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Metergrid hat eine Series-A-Finanzierung über 10 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital soll in den Ausbau digitaler Mieterstrom-Lösungen fließen.
Metergrid hat für den Ausbau seines Mieterstrom-Geschäftsmodells frisches Kapital eingesammelt. Laut einer Mitteilung des Unternehmens sind in einer Series-A-Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro zusammengekommen. Es handele sich um die bislang größte Wachstumsfinanzierung im deutschen Mieterstrom-Markt. Als Lead-Investor steige der auf Energiethemen spezialisierte Wagniskapitalgeber SET Ventures ein. Bestehende Investoren wie Hager, LBBW Venture Capital, Mätch VC sowie mehrere Business Angels hätten sich erneut beteiligt.
Metergrid wirbt mit einer Plattform, die den Zugang zu lokal erzeugter erneuerbarer Energie in Mehrparteienhäusern erleichtern soll. In Deutschland leben rund 44 Millionen Menschen in solchen Gebäuden, deren Potenziale bislang nur begrenzt genutzt würden, so das Unternehmen. Ziel sei es, unterschiedliche Eigentümerstrukturen, von privaten Vermietern über Wohnungseigentümergemeinschaften bis hin zu institutionellen Immobiliengesellschaften oder Energieversorgern in die Energiewende einzubinden.
Die digitale Plattform als Kern des Geschäftsmodells kombiniere Software, operative Dienstleistungen und Abrechnung. Darüber sollen lokal erzeugter Solarstrom, ergänzende Stromlieferungen aus dem Netz sowie die Verbrauchsabrechnung zusammengeführt werden.
Eine Million Menschen bis 2030 in der Versorgung
Metergrid kündigt an, die Plattform perspektivisch um weitere Funktionen wie Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, Energiemanagementsysteme, Speicherlösungen sowie zusätzliche Energie- und Gebäudeservices zu erweitern. Bis 2030 will das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Million Menschen in Mehrparteienhäusern mit erneuerbarer Energie versorgen.
„Ohne Lösungen für das Mehrparteienhaus bleibt die Energiewende ein Versprechen für wenige – wir ändern das“, sagt Johannes Mewes, Mitgründer und Geschäftsführer von Metergrid. Das Unternehmen verspreche, Energieversorgung in Mehrparteienhäusern erstmals automatisiert, wirtschaftlich und in großem Maßstab umsetzbar zu machen.
SET Ventures, 2007 in Amsterdam gegründet, investiert nach eigenen Angaben in digitale Lösungen für ein klimaneutrales Energiesystem und verwaltet aktuell einen Fonds mit einem Volumen von 200 Millionen Euro. Der Einstieg bei Metergrid unterstreiche aus Sicht des Investors die strategische Bedeutung des Mieterstrom-Marktes. „Mehrparteienhäuser konnten bisher noch praktisch gar nicht an der Energiewende teilnehmen“, sagt Till Stenzel, Partner bei SET Ventures. Metergrid biete hierfür eine vollständig digitalisierte Lösung mit Skalierungspotenzial.
Nach eigenen Angaben betreibt Metergrid, das 2021 gegründet wurde, derzeit mehrere tausend Mieterstromprojekte in Deutschland. Die Zahl der versorgten Bewohnerinnen und Bewohner sei innerhalb eines Jahres von rund 10.000 auf über 53.000 gestiegen. Das Unternehmen wirbt damit, dass sich Mieterstrom damit von einem Nischenprodukt zu einem skalierbaren Baustein der urbanen Energieversorgung entwickle. Gestartet als Abrechnungslösung, decke die Plattform heute sämtliche Schritte von der Wirtschaftlichkeitsanalyse über die Strombelieferung bis zur automatisierten Abrechnung ab.
Montag, 2.02.2026, 15:29 Uhr
Fritz Wilhelm
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