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Energie & Management > Speculantius - Minister(innen) für Wirtschaft haben's auch nicht leicht
Quelle: OpenAI
Speculantius

Minister(innen) für Wirtschaft haben's auch nicht leicht

In der Rubrik „Speculantius“ veröffentlicht die Redaktion für den Markt relevante Gerüchte, Meinungen und unbestätigte Berichte.
Das haben die vergangenen Jahre auf jeden Fall gezeigt: Er hat’s nicht leicht, so ein Wirtschaftsminister. Dass das selbstverständlich auch für eine Wirtschaftsministerin gilt, ist schnell klar geworden. Der eine reißt sich die Beine aus, um Ersatz fürs abgedrehte Russengas zu beschaffen, stolpert dann aber über den Habeck'schen-Heizhammer. Und wird von einem bayerischen Ministerpräsidenten zum schlechtesten Wirtschaftsminister aller Zeiten gekürt. Dabei hätte er, um den zu finden, gar nicht bis ins ferne Berlin spähen, sondern nur mal ums Eck schielen müssen. 

Jetzt also Katherina Reiche. Erst muss sie sich vorwerfen lassen, die erneuerbaren Energien auszubremsen, weil sie sich um die Kosten und um die Stabilität der Netze sorgt. Also, dass gerade sie davon nichts versteht, kann man der ehemaligen Westenergie-Chefin sicher nicht vorwerfen. Aber dann das: Sie sucht sich gerade „strategische Top-Management-Beratung für die Behördenleitung“. Von außen! Wen wundert es da, dass das Gemaule unter den Ministerialbeamten groß ist, traut ihnen die Chefin offenbar sonst keine Großtaten zu. Sollen sie doch froh sein, dass sie jetzt (noch) weniger arbeiten müssen. 

Worum geht es genau? 9.000 Arbeitsstunden pro Jahr sollen zugekauft werden. Da dürften ein paar Millionen Euro zusammenkommen. Andererseits sind wohl im Ministerium viele Führungsposten unbesetzt, auch in den unteren Etagen soll die Personaldecke eher dünn sein. Das wiederum muss nicht zwangsläufig mit der vielfach vermuteten Unbeliebtheit der obersten Chefin bei ihren Mitarbeitern zu tun haben.

Was auch auffällt: dass die als detailversessen bekannte Reiche für eine sehr genaue Definition der ausgeschriebenen externen Leistung gesorgt hat. Dazu gehören Organisationsgestaltung, Prozesssteuerung, Effizienzgewinne, Vorhabenplanung und Unterstützung bei der Bearbeitung prioritärer Themenfelder wie industrielle Transformation, wirtschaftliche Resilienz, Rohstoffsicherheit und Zukunftstechnologien. Also eigentlich alles, was interessant und wichtig ist.

Leidenschaftlicher Disput

Laut dem Spiegel, der zuerst über Reiches umstrittene Pläne berichtet hatte, trifft die Aktion in der Belegschaft des Ministeriums auf reichlich Unverständnis. Die ausgeschriebenen Anforderungen würden das „Herzstück der Verwaltung“ betreffen, heißt es da etwa, von mangelndem Vertrauen in die Expertise der eigenen Belegschaft ist die Rede und davon, dass „Denken ausgelagert wird“. Dass es dazu auch andere Ansichten gibt, liegt auf der Hand. Da ist die Rede von verkrusteten Strukturen in der Behörde, von fehlender Reformbereitschaft und von einem Mangel an neuen und frischen Ideen.

Auch auf den Karriereplattformen wird das Thema selbstverständlich leidenschaftlich diskutiert. Ein vielfach angeführtes Argument: Das Personal, das uns durch die größte Energiekrise gebracht und unter einem Minister Robert Habeck hervorragende Arbeit geleistet hat, soll es nicht können? Wobei die Diskussion beim Stichwort Habeck ganz automatisch auf den Namen Reiche zurückkommt und zur Frage, ob das eigentliche Problem des Ministeriums nicht seine oberste Spitze ist und diese nicht das Kernproblem darstellt, das ausgelagert gehört.

Oder ob Reiche die Ja-Sager in den eigenen Reihen vermisst, wenn es um das Stutzen der Erneuerbaren zugunsten fossiler Energien geht, denen der Umweltgedanke wichtig ist und die nicht Tag und Nacht auf Abruf sind, wenn die Ministerin mal wieder etwas ganz genau wissen will.

