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Energie & Management > Kernkraft - Tschernobyl-Heimatland will viele neue Meiler bauen
Quelle: Shutterstock / lassedesignen
Kernkraft

Tschernobyl-Heimatland will viele neue Meiler bauen

Die Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986 jährt sich am 26. April. Kurz vor dem Jahrestag spricht sich Kiew für einen Ausbau der Kernkraft aus. Auch in Tschechien geht Kernkraft voran.
Kurz vor dem 40. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl hat die Ukraine einen massiven Ausbau der Atomenergie angekündigt. „Unser Ziel ist eine Nennleistung von 25.000 MW an Atomenergieerzeugung bis 2050“, schrieb Energieminister Denys Schmyhal auf seinem Telegramkanal. Das Atomkraftwerk Chmelnyzkyj in der Westukraine soll dabei zusätzlich zu den in Betrieb befindlichen zwei Reaktoren vier weitere erhalten. Die Steigerung der Atomenergieproduktion bilde die „Grundlage der neuen Energiearchitektur der Ukraine“, fügte er hinzu. 

Ein Ausbau auf 25.000 MW entspricht dabei fast einer Verdopplung der vorhandenen Kapazitäten. Aktuell könnten in der Ukraine vier Atomkraftwerke mit 15 Reaktoren sowjetischer Bauart und einer Nennleistung von mehr als 13.000 MW Strom liefern. Zuletzt wurden 2004 in den AKW Riwne und Chmelnyzkyj neue Blöcke in Betrieb genommen. Der älteste Reaktor läuft seit 1980.

Das mit einer Nennleistung von 6.000 MW größte Atomkraftwerk Europas im Gebiet Saporischschja ist jedoch seit 2022 von russischen Truppen besetzt. Diese sechs Reaktoren liegen aus Sicherheitsgründen still. 

Atomkraftwerke im Krieg bislang nicht direkt angegriffen 

Am 26. April 1986 explodierte in der Nordukraine der Reaktor Nummer vier des damals sowjetischen Atomkraftwerks Tschernobyl. Seitdem sind große Landstriche der Ukraine und der Nachbarstaaten Belarus und Russland radioaktiv belastet. Mehr als 100.000 Menschen mussten zwangsumgesiedelt werden. Experten gehen von Zehntausenden Todesfällen aus. 

Seit 2022 wehrt sich die Ukraine gegen eine russische Invasion. Moskau versucht, mit Drohnen- und Raketenangriffen auf Energieanlagen die Stromversorgung des Landes zu stören. Die Atomkraftwerke wurden bisher nicht direkt angegriffen. Es gab jedoch mehrfach Einschläge bei nahen Umspannwerken, weshalb Kernreaktoren heruntergefahren werden mussten.

Tinte trocken in Tschechien

In Tschechien schreiten die Pläne für den Bau von kleinen Atomreaktoren voran. Vertreter des teilstaatlichen Energiekonzerns Cez und der britischen Firma Rolls-Royce SMR unterzeichneten nun Verträge über die Vorbereitungen für Entwicklung und Bau der neuen Mini-AKW (Small Modular Reactors). Ein erstes Testprojekt soll am Standort Temelin entstehen, knapp 60 Kilometer von der Grenze zu Bayern entfernt.
 

Freitag, 24.04.2026, 17:58 Uhr
dpa
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Tschernobyl-Heimatland will viele neue Meiler bauen
Die Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986 jährt sich am 26. April. Kurz vor dem Jahrestag spricht sich Kiew für einen Ausbau der Kernkraft aus. Auch in Tschechien geht Kernkraft voran.
Kurz vor dem 40. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl hat die Ukraine einen massiven Ausbau der Atomenergie angekündigt. „Unser Ziel ist eine Nennleistung von 25.000 MW an Atomenergieerzeugung bis 2050“, schrieb Energieminister Denys Schmyhal auf seinem Telegramkanal. Das Atomkraftwerk Chmelnyzkyj in der Westukraine soll dabei zusätzlich zu den in Betrieb befindlichen zwei Reaktoren vier weitere erhalten. Die Steigerung der Atomenergieproduktion bilde die „Grundlage der neuen Energiearchitektur der Ukraine“, fügte er hinzu. 

Ein Ausbau auf 25.000 MW entspricht dabei fast einer Verdopplung der vorhandenen Kapazitäten. Aktuell könnten in der Ukraine vier Atomkraftwerke mit 15 Reaktoren sowjetischer Bauart und einer Nennleistung von mehr als 13.000 MW Strom liefern. Zuletzt wurden 2004 in den AKW Riwne und Chmelnyzkyj neue Blöcke in Betrieb genommen. Der älteste Reaktor läuft seit 1980.

Das mit einer Nennleistung von 6.000 MW größte Atomkraftwerk Europas im Gebiet Saporischschja ist jedoch seit 2022 von russischen Truppen besetzt. Diese sechs Reaktoren liegen aus Sicherheitsgründen still. 

Atomkraftwerke im Krieg bislang nicht direkt angegriffen 

Am 26. April 1986 explodierte in der Nordukraine der Reaktor Nummer vier des damals sowjetischen Atomkraftwerks Tschernobyl. Seitdem sind große Landstriche der Ukraine und der Nachbarstaaten Belarus und Russland radioaktiv belastet. Mehr als 100.000 Menschen mussten zwangsumgesiedelt werden. Experten gehen von Zehntausenden Todesfällen aus. 

Seit 2022 wehrt sich die Ukraine gegen eine russische Invasion. Moskau versucht, mit Drohnen- und Raketenangriffen auf Energieanlagen die Stromversorgung des Landes zu stören. Die Atomkraftwerke wurden bisher nicht direkt angegriffen. Es gab jedoch mehrfach Einschläge bei nahen Umspannwerken, weshalb Kernreaktoren heruntergefahren werden mussten.

Tinte trocken in Tschechien

In Tschechien schreiten die Pläne für den Bau von kleinen Atomreaktoren voran. Vertreter des teilstaatlichen Energiekonzerns Cez und der britischen Firma Rolls-Royce SMR unterzeichneten nun Verträge über die Vorbereitungen für Entwicklung und Bau der neuen Mini-AKW (Small Modular Reactors). Ein erstes Testprojekt soll am Standort Temelin entstehen, knapp 60 Kilometer von der Grenze zu Bayern entfernt.
 

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