Dreifacher Startschuss in der Lausitz: Leag nimmt einen Wind- und einen Solarpark in Betrieb und startet zugleich den Bau des 1.000-MW-Batteriespeichers in Jänschwalde. Quelle: Leag
Die Leag hat in Jänschwalde mit dem Bau eines Batteriespeichers mit 1.000 MW Leistung und 4.000 MWh Kapazität begonnen. Die Inbetriebnahme ist für 2028 anvisiert.
Der Energieversorger Leag mit Sitz in Cottbus treibt den Umbau seines Lausitzer Kraftwerks- und Tagebaureviers voran. Am Kraftwerksstandort Jänschwalde in Brandenburg hat das Unternehmen den Bau eines Batteriespeichers gestartet. Die sogenannte „GigaBattery Jänschwalde 1000“ soll eine Leistung von 1.000 MW und eine Speicherkapazität von 4.000 MWh erreichen. Nach Angaben der Leag ist die Anlage damit derzeit das größte Batteriespeicherprojekt Deutschlands. 2028 soll sie den Betrieb aufnehmen.
Der Speicher kann seine volle Leistung rechnerisch vier Stunden lang bereitstellen. Nach Angaben der Leag soll die Anlage überschüssigen Strom aus Wind- und Solaranlagen aufnehmen und ihn zu einem späteren Zeitpunkt wieder in das Stromsystem einspeisen. Damit will das Unternehmen die wetterabhängige Erzeugung zeitlich verschieben und zur Stabilisierung des Energiesystems beitragen.
Parallel zum Baustart des Speichers hat Leag zwei Erneuerbaren-Projekte auf Flächen des ehemaligen Tagebaus Jänschwalde in Betrieb genommen. Der Windpark Forst-Briesnig 2 besteht laut Unternehmen aus 17 Windenergieanlagen mit zusammen 105 MW Leistung. Rund zwei Kilometer entfernt liegt der erste Bauabschnitt des Energieparks Bohrau. Dort stehen auf etwa 130 Hektar rund 230.000 Photovoltaikmodule. Leag erwartet eine jährliche Stromerzeugung von rund 130 Millionen kWh.
Zusammenspiel von Erzeugung und Speicherung
Die drei Vorhaben sieht Leag als Teil ihrer als „GigawattFactory“ bezeichneten Strategie. Das Unternehmen will, wie es in einer Mitteilung betont, erneuerbare Stromerzeugung, Batteriespeicher und steuerbare Kraftwerksleistung miteinander verknüpfen. Vorstandschef Adi Roesch erklärte, große Mengen wetterabhängiger Erzeugung müssten künftig mit Speichern, Netzen, flexiblen Verbrauchern und steuerbaren Kraftwerken zusammenspielen. In den kommenden zehn Jahren wolle Leag weitere Batteriespeicher sowie neue Kraftwerke, Wind- und Photovoltaikanlagen errichten.
Nach Unternehmensangaben hat Leag bislang mehr als eine Milliarde Euro in die verschiedenen Projekte der Gigawatt Factory investiert. Allein die nun in Betrieb genommenen Wind- und Solarparks sollen den beteiligten Standortkommunen jährlich rund 1,2 Millionen Euro aus der Kommunalbeteiligung bringen.
Der Ausbau soll weitergehen. Für einen zweiten Bauabschnitt des Energieparks Bohrau hat die Leag-Tochter Leag Renewables, die das Geschäft mit Wind- und Solarenergie verantwortet, bereits einen Bauantrag für bis zu 120 MW eingereicht. Weitere Windenergieprojekte plant das Unternehmen unter anderem im Umfeld des Cottbuser Ostsees sowie auf Flächen der Bergbaufolgelandschaft Jänschwalde.
Speicherausbau in Deutschland gewinnt an Tempo
Auch andernorts entstehen Batteriespeicher in dieser Größenordnung. Der Betreiber BW ESS baut in Klostermansfeld (Sachsen-Anhalt) derzeit einen Speicher ebenfalls mit einer Leistung von 1.000 MW. Dessen Kapazität soll bei bis zu 5.700 MWh liegen. Trianel hat zusammen mit Luxcara und BKW am 21. September in Waltrop (Nordrhein-Westfalen) mit dem Bau eines 900-MW-Batteriespeichers mit mindestens 1.800 MWh Kapazität begonnen (wir berichteten jeweils).
Der Ausbau von Batteriespeichern hat deutschlandweit deutlich an Tempo gewonnen. Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft wurden allein in den ersten fünf Monaten 2026 rund 225.000 Speicher mit zusammen 3.400 MWh Kapazität installiert.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bezeichnete Speichertechnologien bei der Veranstaltung in Jänschwalde als Voraussetzung dafür, erneuerbare Energien verlässlich in das Energiesystem zu integrieren. Mit entsprechender Speichertechnik könne erneuerbare Energie zu einer zuverlässigen Energieversorgung beitragen. (ds)
Dienstag, 22.09.2026, 15:46 Uhr
Davina Spohn
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