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Energie & Management > Klimaschutz - Klimaschutz bleibt mehrheitsfähig
Quelle: Shutterstock / Black Salmon
Klimaschutz

Klimaschutz bleibt mehrheitsfähig

Die wirtschaftliche Lage war 2025 für die Menschen in Deutschland erstmals dringlicher als der Klimawandel. Dennoch befürworten rund 88 Prozent den Ausbau erneuerbarer Energien.
Die wirtschaftliche Lage hat den Klimawandel 2025 erstmals als wichtigstes gesellschaftliches Problem abgelöst. Das zeigt eine Auswertung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen. Die Untersuchung ist Teil des von der Eon Foundation geförderten „Sozialökologischen Panels“, das seit 2021 jährlich Einstellungen der Bevölkerung zu Klimaschutz und Energiewende erfasst.

Nach Angaben des RWI nannten 37 Prozent der Befragten 2025 die wirtschaftliche Lage als eines der beiden wichtigsten Probleme in Deutschland. Das Thema Umwelt und Klimawandel folgte mit 31,8 Prozent. 2021 hatten noch 59,3 Prozent den Klimawandel zu den beiden wichtigsten Problemen gezählt. Die internationale Sicherheitslage kam 2025 auf 29,4 Prozent, die Inflation auf 21,4 Prozent. Einwanderung nannten 19,1 Prozent.

Die geringere wahrgenommene Dringlichkeit des Klimawandels geht laut RWI allerdings nicht mit einer stärkeren Ablehnung des Klimaschutzes einher. 93,9 Prozent der Befragten glaubten 2025, dass der Klimawandel existiert. 72,4 Prozent hielten ihn für menschengemacht. Beide Werte bewegten sich seit Beginn des Panels auf einem konstant hohen Niveau.

Hohe Zustimmung zur Energiewende

Auch die Zustimmung zu konkreten Maßnahmen der Energiewende blieb hoch. Den Ausbau erneuerbarer Energien befürworteten 88,6 Prozent der Befragten. Beim Ausbau der überregionalen Stromnetze lag die Zustimmung bei 88 Prozent. Damit stieg dieser Wert seit 2021 um knapp 17 Prozentpunkte.

Beim Kohleausstieg lag die Zustimmung 2025 bei 77,7 Prozent. Den Ausstieg aus der Kernenergie hielten dagegen 58,1 Prozent für richtig. Nach einem Rückgang zwischen 2022 und 2024 erreichte die Zustimmung damit wieder das Niveau von 2021. Gleichzeitig ist die Bereitschaft gesunken, wirtschaftliche Einbußen für den Klimaschutz hinzunehmen. 2025 befürworteten dies noch 51,8 Prozent. 2022 waren es laut RWI 64,7 Prozent.
 
Umfrageergebnisse zur Energiewende
Für Vollbild auf die Grafik klicken
Quelle: Eon Foundation

CO2-Steuer-Verwendung im Umbruch

Bei der Verwendung der Einnahmen aus der CO2-Bepreisung bevorzugten die Befragten den Ausbau erneuerbarer Energien. 84,4 Prozent sprachen sich dafür aus. Auf Platz zwei folgte die Senkung der Netzentgelte mit 66,7 Prozent. Eine jährliche Pro-Kopf-Rückzahlung, das sogenannte Klimageld, befürworteten 43,3 Prozent. Damit lag die Zustimmung deutlich über dem Wert von 2022, als sie 30,1 Prozent betrug.

RWI-Energieexperte Manuel Frondel sieht darin eine Verschiebung der politischen Prioritäten. 2021 hätten rund 60 Prozent der Befragten Umwelt und Klimawandel als eines der beiden wichtigsten Probleme genannt, 2025 seien es noch knapp 32 Prozent gewesen. Gleichzeitig habe sich der Anteil derjenigen, die die wirtschaftliche Lage nannten, von etwa 15 auf 37 Prozent mehr als verdoppelt.

Frondel leitet daraus einen Handlungsbedarf für die Politik ab. Sie sollte nach seiner Einschätzung Wirtschaftsreformen beschließen und Klimaschutz mit wirtschaftlicher Entlastung verbinden. Als Beispiel nennt er eine Senkung der Stromsteuer für private Haushalte auf das EU-weite Minimum.

Auch Stephan Muschick, Geschäftsführer der Eon Foundation, sieht die Ergebnisse nicht als grundsätzlichen Gegensatz zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Entwicklung. „Die hohe Zustimmung zur Energiewende ist ermutigend“, kommentierte er. Zugleich zeige die Untersuchung, dass die Bevölkerung Klimaschutz nicht bedingungslos mittrage. Für eine langfristige Akzeptanz müsse der Wandel fair gestaltet werden und den Menschen auch wirtschaftliche Vorteile bringen.

Für die Auswertung analysierte das RWI die Antworten von 3.224 Personen aus dem forsa.omninet-Panel, die an allen fünf Erhebungswellen des Sozialökologischen Panels von 2021 bis 2025 teilgenommen hatten. Die Befragung für 2025 fand vom 23. Oktober bis 12. November statt. Die Ergebnisse wurden laut RWI nach Bundesland, Region, Alter und Geschlecht bevölkerungsrepräsentativ gewichtet.

