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Energie & Management > Geothermie - Zweite Geothermie-Dublette für Aschheim
Quelle: Shutterstock / RGtimeline
Geothermie

Zweite Geothermie-Dublette für Aschheim

Daldrup & Söhne soll in Aschheim nahe München zwei weitere Tiefenbohrungen für die AFK-Geothermie abteufen. Die zweite Dublette soll 18 MW zusätzliche Wärmeleistung erschließen.
Die AFK-Geothermie GmbH hat Daldrup & Söhne mit zwei weiteren Tiefenbohrungen in Aschheim beauftragt. Beide Bohrungen sollen jeweils rund 3.700 Meter tief reichen. Das Auftragsvolumen liegt nach Angaben von Daldrup & Söhne zwischen 16 und 18 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen Ende 2026 beginnen und bis Mitte 2027 dauern.

Die AFK-Geothermie mit Sitz in Aschheim ist ein gemeinsames Unternehmen der Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim und versorgt Haushalte sowie Gewerbebetriebe mit geothermischer Wärme. Daldrup & Söhne mit Stammsitz in Ascheberg (Nordrhein-Westfalen) bietet Bohr- und Umweltdienstleistungen an und führt unter anderem Tiefenbohrungen für Geothermieprojekte aus.

Die neue Dublette in Aschheim besteht aus einer Förder- und einer Reinjektionsbohrung. Über die Förderbohrung gelangt heißes Thermalwasser an die Oberfläche und gibt seine Wärme über Wärmetauscher an das Fernwärmenetz ab. Anschließend fließt das abgekühlte Wasser über die Reinjektionsbohrung zurück in den Untergrund.

Die Bohrarbeiten sollen unmittelbar an die derzeitigen Tiefenbohrungen von Daldrup & Söhne für die Amperland Thermalwärme GmbH in Olching bei München anschließen. In Aschheim hatte die Bohrfirma bereits 2008 und 2009 die erste Geothermie-Dublette für die AFK-Geothermie errichtet. Vorstand Bernd Daldrup bezeichnet den neuen Auftrag deshalb als Fortsetzung der bisherigen Zusammenarbeit. Das Projekt zeige „das Potenzial gemeindeübergreifender Projekte für die Nutzung der Tiefengeothermie“.

Mehr Geothermiewärme für das AFK-Netz

Seit 2009 versorgt die AFK nach eigenen Angaben rund 1.700 Haushalte und Gewerbebetriebe in Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim mit Wärme. Die bestehende Geothermieanlage deckt nach Angaben von Daldrup & Söhne derzeit rund 60 bis 70 Prozent des Wärmebedarfs der angeschlossenen Haushalte und Gewerbebetriebe. An besonders kalten Tagen ergänzen weitere Erzeugungsanlagen die Versorgung.

Mit der zweiten Dublette will die AFK rund 18 MW zusätzliche geothermische Leistung erschließen. Die gesamte Wärmeerzeugungskapazität soll dadurch auf rund 74 MW steigen. Nach Angaben von Daldrup & Söhne schafft die Erweiterung die Voraussetzung, bis zu 1.200 weitere Haushalte und Gewerbebetriebe an das Fernwärmenetz anzuschließen.

Das AFK-Fernwärmenetz umfasst mittlerweile mehr als 150 Kilometer Wärmeleitungen. Der Geothermieanteil an der Wärmeversorgung der an das AFK-Netz angeschlossenen Kunden soll mit der zweiten Dublette auf bis zu 95 Prozent steigen.

Günstige Geologie im Großraum München

Aschheim liegt nordöstlich der bayerischen Landeshauptstadt im Landkreis München. Der Großraum München befindet sich im Süddeutschen Molassebecken, das wegen seiner wasserführenden Kalksteinschichten in großer Tiefe günstige Voraussetzungen für hydrothermale Geothermie bietet. Zahlreiche Wärmeprojekte nutzen dort bereits heißes Tiefengrundwasser. Der neue Bohrauftrag fällt damit in eine Phase, in der Kommunen und Versorger das Geothermiepotenzial der Region weiter erschließen. Ein großflächiges, kürzlich gestartetes Seismikprojekt soll im Großraum München zusätzliche Erkenntnisse über den Untergrund und mögliche Standorte für weitere Projekte liefern (wir berichteten). (ds)

