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Energie & Management > Technik - MAN legt Zahlen zur Motoren-Wiederaufbereitung vor
Ein gebrauchter (links) und wiederaufbereiteter Motor nebeneinander. Quelle: MAN
Technik

MAN legt Zahlen zur Motoren-Wiederaufbereitung vor

Eine Lebenszyklusanalyse beziffert den Umweltvorteil der Wiederaufbereitung eines MAN-Motors. CO2-Äquivalente sinken demanch verglichen zu einer Neufertigung um 72 Prozent.
MAN Truck & Bus hat die Umweltwirkungen der Wiederaufbereitung eines Verbrennungsmotors untersuchen lassen, teilte das Unternehmen am 27. August mit. Eine Lebenszyklusanalyse der Universität Bayreuth kommt am Beispiel des „Bahnmotors MAN D2842 LE622“ zu dem Ergebnis, dass Herstellung und Auslieferung eines wiederaufbereiteten Motors 72 Prozent weniger CO2-Äquivalente verursachen als die Fertigung und Auslieferung eines Neumotors. Ein unabhängiger Gutachter validierte die Untersuchung im Auftrag der Dekra Assurance Services GmbH.

Neben den Treibhausgasemissionen untersuchten die Autoren den Materialbedarf und die Transportleistung. Nach Angaben von MAN sinkt der Einsatz von Neumaterial bei der Wiederaufbereitung gegenüber der Neufertigung um 80 Prozent. Die Transportleistung der Bauteile fällt um 87 Prozent geringer aus. Ausschlaggebend ist dabei vor allem die erneute Nutzung geeigneter Komponenten.

Mehrere Lebenszyklen untersucht

MAN bereitet Motoren im Werk Nürnberg auf. Das Unternehmen ordnet das Verfahren in seine Strategie ein, Umweltwirkungen über den Lebenszyklus seiner Produkte zu reduzieren. Relevant ist dieser Ansatz vor allem für Anwendungen mit langen Nutzungszeiten, in denen Verbrennungsmotoren weiterhin eingesetzt werden. MAN nennt Bahnanwendungen einschließlich Dual-Mode-Systemen, die Berufsschifffahrt sowie die Energieerzeugung.

Die Lebenszyklusanalyse betrachtete auch die Auswirkungen einer mehrfachen Wiederaufbereitung. Wird ein Neumotor nach seiner ersten Nutzungsphase aufgearbeitet und anschließend erneut eingesetzt, liegen die Treibhausgasemissionen laut Studie um 33 Prozent unter einem Vergleichsszenario, bei dem für beide Nutzungsphasen jeweils ein Neumotor hergestellt wird.

Nach einer zweiten Wiederaufbereitung und damit drei Nutzungszyklen wächst der Abstand. Gegenüber einem Szenario mit drei neu gefertigten Motoren sinken die Treibhausgasemissionen um 45 Prozent. Auch der Bedarf an neuem Material und die Transportleistung nehmen über die betrachteten Lebenszyklen ab.

Wiederaufbereitung als Teil des Bestandsgeschäfts
 

„Die Ergebnisse zeigen, welches enorme Potenzial in der Verlängerung von Produktlebenszyklen liegt“, sagt Josef Lukaschtik, Head of Remanufacturing MAN Truck & Bus. „Für Anwendungen, in denen Verbrennungsmotoren weiterhin benötigt werden, kann die MAN Original Wiederaufbereitung eine Möglichkeit sein, vorhandene Ressourcen länger zu nutzen und produktionsbedingte Umweltwirkungen zu reduzieren.“

Neben kompletten Motoren bietet MAN wiederaufbereitete Komponenten und Teile unter der Produktlinie „MAN Original Teile ecoline“ an. Damit ist die Wiederaufbereitung zugleich Bestandteil des Ersatzteil- und Servicegeschäfts. Das Unternehmen verbindet damit das Ziel, Komponenten länger im Kreislauf zu halten und den Bedarf an neu gefertigten Teilen zu reduzieren.