Weitere Umfrageergebnisse der Eon-Stiftung zum Klimaschutz stehen im Internet bereit. (sh)

Donnerstag, 27.08.2026, 15:05 Uhr
Susanne Harmsen
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Klimaschutz bleibt mehrheitsfähig
Die wirtschaftliche Lage war 2025 für die Menschen in Deutschland erstmals dringlicher als der Klimawandel. Dennoch befürworten rund 88 Prozent den Ausbau erneuerbarer Energien.
Die wirtschaftliche Lage hat den Klimawandel 2025 erstmals als wichtigstes gesellschaftliches Problem abgelöst. Das zeigt eine Auswertung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen. Die Untersuchung ist Teil des von der Eon Foundation geförderten „Sozialökologischen Panels“, das seit 2021 jährlich Einstellungen der Bevölkerung zu Klimaschutz und Energiewende erfasst.

Nach Angaben des RWI nannten 37 Prozent der Befragten 2025 die wirtschaftliche Lage als eines der beiden wichtigsten Probleme in Deutschland. Das Thema Umwelt und Klimawandel folgte mit 31,8 Prozent. 2021 hatten noch 59,3 Prozent den Klimawandel zu den beiden wichtigsten Problemen gezählt. Die internationale Sicherheitslage kam 2025 auf 29,4 Prozent, die Inflation auf 21,4 Prozent. Einwanderung nannten 19,1 Prozent.

Die geringere wahrgenommene Dringlichkeit des Klimawandels geht laut RWI allerdings nicht mit einer stärkeren Ablehnung des Klimaschutzes einher. 93,9 Prozent der Befragten glaubten 2025, dass der Klimawandel existiert. 72,4 Prozent hielten ihn für menschengemacht. Beide Werte bewegten sich seit Beginn des Panels auf einem konstant hohen Niveau.

Hohe Zustimmung zur Energiewende

Auch die Zustimmung zu konkreten Maßnahmen der Energiewende blieb hoch. Den Ausbau erneuerbarer Energien befürworteten 88,6 Prozent der Befragten. Beim Ausbau der überregionalen Stromnetze lag die Zustimmung bei 88 Prozent. Damit stieg dieser Wert seit 2021 um knapp 17 Prozentpunkte.

Beim Kohleausstieg lag die Zustimmung 2025 bei 77,7 Prozent. Den Ausstieg aus der Kernenergie hielten dagegen 58,1 Prozent für richtig. Nach einem Rückgang zwischen 2022 und 2024 erreichte die Zustimmung damit wieder das Niveau von 2021. Gleichzeitig ist die Bereitschaft gesunken, wirtschaftliche Einbußen für den Klimaschutz hinzunehmen. 2025 befürworteten dies noch 51,8 Prozent. 2022 waren es laut RWI 64,7 Prozent.
 
Umfrageergebnisse zur Energiewende
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Quelle: Eon Foundation

CO2-Steuer-Verwendung im Umbruch

Bei der Verwendung der Einnahmen aus der CO2-Bepreisung bevorzugten die Befragten den Ausbau erneuerbarer Energien. 84,4 Prozent sprachen sich dafür aus. Auf Platz zwei folgte die Senkung der Netzentgelte mit 66,7 Prozent. Eine jährliche Pro-Kopf-Rückzahlung, das sogenannte Klimageld, befürworteten 43,3 Prozent. Damit lag die Zustimmung deutlich über dem Wert von 2022, als sie 30,1 Prozent betrug.

RWI-Energieexperte Manuel Frondel sieht darin eine Verschiebung der politischen Prioritäten. 2021 hätten rund 60 Prozent der Befragten Umwelt und Klimawandel als eines der beiden wichtigsten Probleme genannt, 2025 seien es noch knapp 32 Prozent gewesen. Gleichzeitig habe sich der Anteil derjenigen, die die wirtschaftliche Lage nannten, von etwa 15 auf 37 Prozent mehr als verdoppelt.

Frondel leitet daraus einen Handlungsbedarf für die Politik ab. Sie sollte nach seiner Einschätzung Wirtschaftsreformen beschließen und Klimaschutz mit wirtschaftlicher Entlastung verbinden. Als Beispiel nennt er eine Senkung der Stromsteuer für private Haushalte auf das EU-weite Minimum.

Auch Stephan Muschick, Geschäftsführer der Eon Foundation, sieht die Ergebnisse nicht als grundsätzlichen Gegensatz zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Entwicklung. „Die hohe Zustimmung zur Energiewende ist ermutigend“, kommentierte er. Zugleich zeige die Untersuchung, dass die Bevölkerung Klimaschutz nicht bedingungslos mittrage. Für eine langfristige Akzeptanz müsse der Wandel fair gestaltet werden und den Menschen auch wirtschaftliche Vorteile bringen.

Für die Auswertung analysierte das RWI die Antworten von 3.224 Personen aus dem forsa.omninet-Panel, die an allen fünf Erhebungswellen des Sozialökologischen Panels von 2021 bis 2025 teilgenommen hatten. Die Befragung für 2025 fand vom 23. Oktober bis 12. November statt. Die Ergebnisse wurden laut RWI nach Bundesland, Region, Alter und Geschlecht bevölkerungsrepräsentativ gewichtet.

Weitere Umfrageergebnisse der Eon-Stiftung zum Klimaschutz stehen im Internet bereit. (sh)

Donnerstag, 27.08.2026, 15:05 Uhr
Susanne Harmsen

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