Wärmepumpenanlage, die Abwärme der Rechner der TU Dresden in Fernwärme umwandelt. Quelle: Martin Förster
Abwärme aus Hochleistungsrechnern der TU Dresden speist erstmals das Fernwärmenetz. Für den Versorger „SachsenEnergie“ ein wichtiger Schritt, um die Fernwärme zu dekarbonisieren.
Die Technische Universität Dresden und „SachsenEnergie“ haben in Dresden ein Abwärmeprojekt für die Fernwärme umgesetzt, teilte der Energieversorger am 26. März mit. Drei Großwärmepumpen mit einer Gesamtleistung von 3,9 MW wandeln nun die überflüssige Abwärme der Hochleistungsrechner der Technischen Universität Dresden in Fernwärme um. Dabei entstehen bis zu 24 Millionen kWh Wärme (24.000 MWh) pro Jahr. Verglichen mit einer gasbasierten Wärmeerzeugung vermeidet das Projekt etwa 2.700 Tonnen CO2 pro Jahr.
„Die nachhaltige Nutzung der Abwärme der Hochleistungsrechner der TU Dresden ist beispielgebend dafür, wie wir in Dresden unsere Klimaziele erreichen können: mit maßgeschneiderten, innovativen und pragmatischen Lösungen der Partner vor Ort“, sagte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert.
Kontinuierliche Wärmequelle für das Netz
Das Besondere an der Abwärme des Rechenzentrums der TU Dresden: diese nutzbare Wärme ist ganzjährig verfügbar. „Damit haben wir eine konstant verfügbare Wärmequelle für das Dresdner Fernwärmenetze“, erklärte Axel Cunow, Vorstand der Sachsen Energie. Sachsen Energie betreibt derzeit drei Großwärmepumpenanlagen in Dresden.
Die technische Grundlage bildet ein Rechenzentrum mit Warmwasserkühlung. Diese ermöglicht die Auskopplung von Wärme auf einem Temperaturniveau, das für die Weiterverarbeitung durch Wärmepumpen geeignet ist. Die an den Hochleistungsrechnern entstehende Abwärme wird vom Kühlwasser aufgenommen und mit einer Temperatur von bis zu 55 Grad Celsius zu den Wärmepumpen geleitet. Die drei strombetriebenen Anlagen entziehen dem Wasser die Abwärme und erhöhen deren Temperatur auf rund 90 Grad Celsius. Anschließend wird die Wärme in das umliegende Fernwärmenetz eingespeist.
Die TU Dresden verfolgt das Ziel, bis 2035 treibhausgasneutral zu werden. Die Nutzung der Abwärme aus dem eigenen Rechenzentrum bildet einen Bestandteil dieser Strategie. Das Projekt verbindet den Betrieb der IT-Infrastruktur mit der Wärmeversorgung der Stadt.
Freitag, 27.03.2026, 11:01 Uhr
Heidi Roider
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