Die Aussagekraft der genannten Werte ist allerdings auf den untersuchten Fall begrenzt. Die Lebenszyklusanalyse bezieht sich auf den Bahnmotor MAN D2842 LE622 und auf die für die Untersuchung definierten Rahmenbedingungen und Systemgrenzen. Die Ergebnisse lassen sich daher nicht ohne weitere Analyse auf andere Motoren oder Anwendungen übertragen. (hr)

Donnerstag, 27.08.2026, 11:04 Uhr
Heidi Roider
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Ein gebrauchter (links) und wiederaufbereiteter Motor nebeneinander. Quelle: MAN
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MAN legt Zahlen zur Motoren-Wiederaufbereitung vor
Eine Lebenszyklusanalyse beziffert den Umweltvorteil der Wiederaufbereitung eines MAN-Motors. CO2-Äquivalente sinken demanch verglichen zu einer Neufertigung um 72 Prozent.
MAN Truck & Bus hat die Umweltwirkungen der Wiederaufbereitung eines Verbrennungsmotors untersuchen lassen, teilte das Unternehmen am 27. August mit. Eine Lebenszyklusanalyse der Universität Bayreuth kommt am Beispiel des „Bahnmotors MAN D2842 LE622“ zu dem Ergebnis, dass Herstellung und Auslieferung eines wiederaufbereiteten Motors 72 Prozent weniger CO2-Äquivalente verursachen als die Fertigung und Auslieferung eines Neumotors. Ein unabhängiger Gutachter validierte die Untersuchung im Auftrag der Dekra Assurance Services GmbH.

Neben den Treibhausgasemissionen untersuchten die Autoren den Materialbedarf und die Transportleistung. Nach Angaben von MAN sinkt der Einsatz von Neumaterial bei der Wiederaufbereitung gegenüber der Neufertigung um 80 Prozent. Die Transportleistung der Bauteile fällt um 87 Prozent geringer aus. Ausschlaggebend ist dabei vor allem die erneute Nutzung geeigneter Komponenten.

Mehrere Lebenszyklen untersucht

MAN bereitet Motoren im Werk Nürnberg auf. Das Unternehmen ordnet das Verfahren in seine Strategie ein, Umweltwirkungen über den Lebenszyklus seiner Produkte zu reduzieren. Relevant ist dieser Ansatz vor allem für Anwendungen mit langen Nutzungszeiten, in denen Verbrennungsmotoren weiterhin eingesetzt werden. MAN nennt Bahnanwendungen einschließlich Dual-Mode-Systemen, die Berufsschifffahrt sowie die Energieerzeugung.

Die Lebenszyklusanalyse betrachtete auch die Auswirkungen einer mehrfachen Wiederaufbereitung. Wird ein Neumotor nach seiner ersten Nutzungsphase aufgearbeitet und anschließend erneut eingesetzt, liegen die Treibhausgasemissionen laut Studie um 33 Prozent unter einem Vergleichsszenario, bei dem für beide Nutzungsphasen jeweils ein Neumotor hergestellt wird.

Nach einer zweiten Wiederaufbereitung und damit drei Nutzungszyklen wächst der Abstand. Gegenüber einem Szenario mit drei neu gefertigten Motoren sinken die Treibhausgasemissionen um 45 Prozent. Auch der Bedarf an neuem Material und die Transportleistung nehmen über die betrachteten Lebenszyklen ab.

Wiederaufbereitung als Teil des Bestandsgeschäfts
 

„Die Ergebnisse zeigen, welches enorme Potenzial in der Verlängerung von Produktlebenszyklen liegt“, sagt Josef Lukaschtik, Head of Remanufacturing MAN Truck & Bus. „Für Anwendungen, in denen Verbrennungsmotoren weiterhin benötigt werden, kann die MAN Original Wiederaufbereitung eine Möglichkeit sein, vorhandene Ressourcen länger zu nutzen und produktionsbedingte Umweltwirkungen zu reduzieren.“

Neben kompletten Motoren bietet MAN wiederaufbereitete Komponenten und Teile unter der Produktlinie „MAN Original Teile ecoline“ an. Damit ist die Wiederaufbereitung zugleich Bestandteil des Ersatzteil- und Servicegeschäfts. Das Unternehmen verbindet damit das Ziel, Komponenten länger im Kreislauf zu halten und den Bedarf an neu gefertigten Teilen zu reduzieren.

Die Aussagekraft der genannten Werte ist allerdings auf den untersuchten Fall begrenzt. Die Lebenszyklusanalyse bezieht sich auf den Bahnmotor MAN D2842 LE622 und auf die für die Untersuchung definierten Rahmenbedingungen und Systemgrenzen. Die Ergebnisse lassen sich daher nicht ohne weitere Analyse auf andere Motoren oder Anwendungen übertragen. (hr)

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Heidi Roider

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