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Energie & Management > Mobilität - Mehr Wasserstoff für Bielefelds Busflotte dank eigenem Elektrolyseur
Ein eigener Elektrolyseur macht Bielefeld mobiler. Quelle: Stadtwerke Bielefeld
Mobilität

Mehr Wasserstoff für Bielefelds Busflotte dank eigenem Elektrolyseur

Mehr Treibstoff aus eigener Herstellung: Die Busflotte der Stadtwerke Bielefeld wird in Teilen beim Tanken unabhängiger. Grund ist eine neue Anlage zur Produktion von Wasserstoff.
Seit dem 4. September läuft der Probebetrieb: Die Stadtwerke Bielefeld testen einen neu errichteten Elektrolyseur, der ihre mit Brennstoffzellen ausgestatteten Wasserstoff-Busse künftig versorgen soll. Für das etwa 5,3 Millionen Euro teure Vorhaben hat der Bund gut 2 Millionen Euro zugeschossen.

Aktuell hat die Mobilitätstochter „moBiel“ der Stadtwerke vier Wasserstoff-Busse im Dienst. Hinzu kommen 25 Busse, die über eine Brennstoffzelle verfügen, um die elektrische Reichweite zu erhöhen. Der neue Elektrolyseur soll unter Volllast und mit einer Produktionsmenge von jährlich 144.000 kg den gesamten Bedarf der Flotte abdecken können. Im ersten Jahr sind es zunächst 41.000 kg.

Einen Beitrag zur Antriebswende leisten kann das Projekt dadurch, weil der für die H2-Produktion verwendete Strom zum Teil einen grünen Stempel erhält. Die Energie stammt aus der Müllverbrennungsanlage (MVA) Bielefeld-Herford, wo der Elektrolyseur auch aufgestellt ist.

Der dort verbrannte Abfall soll zu mehr als 50 Prozent biogenen Ursprungs sein, wodurch dieser Anteil eine Einstufung als „regenerativ“ erhält. Ausschließlich dieser Anteil, heißt es in einer Mitteilung der Stadtwerke, komme bei der Herstellung des Gases zum Einsatz.

Elektrolyseur reist aus Sardinien nach Ostwestfalen

Der Elektrolyseur hat eine weite Reise hinter sich. Geordert haben die Ostwestfalen die Millionen-Anlage in Süditalien. Hersteller IMI Remosa hat sie in Cagliari auf Sardinien gebaut, nach der Abnahme verschifft und schließlich auf dem Festland per Lkw in die Mitte Deutschlands geliefert.

Transportwege rund um den Wasserstoff waren bis zuletzt ein besonderes Thema in Bielefeld. Für die Busse ist eine ortsnahe Versorgung gewährleistet. Der Treibstoff entsteht an der MVA und hat es bis zur Wasserstofftankstelle im benachbarten Innovationspark Sektorenkopplung nicht mehr weit.

Ein anderes Problem hat sich ebenfalls in Wohlgefallen aufgelöst. Nutznießer des grüneren Wasserstoffs an der Stadtwerke-Tankstelle sind nicht mehr nur die Mobiel-Busse. Auch die sieben antriebsgleichen Laster des ebenfalls städtischen Umweltbetriebs (UWB) können nun auf Tankstelle und Treibstoff zugreifen, heißt es von den Stadtwerken.

Das war bis zuletzt noch unmöglich, wegen der geltenden Fördersystematik. Bielefeld hatte sich seinerzeit besonders viel öffentliches Fördergeld für den Bau der Tankstelle gesichert. Damit durften rechtlich nur Fahrzeuge des öffentlichen oder des Schienenpersonennahverkehrs (ÖPNV/SPNV) vorfahren. Das sind Müllautos bekanntlich nicht. Diese mussten bereits in der Vergangenheit nach Rheda-Wiedenbrück ausweichen, obwohl das Gas im Heimatort vorhanden ist.

Die wasserstoffbetriebenen Müllwagen des UWB dürfen inzwischen ebenfalls zum Tanken an der Mobiel-Wasserstofftankstelle vorfahren. Dies ist laut Presseamt der Stadt Bielefeld das Ergebnis von Gesprächen dem Verkehrsministerium des Landes Nordrhein‑Westfalen und dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen‑Lippe.

