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Energie & Management > Smart Meter - Wettbewerbliche Messstellenbetreiber warnen vor Monopolisierung
Quelle: Shutterstock / Shcherbakov Ilya
Smart Meter

Wettbewerbliche Messstellenbetreiber warnen vor Monopolisierung

Rund 30 Unternehmen und Verbände appellieren an die Politik, den wettbewerblichen Messstellenbetrieb zu erhalten.
Die CEOs der Unternehmen Enpal, Techem, Lichtblick, Octopus Energy und Inexogy haben sich gemeinsam mit mehr als 20 weiteren Unternehmen und Verbänden in einem Appell an die Politik gewandt. Sie warnen davor, den wettbewerblichen Messstellenbetrieb zu schwächen oder wieder in ein Monopol der Netzbetreiber zu überführen.

Eine solche Re-Monopolisierung gefährde nach Einschätzung der Unterzeichner den Fortschritt beim Smart-Meter-Rollout sowie zentrale Investitionen in die digitale Energieinfrastruktur Deutschlands. Auslöser für den Schulterschluss ist die anhaltende politische Debatte über die künftige Ausgestaltung des Messwesens.

In den vergangenen Wochen hatte vor allem eine Aussage von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in ihrem 10-Punkte-Plan im Nachgang zum Energiewende-Monitoring-Bericht die Branche aufgerüttelt und sowohl bei Messstellen- als auch Verteilnetzbetreibern für Verunsicherung gesorgt.

Aus den Äußerungen der Ministerin hatte sich unter anderem die Frage ergeben, ob die Rollen im intelligenten Messwesen noch einmal grundlegend neu verteilt werden und ob es wettbewerbliche Messstellenbetreiber weiterhin geben wird. Denn Reiche hatte erklärt, die Verantwortung für den verpflichtenden Rollout intelligenter Messsysteme solle „künftig bei den Verteilnetzbetreibern und damit im regulierten Anlagevermögen“ liegen.

Auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die um eine Erläuterung gebeten hatte, hatte das Bundeswirtschaftsministerium im vergangenen September lediglich geantwortet, das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende von 2023 habe die Verteilnetzbetreiber zwar stärker in die Finanzierungsverantwortung der Digitalisierung genommen, was den Rollout angestoßen habe. Er müsse aber noch weiter beschleunigt werden.

„Deshalb prüft die Bundesregierung Ansätze, die durch ein stärkeres Eigeninteresse den Verteilnetzbetreibern zum Treiber einer zügigen und resilienten Digitalisierung der Energiewende machen.“ Was dies konkret heißt, ließ das Ministerium in seiner Antwort offen.
 
In drei Jahren noch 5 Millionen weitere intelligente Messsysteme
 
Nach Darstellung der Unternehmen, die nun vor einer Re-Monopolisierung des Messwesens warnen, hat sich der wettbewerbliche Messstellenbetrieb in den vergangenen Jahren zu einem wesentlichen Treiber der Digitalisierung im Energiesektor entwickelt. Wettbewerbliche Anbieter hätten den Rollout intelligenter Messsysteme beschleunigt und zugleich Kostensenkungen für Haushalte und Unternehmen ermöglicht.

Nach Angaben der Unternehmen betreiben wettbewerbliche Messstellenbetreiber derzeit mehr als 15 Prozent aller intelligenten Messsysteme in Deutschland. Zudem seien bereits Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe getätigt worden. In den kommenden drei Jahren hätten sich die Anbieter verpflichtet, rund fünf Millionen weitere intelligente Messsysteme zu installieren.

Neben steigenden Installationszahlen verweisen die Unterzeichner auf die digitale Kompetenz der wettbewerblichen Anbieter. Diese trage zu effizienteren Rollout-Prozessen und zu bundesweit einheitlichen digitalen Standards bei. Zugleich unterstützten wettbewerbliche Messstellenbetreiber Stadtwerke und grundzuständige Messstellenbetreiber, die häufig nicht über ausreichende finanzielle oder personelle Ressourcen für einen schnellen Hochlauf verfügten.

Darüber hinaus sei der wettbewerbliche Messstellenbetrieb nach Einschätzung der Unternehmen zu einem wichtigen Partner für zahlreiche Geschäftsmodelle der Energiewende geworden. Durch ihre Flexibilität und Skalierbarkeit könnten die Anbieter bundesweit mit Herstellern und Anbietern von Wärmepumpen, Photovoltaik- und Speicherlösungen, Ladeinfrastruktur, E-Mobilitätsdiensten sowie mit Anbietern von Mieterstrommodellen zusammenarbeiten.

Die Unternehmen betonen zudem die Möglichkeit, intelligente Messsysteme auf freiwilliger Basis und auf Kundenwunsch zu installieren. Dies ermögliche einen schnelleren und stärker kundenorientierten Rollout und erleichtere es Bürgerinnen und Bürgern, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen.

