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Energie & Management > Biomasse - Holz nun der Grundstoff für BMW-Prozesswärme in Dingolfing
Egon Leo Westphal (links) und Markus Söder bei der Eröffnung. Quelle: Bayernwerk / A. Fuchs
Biomasse

Holz nun der Grundstoff für BMW-Prozesswärme in Dingolfing

Prozesswärme in großem Umfang liefert ab sofort das neue Heizwerk der Stadtwerke Dingolfing und der Bayernwerk AG. Abnehmer ist Europas größter BMW-Standort. Zum Feiern kam Prominenz.
Wenn die Spitzen einer Landesregierung gemeinsam zum Termin in die Region aufbrechen, kann der Anlass keine Kleinigkeit sein. Die Eröffnung des Heizwerks der Stadtwerke Dingolfing und der Bayernwerk AG erhielt entsprechend den ministeriellen Ritterschlag als „Leuchtturmprojekt der industriellen Wärmewende“.

Das Zitat stammt von Bayerns Bauminister Christian Bernreiter (CSU). Er war nicht einmal der prominenteste Gast, als das für und mit BMW erdachte Projekt offiziell in Betrieb ging. Die Politprominenz führte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder an (CSU), in dessen Gefolge war auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

Der Automobilhersteller deckt künftig 50 Prozent seines Heißwasserbedarfs aus dem Biomasseheizwerk (wir berichteten). Dafür verbrennt die Anlage in ihren drei Heizkesseln etwa zu einem Viertel unbehandeltes Verpackungsholz aus BMWs größtem europäischen Standort sowie Altholz aus den regionalen Forsten im Umkreis von bis zu 60 Kilometern.

100.000 MWh Wärmeenergie pro Jahr

Eine Lieferung von bis zu 100 Millionen kWh Wärmeenergie pro Jahr hatten die Partner vor drei Jahren vertraglich fixiert. Den Grundstein für das Kraftwerk legten sie im Jahr 2024. Das Heißwasser gelangt nun auf kurzem Weg und aus unmittelbarer Nachbarschaft in die Fabrikhallen.

Autobauer benötigen Prozesswärme für verschiedene Anwendungsbereiche. Einer ist das Trocknen von frisch aufgetragenen Lacken. Dafür erreicht die Wärme Temperaturen von über 140 Grad. In Leipzig setzt BMW perspektivisch auf den Einsatz von Wasserstoff (als Gasersatz), dessen Zünden die benötigte heiße Luft erzeugen soll. In Dingolfingen will BMW mit der als grün eingestuften Wärme 20.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen.

Für den Verteilnetzbetreiber Bayernwerk AG, eine Tochter von Eon, sprach Vorstand Egon Westphal bei der Eröffnung davon, dass das Heizwerk beispielgebend für nachhaltige Energieversorgung sei, weil die gefundene Lösung „in hohem Maße dezentral“ sei. Markus Söder erkannte in der Anlage gar ein mögliches „Modell für die Industrie in Bayern und ganz Deutschland“.

Hubert Aiwanger betonte zudem das Potenzial der Holzenergie in Bayern. Ferner hob er die Bedeutung für BMW hervor, dauerhaft über bezahlbare und zuverlässig zu Verfügung stehende Wärme verfügen zu können.

Es soll nicht die letzte Zusammenarbeit des Regensburger Unternehmens mit dem Autohersteller sein. Beide erproben das bidirektionale Laden der neuen BMW-Modelle im Gebiet von Bayernwerk Netz. Außerdem schließt die Bayernwerk AG in Kürze auch das neue BMW-Werk in Irlbach-Straßkirchen an die Leitungen der Netztochter an. Die Kooperation von Stadtwerken, Bayernwerk und BMW Dingolfing gab es in unterschiedlichen Bereichen bereits in den Jahren 1998 bis 2017.

Mittwoch, 20.05.2026, 12:03 Uhr
Volker Stephan
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Egon Leo Westphal (links) und Markus Söder bei der Eröffnung. Quelle: Bayernwerk / A. Fuchs
Biomasse
Holz nun der Grundstoff für BMW-Prozesswärme in Dingolfing
Prozesswärme in großem Umfang liefert ab sofort das neue Heizwerk der Stadtwerke Dingolfing und der Bayernwerk AG. Abnehmer ist Europas größter BMW-Standort. Zum Feiern kam Prominenz.
Wenn die Spitzen einer Landesregierung gemeinsam zum Termin in die Region aufbrechen, kann der Anlass keine Kleinigkeit sein. Die Eröffnung des Heizwerks der Stadtwerke Dingolfing und der Bayernwerk AG erhielt entsprechend den ministeriellen Ritterschlag als „Leuchtturmprojekt der industriellen Wärmewende“.

Das Zitat stammt von Bayerns Bauminister Christian Bernreiter (CSU). Er war nicht einmal der prominenteste Gast, als das für und mit BMW erdachte Projekt offiziell in Betrieb ging. Die Politprominenz führte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder an (CSU), in dessen Gefolge war auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

Der Automobilhersteller deckt künftig 50 Prozent seines Heißwasserbedarfs aus dem Biomasseheizwerk (wir berichteten). Dafür verbrennt die Anlage in ihren drei Heizkesseln etwa zu einem Viertel unbehandeltes Verpackungsholz aus BMWs größtem europäischen Standort sowie Altholz aus den regionalen Forsten im Umkreis von bis zu 60 Kilometern.

100.000 MWh Wärmeenergie pro Jahr

Eine Lieferung von bis zu 100 Millionen kWh Wärmeenergie pro Jahr hatten die Partner vor drei Jahren vertraglich fixiert. Den Grundstein für das Kraftwerk legten sie im Jahr 2024. Das Heißwasser gelangt nun auf kurzem Weg und aus unmittelbarer Nachbarschaft in die Fabrikhallen.

Autobauer benötigen Prozesswärme für verschiedene Anwendungsbereiche. Einer ist das Trocknen von frisch aufgetragenen Lacken. Dafür erreicht die Wärme Temperaturen von über 140 Grad. In Leipzig setzt BMW perspektivisch auf den Einsatz von Wasserstoff (als Gasersatz), dessen Zünden die benötigte heiße Luft erzeugen soll. In Dingolfingen will BMW mit der als grün eingestuften Wärme 20.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen.

Für den Verteilnetzbetreiber Bayernwerk AG, eine Tochter von Eon, sprach Vorstand Egon Westphal bei der Eröffnung davon, dass das Heizwerk beispielgebend für nachhaltige Energieversorgung sei, weil die gefundene Lösung „in hohem Maße dezentral“ sei. Markus Söder erkannte in der Anlage gar ein mögliches „Modell für die Industrie in Bayern und ganz Deutschland“.

Hubert Aiwanger betonte zudem das Potenzial der Holzenergie in Bayern. Ferner hob er die Bedeutung für BMW hervor, dauerhaft über bezahlbare und zuverlässig zu Verfügung stehende Wärme verfügen zu können.

Es soll nicht die letzte Zusammenarbeit des Regensburger Unternehmens mit dem Autohersteller sein. Beide erproben das bidirektionale Laden der neuen BMW-Modelle im Gebiet von Bayernwerk Netz. Außerdem schließt die Bayernwerk AG in Kürze auch das neue BMW-Werk in Irlbach-Straßkirchen an die Leitungen der Netztochter an. Die Kooperation von Stadtwerken, Bayernwerk und BMW Dingolfing gab es in unterschiedlichen Bereichen bereits in den Jahren 1998 bis 2017.

Mittwoch, 20.05.2026, 12:03 Uhr
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