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Energie & Management > Wasserstoff - Kooperation soll Wasserstoffwirtschaft voranbringen
Quelle: Shutterstock / petrmalinak
Wasserstoff

Kooperation soll Wasserstoffwirtschaft voranbringen

EWE will zusammen mit den Gasnetzbetreibern das Thema Wasserstoff voranbringen. Im Mittelpunkt steht das Projekt „Flow – making hydrogen happen“.
Der Energiedienstleister und Speicherbetreiber EWE ist dem Kooperationsprojekt der Gastransportnetzbetreiber Gascade, Ontras und Terranets BW als Partner mit Erfahrungen bei der Wasserstoff-Speicherung beigetreten. Ziel einer Vereinbarung, die jetzt unterzeichnet wurde, ist es, die Aktivitäten stärker zu koordinieren und gemeinsam den Hochlauf einer Wasserstoff-Wirtschaft voranzutreiben.

„Die nationale Wasserstoff-Strategie der Bundesregierung verdeutlicht die Wichtigkeit des Energieträgers Wasserstoff. Jetzt heißt es dranbleiben und die Strategie mit Leben zu füllen, für eine klimaneutrale Energiezukunft“, erklärte dazu Peter Schmidt, Geschäftsführer der EWE Gasspeicher GmbH. Um Wasserstoff-Aktivitäten gemeinsam voranzubringen, seien das koordinierte Vorgehen der relevanten Player und ein großes Branchen-Netzwerk erforderlich. In dem Zusammenhang nannte er das Projekt „Flow – making hydrogen happen“, ein leistungsstarkes Pipeline-System für CO2-neutralen Wasserstoff, das von der Ostsee bis in den Südwesten Deutschlands verläuft.

Infrastrukturen zu etablieren, ist Schmidt zufolge die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Wasserstoff-Markthochlauf. Neben dem Kernnetz spielten dabei Wasserstoff-Speicher eine zentrale Rolle. Sie leisteten einen entscheidenden Beitrag zur Liefersicherheit für Kunden und zur Systemstabilität, vor allem in einem künftig stark auf erneuerbare Energien ausgelegten Energiesystem.

Studien mit Langfristszenarien prognostizieren hier sehr hohe Speicherbedarfe, die neben einer sorgfältig geplanten Umrüstung von unterirdischen Bestandskavernen auch den Kavernenneubau notwendig machen. „Wir stehen bereit, benötigen jedoch einen verlässlichen regulatorischen und finanziellen Rahmen, um entsprechende Projekte umsetzen zu können“, betonte Schmidt.

Tests mit Wasserstoff im Speicher Rüdersdorf

EWE ist in verschiedenen Projekten entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette aktiv, so auch in Rüdersdorf bei Berlin. Dort testet das Unternehmen aktuell einen unterirdischen Kavernenspeicher, um den Nachweis zu erbringen, dass Wasserstoff sicher in Salzkavernen gelagert werden kann. Dafür hat EWE nach eigenen Angaben den ersten kleinskaligen Untertage-Wasserstoff-Speicher gebaut und die Dichtheit des Systems nachgewiesen. Seit Ende 2023 finden umfangreiche Tests für den Betrieb der hausgroßen Wasserstoff-Kaverne statt, als wichtiger Schritt für die Übertragbarkeit auf große Kavernenspeicher mit dem 1.000-fachen Volumen. „Insgesamt wäre das die Basis, aus erneuerbaren Energien erzeugten Wasserstoff in großen Mengen speicherfähig und bedarfsgerecht nutzbar zu machen – für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung“, so Schmidt.

Zum Gasspeicherstandort Rüdersdorf erklärte er: „Neben der Nähe zum geplanten Kernnetz und zur Metropolregion Berlin, ist es der nächstgelegene Speicher für Import- und Erzeugungsprojekte rund um Lubmin. Nicht zuletzt aus diesem Grund treten wir der Initiative ‚Flow – making hydrogen happen‘ bei, die den entsprechenden Transportkorridor von Lubmin über Berlin bis nach Bayern und Baden-Württemberg umfasst“, erläuterte Schmidt.

Umstellung von Erdgasleitungen hat Vorrang

Ulrich Benterbusch, Geschäftsführer des Gastransportnetzbetreibers Gascade betonte: „Wasserstoff-Speicher sind ein unabdingbarer Bestandteil der zukünftigen Wasserstoff-Infrastruktur, um ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit und Systemstabilität zu gewährleisten. Damit ausreichend Wasserstoff-Speicherkapazitäten im Einklang mit dem Aufbau des Kernnetzes zur Verfügung stehen können, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen.“ Wichtig sei es, Aktivitäten zu bündeln und das politisch gewollte Gesellschaftsziel der Dekarbonisierung voranzutreiben.

Ziel des Partnerverbunds „Flow – making hydrogen happen“ ist es, so Benterbusch, Deutschland über die Infrastruktur an internationale Wasserstoff-Märkte anzubinden und damit Bezugsmöglichkeiten für große Mengen Wasserstoff zu eröffnen. „Die Umstellung von Erdgasleitungen auf den Transport von Wasserstoff hat für uns Vorrang, denn nur so können wir dem Markt schon im kommenden Jahr, also ab 2025, Transportkapazitäten anbieten.“ Bei rund 90 Prozent des rund 1.100 Kilometer langen Pipeline-Systems handele es sich um umgestellte Leitungen.

Zusätzliche Versorgungssicherheit kann nach der Überzeugung von Benterbusch mit der Erschließung internationaler Importrouten und der Anbindung an das europäische Wasserstoff-Kernnetz (European Hydrogen Backbone) geschaffen werden.

