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Die Inbetriebnahme des landbasierten LNG-Terminals in Stade verzögert sich bis voraussichtlich 2029.
„Anpassungen im Zeitplan“ nennt es eine Sprecherin der Projektgesellschaft Hanseatic Energy Hub (HEH) offiziell: Die Inbetriebnahme des landbasierten LNG-Terminals, das künftig im niedersächsischen Stade verflüssigtes Erdgas importieren und ins deutsche Gasnetz einspeisen soll, verzögert sich. „Großprojekte dieser Art sind durch viele Abhängigkeiten geprägt − Bauablauf, Schnittstellen und Lieferketten“, führt die Sprecherin aus.
Es ist nicht die erste Verzögerung im Projekt: Ursprünglich war die Inbetriebnahme für 2026 geplant. Doch 2024 verschob HEH den Termin auf 2027. Notwendig dafür war die Genehmigung der Bundesnetzagentur, die im Februar 2024 die späteste Inbetriebnahme des Terminals vom 19. August 2027 auf den 19. August 2029 verschob. So blieben HEH zwei Jahre Puffer − bei derartigen Großprojekten notwendig.
Zur Begründung hieß es damals unter anderem, dass „der Markteingriff des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klima (BMWK) durch den Einsatz von Floating Storage and Regasification Units (FSRU) Auswirkungen auf den Vermarktungsprozess gehabt habe, auch sei es zu Bauverzögerungen durch die notwendige Koordination von FSRU-Betrieb und den Bau des Landterminals gekommen“. Hinzu kamen Änderungen im LNG-Beschleunigungsgesetz sowie ein Wechsel im Gesellschafterkreis und Wechsel des Betreibers. Das geht aus Unterlagen der Bundesnetzagentur hervor.
Jetzt ist klar: Die zwei Jahre Puffer reichen wohl nicht aus. Von der Bundesnetzagentur ist zu erfahren, dass die Beschlusskammer 7 am 13. November ein Verfahren zur Verlängerung der Frist zur kommerziellen Inbetriebnahme für die LNG-Anlage Stade eingeleitet habe. Ein entsprechender Antrag der HEH sei am 10. November eingegangen.
HEH selber wil sich zu den Gründen aktuell nicht äußern. Der langwierige Rechtsstreit um die Abnahme der Anbindungsinfrastruktur, die die HEH für das ebenfalls in Stade geplante schwimmende LNG-Terminal der staatseigenen Deutsche Energy Terminal (DET) errichtet hatte (wir berichteten), dürfte das Bauvorhaben jedenfalls nicht beschleunigt haben. Die Sprecherin der Projektgesellschaft zeigt sich aber weiter optimistisch: „Wir werden das landbasierte LNG-Terminal in Stade 2029 in Betrieb nehmen“.
Der Hanseatic Energy Hub (HEH) ist als Terminal für verflüssigte Gase am Industriestandort Stade geplant. Es ist eines von drei landbasierten LNG-Terminals, die mittelfristig die Speicher- und Regasifizierungsschiffe (FSRU) ergänzen beziehungsweise ersetzen sollen, über die Deutschland derzeit verflüssigtes Erdgas importiert.
In einer ersten Ausbaustufe soll in Stade ein emissionsfreies LNG-Terminal in Betrieb gehen, dessen Infrastruktur auch für Bio-LNG und Synthetic Natural Gas (SNG) zugelassen ist. Die geplante Regasifizierungskapazität beträgt 13,3 Milliarden Kubikmeter pro Jahr und die Ausspeiseleistung 21,7 Millionen kWh/h. Geplant ist unter anderem der Bau von zwei Ammoniak-ready LNG-Tanks mit 240.000 Kubikmetern Füllmenge.
HEH-Gesellschafter sind die Partners Group (im Auftrag ihrer Kunden), die Buss-Gruppe, Enagas sowie Dow.
Montag, 9.02.2026, 17:19 Uhr
Katia Meyer-Tien
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