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Energie & Management > KWK - Mainz verfolgt 54-MW-Plan weiter und legt 250 MW auf Eis
Das Kraftwerksgelände auf der Ingelheimer Aue. Quelle: Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG
KWK

Mainz verfolgt 54-MW-Plan weiter und legt 250 MW auf Eis

Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) plant ein hochflexibles Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue. Kürzlich ist die öffentliche Beteiligung zum Genehmigungsverfahren angelaufen. 
Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) plant auf der Ingelheimer Aue ein 54-MW-Gaskraftwerk − als flexible und netzdienliche Ergänzung zur bestehenden KWK-Anlage. Das Genehmigungsverfahren läuft, seit 9. Februar auch die öffentliche Beteiligung, teilten die KMW mit. Die Inbetriebnahme ist für 2027 vorgesehen. 

Die neue Anlage soll künftig auch das Rechenzentrum Green Rocks mit Strom versorgen – selbst bei einem Netzausfall. Das Green Rocks Rechenzentrum, ein Joint Venture zwischen KMW und dem norwegischer Partnen Green Mountain, wird derzeit ebenfalls auf dem Gelände errichtet. 

Das Projekt zählt für den Energieversorger zu den „zentralen Infrastrukturvorhaben am Standort Mainz“. Ein weiteres Prestigeprojekt des Unternehmens am selben Standort, ein deutlich größeres wasserstofffähiges Gaskraftwerk, genannt Zukunftskraftwerk (ZKW), wurde hingegen erstmals gestoppt.

KMW hatte im Oktober 2025 bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd den Antrag für Errichtung und Betrieb der Anlage auf der Ingelheimer Aue eingereicht. An dem Standort erzeugen derzeit BHKW-Motoren mit 100 MW elektrischer und rund 90 MW thermischer Leistung Strom sowie Abwärme für das bestehende Fernwärmenetz. Die Ingelheimer Aue ist eine ehemalige Rheininsel, die heute als Industrie- und Gewerbegebiet genutzt wird. Sie liegt am linken Rheinufer nördlich der Stadt Mainz. 

Technische Auslegung und Betriebskonzept

Die geplante Anlage soll eine elektrische Gesamtleistung von rund 54 MW erreichen. Zwölf Jenbacher-Gasmotoren mit jeweils etwa 4,5 MW, modular aufgebaut, sollen eine bedarfsgerechte Fahrweise ermöglichen. Modular heißt: KMW kann einzelne Motoren zu- oder abschalten und die Leistung an die aktuelle Lastsituation anpassen. Das Kraftwerk soll Grund-, Mittel- und Spitzenlast abdecken und auf schwankende Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen reagieren.

Das neue Kraftwerk springt außerdem dann an, wenn das öffentliche Stromnetz ausfällt – und hält so das Rechenzentrum am Laufen. „Das neue Gasmotorenkraftwerk ist ein strategischer Meilenstein für die Energieversorgung in Mainz. Es verbindet Effizienz mit Zukunftsfähigkeit und sichert den Betrieb unseres Rechenzentrums auch im Schwarzfall ab“, erklärte Oliver Malerius, KMW-Vorstand.

Den Bauvertrag unterzeichnete KMW am 15. September 2025 gemeinsam mit der Innio Group. Als Brennstoff wird zunächst Erdgas genutzt, teilte KMW dazu weiter mit. Die Jenbacher-Anlagen seien jedoch „ready for H2“, das heißt, sie können bei entsprechender Verfügbarkeit und Umrüstung mit Wasserstoff betrieben werden. Auch die spätere Wärmeauskopplung ist laut KMW bereits berücksichtigt – das Kraftwerk ist sozusagen „Fernwärme-ready“.

Aktueller Status: Projekt pausiert

Nicht ganz so planmäßig verläuft hingegen ein Bauprojekt, das sich ebenfalls auf der Ingelheimer Au befindet. Neben dem aktuell im Genehmigungsverfahren befindlichen Motorenkraftwerk plant die KMW langfristig auch die Errichtung eines wasserstofffähigen Groß-Gaskraftwerks. KMW nennt es das „Zukunftskraftwerk“ (ZKW).

Das ZKW-Projekt befindet sich derzeit allerdings in einer „Wartephase“, teilte der Versorger ebenfalls Anfang Februar dieses Jahres mit. „Grund dafür sind die noch laufenden politischen Abstimmungsprozesse auf Bundesebene“, schreibt dazu die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG.

Im Frühjahr 2024 war das Projekt vorgestellt worden (wir berichteten). Geplant war bislang ein Kraftwerk mit 250 MW elektrischer und 100 MW thermischer Leistung. KMW hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Anlage, ebenfalls auf der Ingelheimer Aue in Mainz, von 2035 an vollständig mit Wasserstoff zu betreiben. Der Versorger zieht hier nun aber die Notbremse − wegen der Berliner Politik. 

„Damit KMW die finale Investitionsentscheidung für das Zukunftskraftwerk treffen kann, sind noch konkrete Ausgestaltungen der Kraftwerksstrategie und eine Abstimmung mit den Gremien notwendig“, so Oliver Malerius. Das Unternehmen ist mit der Sanierung des Baugrundstücks sowie der Ausführungs- und Genehmigungsplanung bereits in Vorleistung gegangen und steht in engem Austausch mit den politischen Entscheidungsträgern.

KMW bleibe aber auch bei diesem Projekt „engagiert und bereit, sobald die regulatorischen Rahmenbedingungen dies ermöglichen, in die klimaneutrale Energiezukunft der Region zu investieren“.

