Quelle: Jonas Rosenberger
E&M sprach mit Zhenyu Fu, General Manager Overseas Business des chinesischen Herstellers Skyworth PV, über die Entwicklungen im deutschen und europäischen PV-Markt.
Der chinesische Photovoltaikanbieter Skyworth PV rechnet trotz sinkender Förderungen nicht mit einem Einbruch des deutschen Solarmarktes. Im Interview mit Energie & Management erklärt Zhenyu Fu, General Manager Europe von Skyworth PV, dass sich der Markt zunehmend vom staatlich geförderten Ausbau hin zu Eigenverbrauch, Batteriespeichern und intelligentem Energiemanagement entwickle. „Solche Entwicklungen sehen wir als einen natürlichen Reifungsprozess des Marktes“, sagt Fu.
Mit Blick auf die zunehmenden Vorbehalte der Europäischen Union gegenüber chinesischen Photovoltaikunternehmen setzt Skyworth auf Lokalisierung. Regionale Partnerschaften, Zertifizierungen und perspektivisch auch Produktionsstandorte in Europa sollen die Marktposition stärken. Eine vollständige Abkopplung Europas von chinesischen Lieferketten hält Fu dagegen für unrealistisch. Die Zukunft liege aus seiner Sicht in einer Kombination aus Wettbewerb und Zusammenarbeit.
Im wachsenden Batteriespeichermarkt sieht der Manager vor allem zwei Herausforderungen: den zunehmenden Preisdruck auf Hersteller sowie die Integration großer Speicher in die Stromnetze. Gleichzeitig erwartet Fu einen grundlegenden Wandel der Branche. „Batterien werden künftig nicht mehr nur Strom speichern. Sie werden zu intelligenten Knotenpunkten im Energiesystem. Deshalb wird die Software zum eigentlichen Herzstück. Hardware wird zunehmend austauschbar“, sagt Fu.
 |
Zhenyu Fu, General Manager Overseas Business, Skyworth PV. Quelle: Benjamin Rudolf |
Skyworth wolle sich deshalb als Anbieter integrierter Energielösungen positionieren. Zum Portfolio gehören Photovoltaik, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen und Energiemanagementsysteme. Das Unternehmen setzt dabei auf ein hybrides Modell: Eigene Produkte werden mit Komponenten etablierter Hersteller kombiniert.
Auch das Geschäftsmodell soll sich verändern. Skyworth will sich nach Angaben von Fu vom reinen Hardwarelieferanten zum Projektentwickler und Investor entwickeln. Künftig sollen Projekte selbst entwickelt, bis zur Betriebsreife begleitet und anschließend an Investoren veräußert werden.
Für dieses Geschäftsmodell seien starke lokale Partner unverzichtbar. Dabei sieht Fu auch deutsche Stadtwerke als potenzielle Partner bei Projektentwicklung und Stromvermarktung. „Wir möchten nicht in erster Linie als Hersteller einzelner Produkte wahrgenommen werden. Unser Ziel ist es, als Anbieter kompletter Energielösungen bekannt zu sein“, sagt Fu.
(sag)
Das ganze Interview mit Zhenyu Fu können Sie in der kommenden Print-Ausgabe von Energie & Management lesen, die am 1. August erscheint.
Dienstag, 28.07.2026, 11:00 Uhr
© 2026 Energie & Management GmbH