E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Vertrieb - Aus für Preisbremsen hätte nur geringe Folgen
Quelle: Pixabay / Stefan Schweihofer
Vertrieb

Aus für Preisbremsen hätte nur geringe Folgen

Nach dem Urteil des Verfassungsgerichts zu den Klimafonds-Geldern sperrt der Finanzminister die Mittel für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds. Auch die Preisbremsen sind betroffen.
Verbraucher sollten sich jetzt nicht mehr auf finanzielle Unterstützung durch den Staat bei den Energiepreisen verlassen, warnt Check 24. Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei dem Vergleichsportal: „Sollte die Bundesregierung die Verlängerung der Preisbremsen und vor allem die Stabilisierung der Netznutzungsentgelte nicht mehr finanzieren können, würden die Energiepreise zu Beginn des Jahres nochmal deutlich steigen.“

Check 24 hat Berechnungen angestellt, inwieweit Verbraucher betroffen sein könnten und kommt zu folgenden Ergebnissen:

Strom:
  • Die staatliche Unterstützung von 4,5 Milliarden Euro soll die Steigerung der Netznutzungsentgelte für 2024 abfedern. Dennoch steigen die Netzentgelte beim Strom im kommenden Jahr um durchschnittlich 11 Prozent. Das sind Mehrkosten von 47 Euro für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh Strom.
  • Entfällt diese staatliche Unterstützung, könnten die Netzentgelte für Verbraucher noch weiter steigen. Ein Musterhaushalt hat dann zusätzliche Kosten von 46 Euro. Insgesamt würden die Netzentgelte für Strom 2024 so um fast 100 Euro für eine Familie steigen.
  • Stromkunden könnten sich durch die Verlängerung der Strompreisbremsen um drei Monate nur über eine kleine Entlastung freuen. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh würde durch die Verlängerung der Preisbremse bis Ende März 2024 um 13 Euro entlastet. Fällt die Preisbremse weg, würde der Haushalt im kommenden Jahr 1.897 Euro zahlen. Mit Bremse liegen die Kosten bei 1.884 Euro.
  • Verbraucher in der Grundversorgung würden am meisten von der Verlängerung profitieren, da dort viele Tarife noch über der Strompreisbremse liegen. Sie würden durchschnittlich um 34 Euro entlastet.
  • Sollten die Strompreise im Winter steigen, würde die Entlastung durch die Strompreisbremse natürlich deutlich höher ausfallen.​
Gas:
  • Eine Verlängerung der Gaspreisbremse um drei Monate entlastet die Verbraucher durchschnittlich um 38 Euro. Ein Musterhaushalt (Familie) würde ohne Preisbremse im kommenden Jahr im Schnitt 2.239 Euro netto für 20.000 kWh Gas zahlen. Durch die Deckelung des Gaspreises bis Ende März hat die Familie nur 2.201 Euro an Gaskosten. Inklusive der Mehrwertsteuer liegt die Entlastung bei 44 Euro im Jahr.
  • Die Bundesregierung will allerdings auch die Mehrwertsteuer auf Gas ab März 2024 wieder anheben. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer für Gas von 7 auf 19 Prozent lässt die Gaskosten stark steigen. Der Musterhaushalt hätte bei 7 Prozent Mehrwertsteuer und einer Preisbremse bis Ende März Gaskosten von durchschnittlich 2.355 Euro im Jahr. Diese Kosten steigen aufgrund der Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf 2.576 Euro jährlich.
  • Würde die Gaspreisbremse nicht verlängert, hätte ein Musterhaushalt im kommenden Jahr aufgrund der höheren Mehrwertsteuer ab März Mehrkosten von 220 Euro im Jahr. Eine Verlängerung der Gaspreisbremse bis Ende März würde die Kosten auf 176 Euro jährlich minimieren.
  • Steigen die Gaspreise im Winter an, so würde die Entlastung durch die Gaspreisbremse für Verbraucher auch hier deutlich höher ausfallen.
Suttner weist im Zusammenhang mit den zu erwartenden Mehrkosten beim Gas darauf hin, dass bei fast allen alternativen Anbietern derzeit die Preise so günstig sind, dass die Gaspreisbremse nicht mehr greift. Ein Anbieterwechsel könne hier eine Ersparnis von im Schnitt 1.011 Euro bringen.

