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Energie & Management > Wärme - Gebäudegesetz löst breite Kritik aus
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
Wärme

Gebäudegesetz löst breite Kritik aus

Das Bundeswirtschaftsministerium hat einen Entwurf für ein Gebäudemodernisierungsgesetz vorgelegt, dessen neue Vorgaben für Heizungen auf breite Kritik von Verbänden und Politik stößt.
Der Referentenentwurf für das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) liegt vor und geht nun in die Abstimmung innerhalb der Bundesregierung sowie anschließend in das parlamentarische Verfahren. Das Gesetz soll das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) der Ampelkoalition ersetzen und die Rahmenbedingungen für die Wärmewende neu definieren (wir berichteten). Zentrale Änderung ist die Abkehr von der bisherigen Vorgabe, wonach neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen.

Stattdessen setzt der Entwurf auf eine schrittweise Beimischung klimafreundlicher Brennstoffe zu fossilen Energieträgern. Laut Gesetzentwurf soll der Anteil dieser sogenannten „grünen“ Gase ab 2029 zunächst bei mindestens 10 Prozent liegen und bis 2040 auf 60 Prozent steigen. Union und SPD haben sich grundsätzlich auf diese Linie verständigt.

Kritik aus Opposition und Wohnungswirtschaft

Aus der Politik kommen kritische Stimmen. Vertreter der Grünen warnen, dass ohne ein klares Aus für fossile Heizsysteme die Klimaziele nicht erreichbar seien. Zudem sehen sie steigende Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox könnten bereits geringe Beimischungsquoten zu spürbaren Mehrkosten führen.

Der Entwurf sieht parallel eine Entlastung für Mieter vor. Kostensteigerungen etwa durch CO2-Preise oder Netzentgelte sollen künftig zwischen Mietern und Vermietern aufgeteilt werden. Während der Deutsche Mieterbund dies begrüßt, kritisiert der Eigentümerverband Haus & Grund die Regelung als einseitig.

Verbände der Wohnungswirtschaft bewerten den Gesetzentwurf differenziert. Der Spitzenverband GdW sieht darin laut eigener Aussage einen Schritt hin zu mehr Flexibilität, weist jedoch auf offene Fragen bei Wirtschaftlichkeit und Praxistauglichkeit hin. Der Umweltverband BUND bezeichnete den Entwurf hingegen als klimapolitisch unzureichend.

Verbände warnen vor fossiler Abhängigkeit

Kritik kommt auch von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff). Deren geschäftsführender Vorstand, Henning Ellermann, erklärte laut Verband, der Entwurf verlängere fossile Abhängigkeiten und setze keine ausreichenden Impulse für mehr Effizienz im Gebäudesektor. Die vorgesehene Reform lasse Orientierung für Eigentümer und Unternehmen vermissen.

Auch das Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB) sieht Nachbesserungsbedarf. Laut Leiterin Sandra Rostek sei es zwar positiv, dass die politische Hängepartie im Wärmesektor beendet werde. Gleichzeitig brauche die Branche verlässliche und planbare Rahmenbedingungen. Die im Entwurf vorgesehene „Bio-Treppe“ mit sprunghaften Anstiegen bei den Beimischungsquoten bewertet sie als problematisch. Ein gleichmäßiger Anstieg würde laut Rostek Investitionen erleichtern.

Deutliche Kritik äußert zudem das Umweltinstitut München. Deren Energiepolitik-Referent, Till Irmisch, erklärte, der Entwurf ermögliche weiterhin den unbegrenzten Einbau neuer Gas- und Ölheizungen und gefährde damit die Klimaschutzziele. Die Strategie, künftig stärker auf „grüne“ Gase zu setzen, sei nicht ausreichend unterlegt, etwa durch belastbare Angaben zu Verfügbarkeit und Kosten.

Hausbesitzer für Klimaschutz beim Heizen

Neben der inhaltlichen Kritik zeigt eine Umfrage der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft CO2online, dass die Unsicherheit über politische Vorgaben Investitionen bremst. Laut Trendreport Wärmewende 2026 fühlen sich 62 Prozent der befragten Hauseigentümer durch wechselnde Rahmenbedingungen verunsichert. Nur 24 Prozent vertrauen der Bundesregierung bei Fragen zur Wärmewende.
 
Bremsklötze für die Wärmewende nach einer Hausbesitzerumfrage 2026
(zur Vergrößerung bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: CO2online

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass stabile und nachvollziehbare Regelungen eine zentrale Voraussetzung für Investitionen im Gebäudesektor sind. Ob der vorliegende Entwurf diese Anforderungen erfüllt, dürfte im weiteren Gesetzgebungsverfahren eine zentrale Rolle spielen.

Der 22-seitige „Trendreport Energie- und Wärmewende 2026 - Wie aus Zustimmung Umsetzung wird“ steht auf der Internetseite von CO2online zum Download bereit.