Montag, 12.02.2024, 16:09 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Wasserstoff - Kooperation soll Wasserstoffwirtschaft voranbringen
Quelle: Shutterstock / petrmalinak
Wasserstoff
Kooperation soll Wasserstoffwirtschaft voranbringen
EWE will zusammen mit den Gasnetzbetreibern das Thema Wasserstoff voranbringen. Im Mittelpunkt steht das Projekt „Flow – making hydrogen happen“.
Der Energiedienstleister und Speicherbetreiber EWE ist dem Kooperationsprojekt der Gastransportnetzbetreiber Gascade, Ontras und Terranets BW als Partner mit Erfahrungen bei der Wasserstoff-Speicherung beigetreten. Ziel einer Vereinbarung, die jetzt unterzeichnet wurde, ist es, die Aktivitäten stärker zu koordinieren und gemeinsam den Hochlauf einer Wasserstoff-Wirtschaft voranzutreiben.

„Die nationale Wasserstoff-Strategie der Bundesregierung verdeutlicht die Wichtigkeit des Energieträgers Wasserstoff. Jetzt heißt es dranbleiben und die Strategie mit Leben zu füllen, für eine klimaneutrale Energiezukunft“, erklärte dazu Peter Schmidt, Geschäftsführer der EWE Gasspeicher GmbH. Um Wasserstoff-Aktivitäten gemeinsam voranzubringen, seien das koordinierte Vorgehen der relevanten Player und ein großes Branchen-Netzwerk erforderlich. In dem Zusammenhang nannte er das Projekt „Flow – making hydrogen happen“, ein leistungsstarkes Pipeline-System für CO2-neutralen Wasserstoff, das von der Ostsee bis in den Südwesten Deutschlands verläuft.

Infrastrukturen zu etablieren, ist Schmidt zufolge die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Wasserstoff-Markthochlauf. Neben dem Kernnetz spielten dabei Wasserstoff-Speicher eine zentrale Rolle. Sie leisteten einen entscheidenden Beitrag zur Liefersicherheit für Kunden und zur Systemstabilität, vor allem in einem künftig stark auf erneuerbare Energien ausgelegten Energiesystem.

Studien mit Langfristszenarien prognostizieren hier sehr hohe Speicherbedarfe, die neben einer sorgfältig geplanten Umrüstung von unterirdischen Bestandskavernen auch den Kavernenneubau notwendig machen. „Wir stehen bereit, benötigen jedoch einen verlässlichen regulatorischen und finanziellen Rahmen, um entsprechende Projekte umsetzen zu können“, betonte Schmidt.

Tests mit Wasserstoff im Speicher Rüdersdorf

EWE ist in verschiedenen Projekten entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette aktiv, so auch in Rüdersdorf bei Berlin. Dort testet das Unternehmen aktuell einen unterirdischen Kavernenspeicher, um den Nachweis zu erbringen, dass Wasserstoff sicher in Salzkavernen gelagert werden kann. Dafür hat EWE nach eigenen Angaben den ersten kleinskaligen Untertage-Wasserstoff-Speicher gebaut und die Dichtheit des Systems nachgewiesen. Seit Ende 2023 finden umfangreiche Tests für den Betrieb der hausgroßen Wasserstoff-Kaverne statt, als wichtiger Schritt für die Übertragbarkeit auf große Kavernenspeicher mit dem 1.000-fachen Volumen. „Insgesamt wäre das die Basis, aus erneuerbaren Energien erzeugten Wasserstoff in großen Mengen speicherfähig und bedarfsgerecht nutzbar zu machen – für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung“, so Schmidt.

Zum Gasspeicherstandort Rüdersdorf erklärte er: „Neben der Nähe zum geplanten Kernnetz und zur Metropolregion Berlin, ist es der nächstgelegene Speicher für Import- und Erzeugungsprojekte rund um Lubmin. Nicht zuletzt aus diesem Grund treten wir der Initiative ‚Flow – making hydrogen happen‘ bei, die den entsprechenden Transportkorridor von Lubmin über Berlin bis nach Bayern und Baden-Württemberg umfasst“, erläuterte Schmidt.

Umstellung von Erdgasleitungen hat Vorrang

Ulrich Benterbusch, Geschäftsführer des Gastransportnetzbetreibers Gascade betonte: „Wasserstoff-Speicher sind ein unabdingbarer Bestandteil der zukünftigen Wasserstoff-Infrastruktur, um ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit und Systemstabilität zu gewährleisten. Damit ausreichend Wasserstoff-Speicherkapazitäten im Einklang mit dem Aufbau des Kernnetzes zur Verfügung stehen können, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen.“ Wichtig sei es, Aktivitäten zu bündeln und das politisch gewollte Gesellschaftsziel der Dekarbonisierung voranzutreiben.

Ziel des Partnerverbunds „Flow – making hydrogen happen“ ist es, so Benterbusch, Deutschland über die Infrastruktur an internationale Wasserstoff-Märkte anzubinden und damit Bezugsmöglichkeiten für große Mengen Wasserstoff zu eröffnen. „Die Umstellung von Erdgasleitungen auf den Transport von Wasserstoff hat für uns Vorrang, denn nur so können wir dem Markt schon im kommenden Jahr, also ab 2025, Transportkapazitäten anbieten.“ Bei rund 90 Prozent des rund 1.100 Kilometer langen Pipeline-Systems handele es sich um umgestellte Leitungen.

Zusätzliche Versorgungssicherheit kann nach der Überzeugung von Benterbusch mit der Erschließung internationaler Importrouten und der Anbindung an das europäische Wasserstoff-Kernnetz (European Hydrogen Backbone) geschaffen werden.

Montag, 12.02.2024, 16:09 Uhr
Gnter Drewnitzky

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