Mittwoch, 22.11.2023, 16:07 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Vertrieb - Aus für Preisbremsen hätte nur geringe Folgen
Quelle: Pixabay / Stefan Schweihofer
Vertrieb
Aus für Preisbremsen hätte nur geringe Folgen
Nach dem Urteil des Verfassungsgerichts zu den Klimafonds-Geldern sperrt der Finanzminister die Mittel für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds. Auch die Preisbremsen sind betroffen.
Verbraucher sollten sich jetzt nicht mehr auf finanzielle Unterstützung durch den Staat bei den Energiepreisen verlassen, warnt Check 24. Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei dem Vergleichsportal: „Sollte die Bundesregierung die Verlängerung der Preisbremsen und vor allem die Stabilisierung der Netznutzungsentgelte nicht mehr finanzieren können, würden die Energiepreise zu Beginn des Jahres nochmal deutlich steigen.“

Check 24 hat Berechnungen angestellt, inwieweit Verbraucher betroffen sein könnten und kommt zu folgenden Ergebnissen:

Strom:
  • Die staatliche Unterstützung von 4,5 Milliarden Euro soll die Steigerung der Netznutzungsentgelte für 2024 abfedern. Dennoch steigen die Netzentgelte beim Strom im kommenden Jahr um durchschnittlich 11 Prozent. Das sind Mehrkosten von 47 Euro für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh Strom.
  • Entfällt diese staatliche Unterstützung, könnten die Netzentgelte für Verbraucher noch weiter steigen. Ein Musterhaushalt hat dann zusätzliche Kosten von 46 Euro. Insgesamt würden die Netzentgelte für Strom 2024 so um fast 100 Euro für eine Familie steigen.
  • Stromkunden könnten sich durch die Verlängerung der Strompreisbremsen um drei Monate nur über eine kleine Entlastung freuen. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh würde durch die Verlängerung der Preisbremse bis Ende März 2024 um 13 Euro entlastet. Fällt die Preisbremse weg, würde der Haushalt im kommenden Jahr 1.897 Euro zahlen. Mit Bremse liegen die Kosten bei 1.884 Euro.
  • Verbraucher in der Grundversorgung würden am meisten von der Verlängerung profitieren, da dort viele Tarife noch über der Strompreisbremse liegen. Sie würden durchschnittlich um 34 Euro entlastet.
  • Sollten die Strompreise im Winter steigen, würde die Entlastung durch die Strompreisbremse natürlich deutlich höher ausfallen.​
Gas:
  • Eine Verlängerung der Gaspreisbremse um drei Monate entlastet die Verbraucher durchschnittlich um 38 Euro. Ein Musterhaushalt (Familie) würde ohne Preisbremse im kommenden Jahr im Schnitt 2.239 Euro netto für 20.000 kWh Gas zahlen. Durch die Deckelung des Gaspreises bis Ende März hat die Familie nur 2.201 Euro an Gaskosten. Inklusive der Mehrwertsteuer liegt die Entlastung bei 44 Euro im Jahr.
  • Die Bundesregierung will allerdings auch die Mehrwertsteuer auf Gas ab März 2024 wieder anheben. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer für Gas von 7 auf 19 Prozent lässt die Gaskosten stark steigen. Der Musterhaushalt hätte bei 7 Prozent Mehrwertsteuer und einer Preisbremse bis Ende März Gaskosten von durchschnittlich 2.355 Euro im Jahr. Diese Kosten steigen aufgrund der Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf 2.576 Euro jährlich.
  • Würde die Gaspreisbremse nicht verlängert, hätte ein Musterhaushalt im kommenden Jahr aufgrund der höheren Mehrwertsteuer ab März Mehrkosten von 220 Euro im Jahr. Eine Verlängerung der Gaspreisbremse bis Ende März würde die Kosten auf 176 Euro jährlich minimieren.
  • Steigen die Gaspreise im Winter an, so würde die Entlastung durch die Gaspreisbremse für Verbraucher auch hier deutlich höher ausfallen.
Suttner weist im Zusammenhang mit den zu erwartenden Mehrkosten beim Gas darauf hin, dass bei fast allen alternativen Anbietern derzeit die Preise so günstig sind, dass die Gaspreisbremse nicht mehr greift. Ein Anbieterwechsel könne hier eine Ersparnis von im Schnitt 1.011 Euro bringen.

Mittwoch, 22.11.2023, 16:07 Uhr
Gnter Drewnitzky

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.