Montag, 13.07.2026, 16:59 Uhr
Davina Spohn
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Geothermie
Zweite Geothermie-Dublette für Aschheim
Daldrup & Söhne soll in Aschheim nahe München zwei weitere Tiefenbohrungen für die AFK-Geothermie abteufen. Die zweite Dublette soll 18 MW zusätzliche Wärmeleistung erschließen.
Die AFK-Geothermie GmbH hat Daldrup & Söhne mit zwei weiteren Tiefenbohrungen in Aschheim beauftragt. Beide Bohrungen sollen jeweils rund 3.700 Meter tief reichen. Das Auftragsvolumen liegt nach Angaben von Daldrup & Söhne zwischen 16 und 18 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen Ende 2026 beginnen und bis Mitte 2027 dauern.

Die AFK-Geothermie mit Sitz in Aschheim ist ein gemeinsames Unternehmen der Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim und versorgt Haushalte sowie Gewerbebetriebe mit geothermischer Wärme. Daldrup & Söhne mit Stammsitz in Ascheberg (Nordrhein-Westfalen) bietet Bohr- und Umweltdienstleistungen an und führt unter anderem Tiefenbohrungen für Geothermieprojekte aus.

Die neue Dublette in Aschheim besteht aus einer Förder- und einer Reinjektionsbohrung. Über die Förderbohrung gelangt heißes Thermalwasser an die Oberfläche und gibt seine Wärme über Wärmetauscher an das Fernwärmenetz ab. Anschließend fließt das abgekühlte Wasser über die Reinjektionsbohrung zurück in den Untergrund.

Die Bohrarbeiten sollen unmittelbar an die derzeitigen Tiefenbohrungen von Daldrup & Söhne für die Amperland Thermalwärme GmbH in Olching bei München anschließen. In Aschheim hatte die Bohrfirma bereits 2008 und 2009 die erste Geothermie-Dublette für die AFK-Geothermie errichtet. Vorstand Bernd Daldrup bezeichnet den neuen Auftrag deshalb als Fortsetzung der bisherigen Zusammenarbeit. Das Projekt zeige „das Potenzial gemeindeübergreifender Projekte für die Nutzung der Tiefengeothermie“.

Mehr Geothermiewärme für das AFK-Netz

Seit 2009 versorgt die AFK nach eigenen Angaben rund 1.700 Haushalte und Gewerbebetriebe in Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim mit Wärme. Die bestehende Geothermieanlage deckt nach Angaben von Daldrup & Söhne derzeit rund 60 bis 70 Prozent des Wärmebedarfs der angeschlossenen Haushalte und Gewerbebetriebe. An besonders kalten Tagen ergänzen weitere Erzeugungsanlagen die Versorgung.

Mit der zweiten Dublette will die AFK rund 18 MW zusätzliche geothermische Leistung erschließen. Die gesamte Wärmeerzeugungskapazität soll dadurch auf rund 74 MW steigen. Nach Angaben von Daldrup & Söhne schafft die Erweiterung die Voraussetzung, bis zu 1.200 weitere Haushalte und Gewerbebetriebe an das Fernwärmenetz anzuschließen.

Das AFK-Fernwärmenetz umfasst mittlerweile mehr als 150 Kilometer Wärmeleitungen. Der Geothermieanteil an der Wärmeversorgung der an das AFK-Netz angeschlossenen Kunden soll mit der zweiten Dublette auf bis zu 95 Prozent steigen.

Günstige Geologie im Großraum München

Aschheim liegt nordöstlich der bayerischen Landeshauptstadt im Landkreis München. Der Großraum München befindet sich im Süddeutschen Molassebecken, das wegen seiner wasserführenden Kalksteinschichten in großer Tiefe günstige Voraussetzungen für hydrothermale Geothermie bietet. Zahlreiche Wärmeprojekte nutzen dort bereits heißes Tiefengrundwasser. Der neue Bohrauftrag fällt damit in eine Phase, in der Kommunen und Versorger das Geothermiepotenzial der Region weiter erschließen. Ein großflächiges, kürzlich gestartetes Seismikprojekt soll im Großraum München zusätzliche Erkenntnisse über den Untergrund und mögliche Standorte für weitere Projekte liefern (wir berichteten). (ds)

Montag, 13.07.2026, 16:59 Uhr
Davina Spohn

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