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Energie & Management > Bilanz - ​MVV Energie verschiebt Klimaziel
Quelle: MVV Energie AG
Bilanz

​MVV Energie verschiebt Klimaziel

Der Mannheimer Versorger MVV Energie hat seine Neun-Monats-Zahlen vorgelegt. Die sind eher mittelprächtig. 
MVV hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 weniger Umsatz und Ergebnis erzielt als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz belief sich vom 1. Oktober 2025 bis zum 30. Juni 2026 auf 4,29 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 4,90 Milliarden Euro. Damit ging der Umsatz um 12 Prozent zurück. Die MVV beginnt ihr Geschäftsjahr zum 1. Oktober.

Als Hauptgründe nennt der Mannheimer Energieversorger niedrigere Gas-Großhandelspreise sowie einen geringeren Absatz bei Gas und Strom. Das bereinigte Ebitda sank um 19 Prozent von 482 Millionen Euro auf 392 Millionen Euro. Der bereinigte Periodenüberschuss lag bei 130 Millionen Euro nach 207 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum und damit 37 Prozent niedriger.

„Das wirtschaftliche und politische Umfeld für die Energiebranche bleibt anspruchsvoll. Geopolitische Konflikte, eine schwächere Konjunktur und die zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden prägen derzeit unseren Markt“, sagte Gabriel Clemens, Vorstandsvorsitzender der MVV Energie AG, anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen.

Eine Konsequenz daraus: Die MVV verschiebt den Zeitplan ihrer Klimastrategie nach hinten. 2021 hatte das Unternehmen angekündigt, bis 2040 klimaneutral und danach „#klimapositiv“ werden zu wollen. Ende 2023 zog MVV das Ziel vor und kündigte an, bereits bis 2035 klimapositiv zu werden – fünf Jahre früher als ursprünglich geplant. Nun strebt der Konzern an, wieder „möglichst 2040 #klimapositiv“ zu sein.

Damit verschiebt MVV das 2023 gesetzte Ziel um bis zu fünf Jahre nach hinten. Als Gründe nennt das Unternehmen fehlende gesetzliche Rahmenbedingungen, ein zu geringes Tempo bei der energiepolitischen Umsetzung sowie politische und konjunkturelle Unsicherheiten, die die Investitionsbereitschaft der Kunden beeinträchtigten.

Die Ergebnisentwicklung verlief in den einzelnen Geschäftsbereichen unterschiedlich. Im Segment Kundenlösungen, zu dem die Geschäftsfelder Privat- und Gewerbekunden, Geschäftskunden sowie Commodity Services gehören, sank das Adjusted Ebit um 66 Prozent von 67 Millionen Euro auf 23 Millionen Euro.

Im Segment Erzeugung und Infrastruktur, das unter anderem die konventionelle Erzeugung, deren Vermarktung und die Netzgesellschaften umfasst, ging das Adjusted Ebit um 30 Prozent von 219 Millionen Euro auf 153 Millionen Euro zurück. Als Gründe nennt MVV unter anderem niedrigere Margen in der konventionellen Kohleverstromung. Zudem hatten die Netzgesellschaften im Vorjahr von regulatorisch bedingt höheren Erträgen profitiert.

Besser entwickelte sich das Segment Neue Energien, in dem unter anderem Windkraftanlagen, die Projektentwicklung erneuerbarer Energien und das Umweltgeschäft gebündelt sind. Das Adjusted Ebit stieg um 31 Prozent von 29 Millionen Euro auf 38 Millionen Euro. MVV führt dies vor allem auf Ergebnissteigerungen bei den Windkraftanlagen und im Projektentwicklungsgeschäft zurück.

Gedämpft wurde die Entwicklung im Segment Neue Energien durch einen Ergebnisrückgang im Umweltgeschäft. Als einen Grund nennt MVV einen Kesselschaden in der thermischen Abfallbehandlungsanlage in Mannheim. 

