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Die Bundesnetzagentur meldet für 2025 stabile Eingriffe ins Stromnetz bei steigenden Kosten von rund 3,1 Milliarden Euro. Mehr als 96 Prozent des Ökostroms erreichten die Verbraucher.
Netzengpässe haben auch im vergangenen Jahr zu Eingriffen in die Stromerzeugung geführt. Laut der Bundesnetzagentur wurden 3,5 Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung abgeregelt. Damit konnten mehr als 96 Prozent des Stroms aus Wind- und Solaranlagen wie geplant genutzt werden, teilte die Behörde mit. Der Anteil liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres.
Hintergrund der Eingriffe ist der weiterhin ungleichmäßige Ausbau von Erzeugung und Netzinfrastruktur. In den vergangenen Jahren sind vor allem im Norden und Osten Deutschlands zahlreiche Wind- und Photovoltaikanlagen entstanden. Der Ausbau der Stromnetze hält damit nach Angaben der Bundesnetzagentur nicht Schritt. Um Überlastungen zu vermeiden, greifen Netzbetreiber auf das Netzengpassmanagement zurück.
Zentrales Instrument ist der Redispatch. Dabei drosseln Betreiber von Anlagen in überlasteten Netzregionen ihre Einspeisung, während Kraftwerke in weniger belasteten Regionen ihre Produktion erhöhen. Typischerweise betrifft dies Windenergieanlagen im Norden, die heruntergeregelt werden, während konventionelle Kraftwerke im Süden mehr Strom erzeugen.
Vier Prozent mehr Kosten 2025Für diese Eingriffe erhalten sowohl Betreiber erneuerbarer Anlagen als auch konventionelle Kraftwerke finanzielle Ausgleichszahlungen. Die Kosten werden über die Netzentgelte auf die Stromkunden umgelegt. Insgesamt beliefen sich die Kosten für das Netzengpassmanagement im Jahr 2025 auf rund 3,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg um etwa vier Prozent verglichen zum Vorjahr. Im Jahr 2023 lagen die Kosten bei rund 3,4 Milliarden Euro.
Das Volumen der Maßnahmen blieb laut Bundesnetzagentur im Jahresvergleich weitgehend stabil. Die Menge der Redispatch-Eingriffe, bei denen die Einspeisung reduziert wurde, stieg jedoch auf 15,5 Milliarden kWh. Rund 60 Prozent dieses Volumens entfielen auf Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Innerhalb dieser Gruppe nahm insbesondere die Abregelung von Photovoltaikanlagen deutlich zu. Sie lag mit 2,7 Milliarden kWh um rund 94 Prozent über dem Vorjahreswert. Grund dafür sind laut Behörde der starke Zubau von Solaranlagen sowie eine hohe Sonneneinstrahlung im Jahresverlauf.
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Entwicklung des deutschen Redispatches 2022 bis 2025. Zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken Quelle: Smard.de |
Weniger WinkraftabregelungDagegen ging die Abregelung von Offshore-Windenergieanlagen deutlich zurück. Sie sank im Vergleich zu 2024 um rund 27 Prozent. Auch bei Onshore-Windenergie verringerte sich das Volumen leicht. Gleichzeitig zeigt sich eine Verschiebung der Engpassursachen: Während der Großteil der Engpässe weiterhin im Übertragungsnetz entsteht, nimmt der Anteil der Verteilernetze zu. Rund 35 Prozent der Redispatch-Mengen bei erneuerbaren Energien wurden 2025 durch Engpässe in den Verteilnetzen verursacht.
Neben erneuerbaren Anlagen waren auch konventionelle Kraftwerke betroffen. Die Reduzierung ihrer Einspeisung stieg um 21 Prozent auf 6,1 Milliarden kWh. Besonders häufig betroffen waren Braunkohle-, Erdgas- und Steinkohlekraftwerke. Gleichzeitig wurden konventionelle Anlagen häufig hochgefahren, um Engpässe auszugleichen. Insgesamt lag das Volumen dieser Maßnahmen bei 7,7 Milliarden kWh und damit leicht unter dem Vorjahreswert.
Besseres viertes QuartalIm vierten Quartal 2025 ging das Maßnahmenvolumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund neun Prozent zurück. Die Kosten sanken im selben Zeitraum um etwa 18 Prozent auf rund 885 Millionen Euro. Diese Entwicklung führt die Bundesnetzagentur unter anderem auf geringere Eingriffe bei Offshore-Windanlagen zurück.
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) plant unterdessen Änderungen bei der Steuerung des Ausbaus. Laut eines Referentenentwurfes sollen neue Wind- und Solarparks in besonders belasteten Netzgebieten künftig keine Entschädigung mehr erhalten, wenn ihre Einspeisung reduziert wird. Ziel ist es laut Ministerium, den Ausbau von Erzeugung und Netzen besser aufeinander abzustimmen und die Kosten zu begrenzen. Umweltverbände sowie Vertreter der Erneuerbaren-Branche kritisieren die Pläne (wir berichteten).
Die Daten zu den
Redispatchkosten 2025 stehen im Internet bereit.
Dienstag, 31.03.2026, 11:27 Uhr
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