„Der Rollout hat endlich an Fahrt gewonnen – jetzt kommt es darauf an, den regulatorischen Rahmen nicht erneut grundlegend zu verändern. Was wir wirklich benötigen, sind Verlässlichkeit und Planungssicherheit“, so Mario Kohle, CEO von Enpal. Und Matthias Hartmann, CEO von Techem Energy Services, fügt hinzu, es sei strategisch richtig gewesen, den Messmarkt zu liberalisieren. „Den Wettbewerb jetzt zu beschneiden, wäre absurd und kontraproduktiv.“

Mittwoch, 17.12.2025, 17:22 Uhr
Fritz Wilhelm
Energie & Management > Smart Meter - Wettbewerbliche Messstellenbetreiber warnen vor Monopolisierung
Quelle: Shutterstock / Shcherbakov Ilya
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Wettbewerbliche Messstellenbetreiber warnen vor Monopolisierung
Rund 30 Unternehmen und Verbände appellieren an die Politik, den wettbewerblichen Messstellenbetrieb zu erhalten.
Die CEOs der Unternehmen Enpal, Techem, Lichtblick, Octopus Energy und Inexogy haben sich gemeinsam mit mehr als 20 weiteren Unternehmen und Verbänden in einem Appell an die Politik gewandt. Sie warnen davor, den wettbewerblichen Messstellenbetrieb zu schwächen oder wieder in ein Monopol der Netzbetreiber zu überführen.

Eine solche Re-Monopolisierung gefährde nach Einschätzung der Unterzeichner den Fortschritt beim Smart-Meter-Rollout sowie zentrale Investitionen in die digitale Energieinfrastruktur Deutschlands. Auslöser für den Schulterschluss ist die anhaltende politische Debatte über die künftige Ausgestaltung des Messwesens.

In den vergangenen Wochen hatte vor allem eine Aussage von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in ihrem 10-Punkte-Plan im Nachgang zum Energiewende-Monitoring-Bericht die Branche aufgerüttelt und sowohl bei Messstellen- als auch Verteilnetzbetreibern für Verunsicherung gesorgt.

Aus den Äußerungen der Ministerin hatte sich unter anderem die Frage ergeben, ob die Rollen im intelligenten Messwesen noch einmal grundlegend neu verteilt werden und ob es wettbewerbliche Messstellenbetreiber weiterhin geben wird. Denn Reiche hatte erklärt, die Verantwortung für den verpflichtenden Rollout intelligenter Messsysteme solle „künftig bei den Verteilnetzbetreibern und damit im regulierten Anlagevermögen“ liegen.

Auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die um eine Erläuterung gebeten hatte, hatte das Bundeswirtschaftsministerium im vergangenen September lediglich geantwortet, das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende von 2023 habe die Verteilnetzbetreiber zwar stärker in die Finanzierungsverantwortung der Digitalisierung genommen, was den Rollout angestoßen habe. Er müsse aber noch weiter beschleunigt werden.

„Deshalb prüft die Bundesregierung Ansätze, die durch ein stärkeres Eigeninteresse den Verteilnetzbetreibern zum Treiber einer zügigen und resilienten Digitalisierung der Energiewende machen.“ Was dies konkret heißt, ließ das Ministerium in seiner Antwort offen.
 
In drei Jahren noch 5 Millionen weitere intelligente Messsysteme
 
Nach Darstellung der Unternehmen, die nun vor einer Re-Monopolisierung des Messwesens warnen, hat sich der wettbewerbliche Messstellenbetrieb in den vergangenen Jahren zu einem wesentlichen Treiber der Digitalisierung im Energiesektor entwickelt. Wettbewerbliche Anbieter hätten den Rollout intelligenter Messsysteme beschleunigt und zugleich Kostensenkungen für Haushalte und Unternehmen ermöglicht.

Nach Angaben der Unternehmen betreiben wettbewerbliche Messstellenbetreiber derzeit mehr als 15 Prozent aller intelligenten Messsysteme in Deutschland. Zudem seien bereits Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe getätigt worden. In den kommenden drei Jahren hätten sich die Anbieter verpflichtet, rund fünf Millionen weitere intelligente Messsysteme zu installieren.

Neben steigenden Installationszahlen verweisen die Unterzeichner auf die digitale Kompetenz der wettbewerblichen Anbieter. Diese trage zu effizienteren Rollout-Prozessen und zu bundesweit einheitlichen digitalen Standards bei. Zugleich unterstützten wettbewerbliche Messstellenbetreiber Stadtwerke und grundzuständige Messstellenbetreiber, die häufig nicht über ausreichende finanzielle oder personelle Ressourcen für einen schnellen Hochlauf verfügten.

Darüber hinaus sei der wettbewerbliche Messstellenbetrieb nach Einschätzung der Unternehmen zu einem wichtigen Partner für zahlreiche Geschäftsmodelle der Energiewende geworden. Durch ihre Flexibilität und Skalierbarkeit könnten die Anbieter bundesweit mit Herstellern und Anbietern von Wärmepumpen, Photovoltaik- und Speicherlösungen, Ladeinfrastruktur, E-Mobilitätsdiensten sowie mit Anbietern von Mieterstrommodellen zusammenarbeiten.

Die Unternehmen betonen zudem die Möglichkeit, intelligente Messsysteme auf freiwilliger Basis und auf Kundenwunsch zu installieren. Dies ermögliche einen schnelleren und stärker kundenorientierten Rollout und erleichtere es Bürgerinnen und Bürgern, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen.

„Der Rollout hat endlich an Fahrt gewonnen – jetzt kommt es darauf an, den regulatorischen Rahmen nicht erneut grundlegend zu verändern. Was wir wirklich benötigen, sind Verlässlichkeit und Planungssicherheit“, so Mario Kohle, CEO von Enpal. Und Matthias Hartmann, CEO von Techem Energy Services, fügt hinzu, es sei strategisch richtig gewesen, den Messmarkt zu liberalisieren. „Den Wettbewerb jetzt zu beschneiden, wäre absurd und kontraproduktiv.“

Mittwoch, 17.12.2025, 17:22 Uhr
Fritz Wilhelm

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