Vor diesem Hintergrund hat der Konzern seine Ergebnisprognose gesenkt. MVV erwartet für das gesamte Geschäftsjahr 2026 nun ein Adjusted Ebit zwischen 190 Millionen Euro und 225 Millionen Euro. Zuvor hatte der Versorger mit 200 Millionen Euro bis 240 Millionen Euro gerechnet. (sag)

 

Donnerstag, 13.08.2026, 15:44 Uhr
Stefan Sagmeister
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Quelle: MVV Energie AG
Bilanz
​MVV Energie verschiebt Klimaziel
Der Mannheimer Versorger MVV Energie hat seine Neun-Monats-Zahlen vorgelegt. Die sind eher mittelprächtig. 
MVV hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 weniger Umsatz und Ergebnis erzielt als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz belief sich vom 1. Oktober 2025 bis zum 30. Juni 2026 auf 4,29 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 4,90 Milliarden Euro. Damit ging der Umsatz um 12 Prozent zurück. Die MVV beginnt ihr Geschäftsjahr zum 1. Oktober.

Als Hauptgründe nennt der Mannheimer Energieversorger niedrigere Gas-Großhandelspreise sowie einen geringeren Absatz bei Gas und Strom. Das bereinigte Ebitda sank um 19 Prozent von 482 Millionen Euro auf 392 Millionen Euro. Der bereinigte Periodenüberschuss lag bei 130 Millionen Euro nach 207 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum und damit 37 Prozent niedriger.

„Das wirtschaftliche und politische Umfeld für die Energiebranche bleibt anspruchsvoll. Geopolitische Konflikte, eine schwächere Konjunktur und die zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden prägen derzeit unseren Markt“, sagte Gabriel Clemens, Vorstandsvorsitzender der MVV Energie AG, anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen.

Eine Konsequenz daraus: Die MVV verschiebt den Zeitplan ihrer Klimastrategie nach hinten. 2021 hatte das Unternehmen angekündigt, bis 2040 klimaneutral und danach „#klimapositiv“ werden zu wollen. Ende 2023 zog MVV das Ziel vor und kündigte an, bereits bis 2035 klimapositiv zu werden – fünf Jahre früher als ursprünglich geplant. Nun strebt der Konzern an, wieder „möglichst 2040 #klimapositiv“ zu sein.

Damit verschiebt MVV das 2023 gesetzte Ziel um bis zu fünf Jahre nach hinten. Als Gründe nennt das Unternehmen fehlende gesetzliche Rahmenbedingungen, ein zu geringes Tempo bei der energiepolitischen Umsetzung sowie politische und konjunkturelle Unsicherheiten, die die Investitionsbereitschaft der Kunden beeinträchtigten.

Die Ergebnisentwicklung verlief in den einzelnen Geschäftsbereichen unterschiedlich. Im Segment Kundenlösungen, zu dem die Geschäftsfelder Privat- und Gewerbekunden, Geschäftskunden sowie Commodity Services gehören, sank das Adjusted Ebit um 66 Prozent von 67 Millionen Euro auf 23 Millionen Euro.

Im Segment Erzeugung und Infrastruktur, das unter anderem die konventionelle Erzeugung, deren Vermarktung und die Netzgesellschaften umfasst, ging das Adjusted Ebit um 30 Prozent von 219 Millionen Euro auf 153 Millionen Euro zurück. Als Gründe nennt MVV unter anderem niedrigere Margen in der konventionellen Kohleverstromung. Zudem hatten die Netzgesellschaften im Vorjahr von regulatorisch bedingt höheren Erträgen profitiert.

Besser entwickelte sich das Segment Neue Energien, in dem unter anderem Windkraftanlagen, die Projektentwicklung erneuerbarer Energien und das Umweltgeschäft gebündelt sind. Das Adjusted Ebit stieg um 31 Prozent von 29 Millionen Euro auf 38 Millionen Euro. MVV führt dies vor allem auf Ergebnissteigerungen bei den Windkraftanlagen und im Projektentwicklungsgeschäft zurück.

Gedämpft wurde die Entwicklung im Segment Neue Energien durch einen Ergebnisrückgang im Umweltgeschäft. Als einen Grund nennt MVV einen Kesselschaden in der thermischen Abfallbehandlungsanlage in Mannheim. 

Vor diesem Hintergrund hat der Konzern seine Ergebnisprognose gesenkt. MVV erwartet für das gesamte Geschäftsjahr 2026 nun ein Adjusted Ebit zwischen 190 Millionen Euro und 225 Millionen Euro. Zuvor hatte der Versorger mit 200 Millionen Euro bis 240 Millionen Euro gerechnet. (sag)

 

Donnerstag, 13.08.2026, 15:44 Uhr
Stefan Sagmeister

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