Mittwoch, 8.04.2026, 16:15 Uhr
Günter Drewnitzky
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Speculantius
Minister(innen) für Wirtschaft haben's auch nicht leicht
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Das haben die vergangenen Jahre auf jeden Fall gezeigt: Er hat’s nicht leicht, so ein Wirtschaftsminister. Dass das selbstverständlich auch für eine Wirtschaftsministerin gilt, ist schnell klar geworden. Der eine reißt sich die Beine aus, um Ersatz fürs abgedrehte Russengas zu beschaffen, stolpert dann aber über den Habeck'schen-Heizhammer. Und wird von einem bayerischen Ministerpräsidenten zum schlechtesten Wirtschaftsminister aller Zeiten gekürt. Dabei hätte er, um den zu finden, gar nicht bis ins ferne Berlin spähen, sondern nur mal ums Eck schielen müssen. 

Jetzt also Katherina Reiche. Erst muss sie sich vorwerfen lassen, die erneuerbaren Energien auszubremsen, weil sie sich um die Kosten und um die Stabilität der Netze sorgt. Also, dass gerade sie davon nichts versteht, kann man der ehemaligen Westenergie-Chefin sicher nicht vorwerfen. Aber dann das: Sie sucht sich gerade „strategische Top-Management-Beratung für die Behördenleitung“. Von außen! Wen wundert es da, dass das Gemaule unter den Ministerialbeamten groß ist, traut ihnen die Chefin offenbar sonst keine Großtaten zu. Sollen sie doch froh sein, dass sie jetzt (noch) weniger arbeiten müssen. 

Worum geht es genau? 9.000 Arbeitsstunden pro Jahr sollen zugekauft werden. Da dürften ein paar Millionen Euro zusammenkommen. Andererseits sind wohl im Ministerium viele Führungsposten unbesetzt, auch in den unteren Etagen soll die Personaldecke eher dünn sein. Das wiederum muss nicht zwangsläufig mit der vielfach vermuteten Unbeliebtheit der obersten Chefin bei ihren Mitarbeitern zu tun haben.

Was auch auffällt: dass die als detailversessen bekannte Reiche für eine sehr genaue Definition der ausgeschriebenen externen Leistung gesorgt hat. Dazu gehören Organisationsgestaltung, Prozesssteuerung, Effizienzgewinne, Vorhabenplanung und Unterstützung bei der Bearbeitung prioritärer Themenfelder wie industrielle Transformation, wirtschaftliche Resilienz, Rohstoffsicherheit und Zukunftstechnologien. Also eigentlich alles, was interessant und wichtig ist.

Leidenschaftlicher Disput

Laut dem Spiegel, der zuerst über Reiches umstrittene Pläne berichtet hatte, trifft die Aktion in der Belegschaft des Ministeriums auf reichlich Unverständnis. Die ausgeschriebenen Anforderungen würden das „Herzstück der Verwaltung“ betreffen, heißt es da etwa, von mangelndem Vertrauen in die Expertise der eigenen Belegschaft ist die Rede und davon, dass „Denken ausgelagert wird“. Dass es dazu auch andere Ansichten gibt, liegt auf der Hand. Da ist die Rede von verkrusteten Strukturen in der Behörde, von fehlender Reformbereitschaft und von einem Mangel an neuen und frischen Ideen.

Auch auf den Karriereplattformen wird das Thema selbstverständlich leidenschaftlich diskutiert. Ein vielfach angeführtes Argument: Das Personal, das uns durch die größte Energiekrise gebracht und unter einem Minister Robert Habeck hervorragende Arbeit geleistet hat, soll es nicht können? Wobei die Diskussion beim Stichwort Habeck ganz automatisch auf den Namen Reiche zurückkommt und zur Frage, ob das eigentliche Problem des Ministeriums nicht seine oberste Spitze ist und diese nicht das Kernproblem darstellt, das ausgelagert gehört.

Oder ob Reiche die Ja-Sager in den eigenen Reihen vermisst, wenn es um das Stutzen der Erneuerbaren zugunsten fossiler Energien geht, denen der Umweltgedanke wichtig ist und die nicht Tag und Nacht auf Abruf sind, wenn die Ministerin mal wieder etwas ganz genau wissen will.

Mittwoch, 8.04.2026, 16:15 Uhr
Günter Drewnitzky

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