiert sich die Projektpipeline auf 698.000 MW. 

Aber: Nach Einschätzung der Autoren hält der Ausbau der Übertragungsnetze mit dem Zubau der Erneuerbaren bei weitem nicht Schritt. Denn ein Großteil der Erzeugungsanlagen entsteht im Norden und Nordwesten des Landes, weit entfernt von den Industriezentren der Ostküste. 27 zusätzliche Ultrahochspannungs-Gleichstromleitungen (UHV) wären bis 2030 erforderlich, schätzen die Autoren. Zwischen 2021 und 2025 seien jedoch lediglich sechs entsprechende Leitungen fertiggestellt oder in Bau gegangen. In der Folge würden Wind- und Solarstrom zunehmend abgeregelt. Besonders betroffen seien die Provinzen Qinghai, Xinjiang und Gansu, in denen die Abregelung von Solarstrom im Jahr 2025 zwischen 10 und 17 Prozent gelegen habe. 

Zumal mit neuen Leitungen nicht ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen transportiert wird: So sollen elf geplante Leitungen zwar erneuerbare Erzeugung mit insgesamt 129.000 MW anbinden. Aber auch 40.000 MW Kohlekraftkapazität. Nur etwa ein Fünftel des derzeit über UHV-Leitungen transportierten Stroms werde aus Wind und Solar generiert, schreiben die Autoren des GEM. Seit 2021 habe sich dieser Wert kaum verändert.

Neuausrichtung der Politik erforderlich

Der Batteriespeichersektor sowie die Produktionskapazitäten für grünen Wasserstoff verzeichneten ebenfalls große Zuwächse. Bereits jetzt verfüge China über mehr als 10.000 MW Wind- und Solarkapazität, die explizit der Produktion von grünem Wasserstoff gewidmet seien. Jährlich würden damit mindestens 250.000 Tonnen Wasserstoff erzeugt. Weitere 53.000 MW Wind- und Solarkapazität für die Wasserstofferzeugung seien in Planung. Diese könnten die Wasserstoffproduktion um weitere 1,6 Millionen Tonnen jährlich erhöhen. 

Allerdings: Um langfristig das Dekarbonisierungsziel zu erreichen, sei eine entschlossene Neuausrichtung der Politik erforderlich, schreiben die Autoren. Seit 2022 verfolge China den Grundsatz „das Neue schaffen, bevor das Alte schrittweise aufgegeben wird“, um seine Energiewende zu steuern. Dieser Ansatz habe in den vergangenen vier Jahren zwar zu beispiellosen Investitionen in die Infrastruktur für erneuerbare Energien geführt. Gleichzeitig sei aber auch viel Geld in die Infrastruktur für fossile Brennstoffe, insbesondere Kohle, geflossen. 

Letztlich, so das Fazit des Berichts, werde sich Chinas Erfolg nicht daran messen, wie viele Gigawatt Erneuerbare-Kapazitäten zusätzlich installiert werden. Sondern daran, in welchem Umfang sie Kohle verdrängen.

Der vollständige Bericht „China's wind and solar megabases face a coal test“ ist im Internet abrufbar. (kmt)

Dienstag, 21.07.2026, 15:03 Uhr
Katia Meyer-Tien
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Regenerative
Netzengpässe bremsen Chinas Wind- und Solaroffensive
China baut enorme Solar- und Windkraftkapazitäten auf. Eine Analyse von Global Energy Monitor sieht trotzdem noch große Hürden für die Dekarbonisierung des Landes. 
Viel Erneuerbare, wenig Netzkapazitäten: Ein Problem, dem sich nicht nur Deutschland gegenüber sieht. Auch China stößt einem Bericht des Global Energy Monitor (GEM) zufolge zunehmend an Grenzen bei Netzintegration, Stromtransport und Flexibilität des Energiesystems. 

Denn die Projektpipeline für Windkraft- und Freiflächen-Photovoltaikanlagen der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft beläuft sich den Autoren zufolge auf eine Gesamtleistung von mehr als 1,36 Millionen MW. Davon seien bereits mehr als 500.000 MW im Bau. 664.000 MW entfallen auf geplante oder im Bau befindliche Freiflächen-PV-Anlagen. Im Windenergiesektor summiert sich die Projektpipeline auf 698.000 MW. 

Aber: Nach Einschätzung der Autoren hält der Ausbau der Übertragungsnetze mit dem Zubau der Erneuerbaren bei weitem nicht Schritt. Denn ein Großteil der Erzeugungsanlagen entsteht im Norden und Nordwesten des Landes, weit entfernt von den Industriezentren der Ostküste. 27 zusätzliche Ultrahochspannungs-Gleichstromleitungen (UHV) wären bis 2030 erforderlich, schätzen die Autoren. Zwischen 2021 und 2025 seien jedoch lediglich sechs entsprechende Leitungen fertiggestellt oder in Bau gegangen. In der Folge würden Wind- und Solarstrom zunehmend abgeregelt. Besonders betroffen seien die Provinzen Qinghai, Xinjiang und Gansu, in denen die Abregelung von Solarstrom im Jahr 2025 zwischen 10 und 17 Prozent gelegen habe. 

Zumal mit neuen Leitungen nicht ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen transportiert wird: So sollen elf geplante Leitungen zwar erneuerbare Erzeugung mit insgesamt 129.000 MW anbinden. Aber auch 40.000 MW Kohlekraftkapazität. Nur etwa ein Fünftel des derzeit über UHV-Leitungen transportierten Stroms werde aus Wind und Solar generiert, schreiben die Autoren des GEM. Seit 2021 habe sich dieser Wert kaum verändert.

Neuausrichtung der Politik erforderlich

Der Batteriespeichersektor sowie die Produktionskapazitäten für grünen Wasserstoff verzeichneten ebenfalls große Zuwächse. Bereits jetzt verfüge China über mehr als 10.000 MW Wind- und Solarkapazität, die explizit der Produktion von grünem Wasserstoff gewidmet seien. Jährlich würden damit mindestens 250.000 Tonnen Wasserstoff erzeugt. Weitere 53.000 MW Wind- und Solarkapazität für die Wasserstofferzeugung seien in Planung. Diese könnten die Wasserstoffproduktion um weitere 1,6 Millionen Tonnen jährlich erhöhen. 

Allerdings: Um langfristig das Dekarbonisierungsziel zu erreichen, sei eine entschlossene Neuausrichtung der Politik erforderlich, schreiben die Autoren. Seit 2022 verfolge China den Grundsatz „das Neue schaffen, bevor das Alte schrittweise aufgegeben wird“, um seine Energiewende zu steuern. Dieser Ansatz habe in den vergangenen vier Jahren zwar zu beispiellosen Investitionen in die Infrastruktur für erneuerbare Energien geführt. Gleichzeitig sei aber auch viel Geld in die Infrastruktur für fossile Brennstoffe, insbesondere Kohle, geflossen. 

Letztlich, so das Fazit des Berichts, werde sich Chinas Erfolg nicht daran messen, wie viele Gigawatt Erneuerbare-Kapazitäten zusätzlich installiert werden. Sondern daran, in welchem Umfang sie Kohle verdrängen.

Der vollständige Bericht „China's wind and solar megabases face a coal test“ ist im Internet abrufbar. (kmt)

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Katia Meyer-Tien

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