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Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) kritisiert die Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) und fordert verlässlichere Regeln bei Förderung und Klimavorgaben.
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) bewertet in einem Webinar am 26. Februar die geplanten Änderungen am Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) der Bundesregierung kritisch. Laut Verband schaffen die angekündigten Anpassungen weniger Planungssicherheit für Investitionen in erneuerbare Heizsysteme. Positiv bewertet der BWP dagegen die angekündigte Fortführung der staatlichen Heizungsförderung bis mindestens 2029.
Nach Einschätzung des Verbands schwächen die Eckpunkte zentrale klimapolitische Leitplanken. Insbesondere die geplante Abschaffung der bisherigen 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen setze falsche Anreize. Statt den Ausbau erneuerbarer Wärme zu beschleunigen, würden fossile Optionen politisch aufgewertet. Das führe zu Rechts- und Investitionsunsicherheit in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Heizungsmarkt, erklärte BWP-Geschäftsführer Martin Sabel.
Förderung ausreichend finanzierenGleichzeitig sei die zugesagte Fortführung der Förderung ein wichtiges Signal. Die bestehenden Programme müssten jedoch unverändert und ausreichend finanziert weiterlaufen, damit sie die aus Sicht des Verbands entstehenden Rückschritte kompensieren können. Die angekündigte sogenannte Biomasse- beziehungsweise Grüngastreppe für neue Gas- und Ölheizungen könne diese Wirkung nicht ersetzen, da sie erst ab Ende des Jahrzehnts greife und nur geringe Anteile erneuerbarer Energien vorsehe.
Der Verband verweist auf die aktuelle Marktentwicklung: Im Januar 2026 wurden laut BWP rund 24.000 Wärmepumpen verkauft, etwa 33 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Nachfrage nach erneuerbaren Heizsystemen halte damit weiter an. Insgesamt beschäftigt die Branche in Deutschland rund 70.000 Menschen und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 3,5 Milliarden Euro.
Hersteller fordern klare VorgabenAuch industriepolitisch sieht der Verband Handlungsbedarf. Europa stehe im internationalen Wettbewerb um Produktion und Wertschöpfung in der Wärmepumpentechnik, erklärte Kai Schiefelbein, Geschäftsführer des niedersächsischen Herstellers Stiebel Eltron. Klare politische Entscheidungen zugunsten von Zukunftstechnologien seien notwendig, damit Unternehmen aus Industrie und Handwerk langfristig investieren könnten.
Stiebel Eltron bewertet die Eckpunkte grundsätzlich als Schritt zu mehr Klarheit, sieht die Fortsetzung der Förderung bis 2029 ebenfalls positiv. Wie die Programme konkret ausgestaltet werden, ist nach Unternehmensangaben jedoch noch offen. Kürzungen könnten die Nachfrage erneut dämpfen. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums beträgt die Förderung derzeit für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen bis zu 70 Prozent der Investitionskosten.
Klimaschutzziele nicht abgesichertDer BWP warnt zudem vor möglichen rechtlichen Risiken. Ein Rechtsgutachten aus dem Jahr 2025 komme zu dem Ergebnis, dass bewusst herbeigeführte Rückschritte beim Klimaschutz unzulässig sein könnten. Zudem müsse die Bundesregierung bis zum 25. März ein belastbares Klimaschutzprogramm vorlegen, das die Ziele für 2030 und erstmals auch für 2040 absichert.
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Anträge auf die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) 2024 und 2025 (zur Vergrößerung bitte auf die Grafik klicken) Quelle: BWP |
Nach Darstellung des Verbands trägt die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wesentlich zur Investitionsdynamik bei. Ein Evaluationsbericht bescheinigt dem Programm eine Hebelwirkung von 4,3: Jeder Euro an Fördermitteln löse zusätzliche Investitionen von 4,3 Euro aus. Insgesamt würden dadurch Investitionen von rund 23 Milliarden Euro angestoßen, ein großer Teil davon im Heizungsbereich. Über die Umsatzsteuer fließe ein Teil der Mittel an Bund und Länder zurück.
Vor diesem Hintergrund fordert der Verband von der Bundesregierung einen rechtssicheren und langfristig planbaren Rahmen für Förderung und Ordnungsrecht. Nur so könnten Gebäudeeigentümer, Energieversorger sowie Industrie- und Handwerksbetriebe ihre Investitionen verlässlich ausrichten und der Hochlauf erneuerbarer Wärme fortgesetzt werden.
Donnerstag, 26.02.2026, 16:30 Uhr
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