Die Beteiligten verständigten sich auf eine förderkonforme Mitnutzung der Tankstelle durch den Umweltbetrieb, heißt es von der Kommune. Damit werden lange und ökologisch kontraproduktive Anfahrtswege zu regionalen Wasserstoff-Tankstellen, deren Anzahl stagniert bis rückläufig ist, vermieden. (vs)

Montag, 7.09.2026, 16:10 Uhr
Volker Stephan
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Ein eigener Elektrolyseur macht Bielefeld mobiler. Quelle: Stadtwerke Bielefeld
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Mehr Wasserstoff für Bielefelds Busflotte dank eigenem Elektrolyseur
Mehr Treibstoff aus eigener Herstellung: Die Busflotte der Stadtwerke Bielefeld wird in Teilen beim Tanken unabhängiger. Grund ist eine neue Anlage zur Produktion von Wasserstoff.
Seit dem 4. September läuft der Probebetrieb: Die Stadtwerke Bielefeld testen einen neu errichteten Elektrolyseur, der ihre mit Brennstoffzellen ausgestatteten Wasserstoff-Busse künftig versorgen soll. Für das etwa 5,3 Millionen Euro teure Vorhaben hat der Bund gut 2 Millionen Euro zugeschossen.

Aktuell hat die Mobilitätstochter „moBiel“ der Stadtwerke vier Wasserstoff-Busse im Dienst. Hinzu kommen 25 Busse, die über eine Brennstoffzelle verfügen, um die elektrische Reichweite zu erhöhen. Der neue Elektrolyseur soll unter Volllast und mit einer Produktionsmenge von jährlich 144.000 kg den gesamten Bedarf der Flotte abdecken können. Im ersten Jahr sind es zunächst 41.000 kg.

Einen Beitrag zur Antriebswende leisten kann das Projekt dadurch, weil der für die H2-Produktion verwendete Strom zum Teil einen grünen Stempel erhält. Die Energie stammt aus der Müllverbrennungsanlage (MVA) Bielefeld-Herford, wo der Elektrolyseur auch aufgestellt ist.

Der dort verbrannte Abfall soll zu mehr als 50 Prozent biogenen Ursprungs sein, wodurch dieser Anteil eine Einstufung als „regenerativ“ erhält. Ausschließlich dieser Anteil, heißt es in einer Mitteilung der Stadtwerke, komme bei der Herstellung des Gases zum Einsatz.

Elektrolyseur reist aus Sardinien nach Ostwestfalen

Der Elektrolyseur hat eine weite Reise hinter sich. Geordert haben die Ostwestfalen die Millionen-Anlage in Süditalien. Hersteller IMI Remosa hat sie in Cagliari auf Sardinien gebaut, nach der Abnahme verschifft und schließlich auf dem Festland per Lkw in die Mitte Deutschlands geliefert.

Transportwege rund um den Wasserstoff waren bis zuletzt ein besonderes Thema in Bielefeld. Für die Busse ist eine ortsnahe Versorgung gewährleistet. Der Treibstoff entsteht an der MVA und hat es bis zur Wasserstofftankstelle im benachbarten Innovationspark Sektorenkopplung nicht mehr weit.

Ein anderes Problem hat sich ebenfalls in Wohlgefallen aufgelöst. Nutznießer des grüneren Wasserstoffs an der Stadtwerke-Tankstelle sind nicht mehr nur die Mobiel-Busse. Auch die sieben antriebsgleichen Laster des ebenfalls städtischen Umweltbetriebs (UWB) können nun auf Tankstelle und Treibstoff zugreifen, heißt es von den Stadtwerken.

Das war bis zuletzt noch unmöglich, wegen der geltenden Fördersystematik. Bielefeld hatte sich seinerzeit besonders viel öffentliches Fördergeld für den Bau der Tankstelle gesichert. Damit durften rechtlich nur Fahrzeuge des öffentlichen oder des Schienenpersonennahverkehrs (ÖPNV/SPNV) vorfahren. Das sind Müllautos bekanntlich nicht. Diese mussten bereits in der Vergangenheit nach Rheda-Wiedenbrück ausweichen, obwohl das Gas im Heimatort vorhanden ist.

Die wasserstoffbetriebenen Müllwagen des UWB dürfen inzwischen ebenfalls zum Tanken an der Mobiel-Wasserstofftankstelle vorfahren. Dies ist laut Presseamt der Stadt Bielefeld das Ergebnis von Gesprächen dem Verkehrsministerium des Landes Nordrhein‑Westfalen und dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen‑Lippe.

Die Beteiligten verständigten sich auf eine förderkonforme Mitnutzung der Tankstelle durch den Umweltbetrieb, heißt es von der Kommune. Damit werden lange und ökologisch kontraproduktive Anfahrtswege zu regionalen Wasserstoff-Tankstellen, deren Anzahl stagniert bis rückläufig ist, vermieden. (vs)

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Volker Stephan

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