Mittwoch, 6.05.2026, 11:02 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Wärme - Gebäudegesetz löst breite Kritik aus
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
Wärme
Gebäudegesetz löst breite Kritik aus
Das Bundeswirtschaftsministerium hat einen Entwurf für ein Gebäudemodernisierungsgesetz vorgelegt, dessen neue Vorgaben für Heizungen auf breite Kritik von Verbänden und Politik stößt.
Der Referentenentwurf für das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) liegt vor und geht nun in die Abstimmung innerhalb der Bundesregierung sowie anschließend in das parlamentarische Verfahren. Das Gesetz soll das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) der Ampelkoalition ersetzen und die Rahmenbedingungen für die Wärmewende neu definieren (wir berichteten). Zentrale Änderung ist die Abkehr von der bisherigen Vorgabe, wonach neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen.

Stattdessen setzt der Entwurf auf eine schrittweise Beimischung klimafreundlicher Brennstoffe zu fossilen Energieträgern. Laut Gesetzentwurf soll der Anteil dieser sogenannten „grünen“ Gase ab 2029 zunächst bei mindestens 10 Prozent liegen und bis 2040 auf 60 Prozent steigen. Union und SPD haben sich grundsätzlich auf diese Linie verständigt.

Kritik aus Opposition und Wohnungswirtschaft

Aus der Politik kommen kritische Stimmen. Vertreter der Grünen warnen, dass ohne ein klares Aus für fossile Heizsysteme die Klimaziele nicht erreichbar seien. Zudem sehen sie steigende Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox könnten bereits geringe Beimischungsquoten zu spürbaren Mehrkosten führen.

Der Entwurf sieht parallel eine Entlastung für Mieter vor. Kostensteigerungen etwa durch CO2-Preise oder Netzentgelte sollen künftig zwischen Mietern und Vermietern aufgeteilt werden. Während der Deutsche Mieterbund dies begrüßt, kritisiert der Eigentümerverband Haus & Grund die Regelung als einseitig.

Verbände der Wohnungswirtschaft bewerten den Gesetzentwurf differenziert. Der Spitzenverband GdW sieht darin laut eigener Aussage einen Schritt hin zu mehr Flexibilität, weist jedoch auf offene Fragen bei Wirtschaftlichkeit und Praxistauglichkeit hin. Der Umweltverband BUND bezeichnete den Entwurf hingegen als klimapolitisch unzureichend.

Verbände warnen vor fossiler Abhängigkeit

Kritik kommt auch von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff). Deren geschäftsführender Vorstand, Henning Ellermann, erklärte laut Verband, der Entwurf verlängere fossile Abhängigkeiten und setze keine ausreichenden Impulse für mehr Effizienz im Gebäudesektor. Die vorgesehene Reform lasse Orientierung für Eigentümer und Unternehmen vermissen.

Auch das Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB) sieht Nachbesserungsbedarf. Laut Leiterin Sandra Rostek sei es zwar positiv, dass die politische Hängepartie im Wärmesektor beendet werde. Gleichzeitig brauche die Branche verlässliche und planbare Rahmenbedingungen. Die im Entwurf vorgesehene „Bio-Treppe“ mit sprunghaften Anstiegen bei den Beimischungsquoten bewertet sie als problematisch. Ein gleichmäßiger Anstieg würde laut Rostek Investitionen erleichtern.

Deutliche Kritik äußert zudem das Umweltinstitut München. Deren Energiepolitik-Referent, Till Irmisch, erklärte, der Entwurf ermögliche weiterhin den unbegrenzten Einbau neuer Gas- und Ölheizungen und gefährde damit die Klimaschutzziele. Die Strategie, künftig stärker auf „grüne“ Gase zu setzen, sei nicht ausreichend unterlegt, etwa durch belastbare Angaben zu Verfügbarkeit und Kosten.

Hausbesitzer für Klimaschutz beim Heizen

Neben der inhaltlichen Kritik zeigt eine Umfrage der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft CO2online, dass die Unsicherheit über politische Vorgaben Investitionen bremst. Laut Trendreport Wärmewende 2026 fühlen sich 62 Prozent der befragten Hauseigentümer durch wechselnde Rahmenbedingungen verunsichert. Nur 24 Prozent vertrauen der Bundesregierung bei Fragen zur Wärmewende.
 
Bremsklötze für die Wärmewende nach einer Hausbesitzerumfrage 2026
(zur Vergrößerung bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: CO2online

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass stabile und nachvollziehbare Regelungen eine zentrale Voraussetzung für Investitionen im Gebäudesektor sind. Ob der vorliegende Entwurf diese Anforderungen erfüllt, dürfte im weiteren Gesetzgebungsverfahren eine zentrale Rolle spielen.

Der 22-seitige „Trendreport Energie- und Wärmewende 2026 - Wie aus Zustimmung Umsetzung wird“ steht auf der Internetseite von CO2online zum Download bereit.

Mittwoch, 6.05.2026, 11:02 Uhr
Susanne Harmsen

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