Freitag, 13.02.2026, 16:02 Uhr
Heidi Roider
Energie & Management > KWK - Mainz verfolgt 54-MW-Plan weiter und legt 250 MW auf Eis
Das Kraftwerksgelände auf der Ingelheimer Aue. Quelle: Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG
KWK
Mainz verfolgt 54-MW-Plan weiter und legt 250 MW auf Eis
Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) plant ein hochflexibles Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue. Kürzlich ist die öffentliche Beteiligung zum Genehmigungsverfahren angelaufen. 
Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) plant auf der Ingelheimer Aue ein 54-MW-Gaskraftwerk − als flexible und netzdienliche Ergänzung zur bestehenden KWK-Anlage. Das Genehmigungsverfahren läuft, seit 9. Februar auch die öffentliche Beteiligung, teilten die KMW mit. Die Inbetriebnahme ist für 2027 vorgesehen. 

Die neue Anlage soll künftig auch das Rechenzentrum Green Rocks mit Strom versorgen – selbst bei einem Netzausfall. Das Green Rocks Rechenzentrum, ein Joint Venture zwischen KMW und dem norwegischer Partnen Green Mountain, wird derzeit ebenfalls auf dem Gelände errichtet. 

Das Projekt zählt für den Energieversorger zu den „zentralen Infrastrukturvorhaben am Standort Mainz“. Ein weiteres Prestigeprojekt des Unternehmens am selben Standort, ein deutlich größeres wasserstofffähiges Gaskraftwerk, genannt Zukunftskraftwerk (ZKW), wurde hingegen erstmals gestoppt.

KMW hatte im Oktober 2025 bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd den Antrag für Errichtung und Betrieb der Anlage auf der Ingelheimer Aue eingereicht. An dem Standort erzeugen derzeit BHKW-Motoren mit 100 MW elektrischer und rund 90 MW thermischer Leistung Strom sowie Abwärme für das bestehende Fernwärmenetz. Die Ingelheimer Aue ist eine ehemalige Rheininsel, die heute als Industrie- und Gewerbegebiet genutzt wird. Sie liegt am linken Rheinufer nördlich der Stadt Mainz. 

Technische Auslegung und Betriebskonzept

Die geplante Anlage soll eine elektrische Gesamtleistung von rund 54 MW erreichen. Zwölf Jenbacher-Gasmotoren mit jeweils etwa 4,5 MW, modular aufgebaut, sollen eine bedarfsgerechte Fahrweise ermöglichen. Modular heißt: KMW kann einzelne Motoren zu- oder abschalten und die Leistung an die aktuelle Lastsituation anpassen. Das Kraftwerk soll Grund-, Mittel- und Spitzenlast abdecken und auf schwankende Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen reagieren.

Das neue Kraftwerk springt außerdem dann an, wenn das öffentliche Stromnetz ausfällt – und hält so das Rechenzentrum am Laufen. „Das neue Gasmotorenkraftwerk ist ein strategischer Meilenstein für die Energieversorgung in Mainz. Es verbindet Effizienz mit Zukunftsfähigkeit und sichert den Betrieb unseres Rechenzentrums auch im Schwarzfall ab“, erklärte Oliver Malerius, KMW-Vorstand.

Den Bauvertrag unterzeichnete KMW am 15. September 2025 gemeinsam mit der Innio Group. Als Brennstoff wird zunächst Erdgas genutzt, teilte KMW dazu weiter mit. Die Jenbacher-Anlagen seien jedoch „ready for H2“, das heißt, sie können bei entsprechender Verfügbarkeit und Umrüstung mit Wasserstoff betrieben werden. Auch die spätere Wärmeauskopplung ist laut KMW bereits berücksichtigt – das Kraftwerk ist sozusagen „Fernwärme-ready“.

Aktueller Status: Projekt pausiert

Nicht ganz so planmäßig verläuft hingegen ein Bauprojekt, das sich ebenfalls auf der Ingelheimer Au befindet. Neben dem aktuell im Genehmigungsverfahren befindlichen Motorenkraftwerk plant die KMW langfristig auch die Errichtung eines wasserstofffähigen Groß-Gaskraftwerks. KMW nennt es das „Zukunftskraftwerk“ (ZKW).

Das ZKW-Projekt befindet sich derzeit allerdings in einer „Wartephase“, teilte der Versorger ebenfalls Anfang Februar dieses Jahres mit. „Grund dafür sind die noch laufenden politischen Abstimmungsprozesse auf Bundesebene“, schreibt dazu die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG.

Im Frühjahr 2024 war das Projekt vorgestellt worden (wir berichteten). Geplant war bislang ein Kraftwerk mit 250 MW elektrischer und 100 MW thermischer Leistung. KMW hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Anlage, ebenfalls auf der Ingelheimer Aue in Mainz, von 2035 an vollständig mit Wasserstoff zu betreiben. Der Versorger zieht hier nun aber die Notbremse − wegen der Berliner Politik. 

„Damit KMW die finale Investitionsentscheidung für das Zukunftskraftwerk treffen kann, sind noch konkrete Ausgestaltungen der Kraftwerksstrategie und eine Abstimmung mit den Gremien notwendig“, so Oliver Malerius. Das Unternehmen ist mit der Sanierung des Baugrundstücks sowie der Ausführungs- und Genehmigungsplanung bereits in Vorleistung gegangen und steht in engem Austausch mit den politischen Entscheidungsträgern.

KMW bleibe aber auch bei diesem Projekt „engagiert und bereit, sobald die regulatorischen Rahmenbedingungen dies ermöglichen, in die klimaneutrale Energiezukunft der Region zu investieren“.

Freitag, 13.02.2026, 16:02 Uhr
Heidi Roider

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