Quelle: Katia Meyer-Tien
Getec Energie hat mehrere Windparks in der Amprion-Regelzone für die Bereitstellung negativer Sekundärregelleistung präqualifiziert. Zum Start sollen rund 65 MW vermarktet werden.
Der Energiedienstleister Getec Energie steigt mit Windparks in die Vermarktung negativer automatischer Frequenzwiederherstellungsreserve ein. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben das Präqualifikationsverfahren für mehrere Anlagen in der Regelzone des Übertragungsnetzbetreibers Amprion abgeschlossen. Zunächst sollen rund 65 MW negative aFRR (automatic Frequency Restoration Reserve), wie die Sekundärregelleistung heute bezeichnet wird, am Markt angeboten werden.
Negative aFRR wird benötigt, wenn im Stromsystem mehr Erzeugung als Verbrauch vorhanden ist. Präqualifizierte Windparks können dann auf Anforderung ihre Einspeisung reduzieren. Die automatische Frequenzwiederherstellungsreserve soll Abweichungen zwischen Erzeugung und Verbrauch ausgleichen und damit dazu beitragen, die Netzfrequenz bei 50 Hertz zu stabilisieren. Die Präqualifikation ist Voraussetzung dafür, dass Anlagen beziehungsweise Anlagenpools die Voraussetzungen für eine Teilnahme am Regelreservemarkt erfüllen.
Wind- und Solarparks spielen in diesem Markt bislang nur eine geringe Rolle. Nach Daten der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber waren zum 1. Januar 2026 insgesamt 25,82 GW für negative aFRR präqualifiziert. Davon entfielen 16,92 GW auf Wasserkraft. Für Windkraft waren 150 MW und für Solarenergie 30 MW ausgewiesen. Zusammen kamen Wind und Photovoltaik damit auf rund 180 MW. Im März 2025 waren für Windkraft erst 90 MW negative aFRR präqualifiziert.
Getec will die präqualifizierte Leistung nun schrittweise ausweiten und künftig Windparks in allen vier deutschen Regelzonen vermarkten. Einen Zeitplan oder eine Zielgröße für den Ausbau nannte das Unternehmen nicht.
Bei der technischen Einbindung arbeitet Getec mit dem Oldenburger Dienstleister „emsys VPP“ zusammen. Dieser übernimmt nach Unternehmensangaben die Aggregation der Anlagen sowie Prognose und Steuerung.
Die Kontakte zu den beteiligten Windparkbetreibern laufen zum Teil über die Gewi GmbH, an der Getec Energie mehrheitlich beteiligt ist. Das Unternehmen will über diese Beziehungen weitere Windparks für die Regelenergievermarktung gewinnen.
Hauke Hansen, Head of Analytics bei Getec Energie, sieht in der Präqualifikation einen zusätzlichen Einsatzbereich für Windkraft. Mit der Bereitstellung der zunächst 65 MW könne Windenergie über die reine Stromerzeugung hinaus einen Beitrag zur Netzstabilisierung leisten. (fw)
Dienstag, 15.09.2026, 09:55 Uhr
Fritz Wilhelm
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