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Derzeit kein Personalbedarf – das gibt knapp die Hälfte der Unternehmen im neuen Fachkräftereport der DIHK an.
Schwache Konjunktur, weniger Personalbedarf: 36
Prozent der Unternehmen, die sich an der Umfrage für den „Fachkräftereport 2025/2026“ der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) beteiligt haben, geben an, dass sie für offene Stellen keine passenden Arbeitskräfte finden. Vor einem Jahr berichteten das noch 43
Prozent der deutschen Unternehmen. Von den befragten Energieversorgern klagen aktuell 28
Prozent über personelle Engpässe, 27
Prozent berichten, dass sie keine Probleme bei der Stellenbesetzung haben. 45
Prozent melden: „Derzeit kein Personalbedarf“
„Die vermeintliche Entspannung beim Fachkräftemangel ist trügerisch“, warnt Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der DIHK, in einer Mitteilung des Wirtschaftsverbandes. Ein wachsender Anteil der Unternehmen reduziere zwar die Personalnachfrage als Folge der strukturellen Wirtschaftsschwäche, doch die beschleunigte demografische Entwicklung in den kommenden Jahren stelle die Wirtschaft in der Breite vor enorme Herausforderungen.
Schwierig gestaltet sich vor allem die Suche nach Fachkräften mit dualer Berufsausbildung. 64
Prozent der Versorger mit offenen Stellen suchen laut DIHK vergeblich neue Mitarbeiter mit diesem Qualifikationsniveau. 59
Prozent finden keinen Fachwirt oder Meister. Bei 42
Prozent sind Stellen für Hoch- oder Fachhochschulabsolventen vakant. „Das ist für die Energiewende, für Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie für den Einsatz neuer Technologien gleichermaßen eine Wachstumsbremse“, sagt Dercks über diese offenen Schlüsselpositionen.
Steigende Arbeitskosten, Mehrbelastung der BelegschaftLeerstellen gibt es auch bei Jobs für Geringqualifizierte. Gut jedes zehnte Energieunternehmen klagt der Erhebung zufolge über Probleme, Stellen für Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung nicht besetzen zu können.
Danach gefragt, wie sich der Fachkräftemangel in den nächsten Jahren auswirken wird, sagen gut zwei Drittel der Unternehmen, dass sie mit steigenden Arbeitskosten rechnen – Mehrausgaben, um Personal zu gewinnen und zu halten. 57
Prozent rechnen mit einer „Mehrbelastung der vorhandenen Belegschaft“. Dass betriebsspezifisches Wissen durch Verrentung ohne Nachfolge verloren geht, befürchten 28
Prozent. Deutlich seltener, aber dennoch relevant, werden Einschränkungen des Angebots, Investitionsrückgänge oder der Verlust von Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit genannt. Keinerlei negative Auswirkungen erwarten 14
Prozent der befragten Energieunternehmen.
Ein Bild zeichnet der DIHK-Report auch davon, mit welchen Maßnahmen sich nach Ansicht von Unternehmen ältere Beschäftigte länger im Erwerbsleben halten ließen. 50
Prozent der befragten Energieversorger sprechen sich für eine erleichterte befristete Weiterbeschäftigung nach Renteneintritt aus. Fast genauso hoch ist der Anteil derer, die für steuerliche Vorteile für Beschäftigte über dem Rentenalter plädieren. Ein Drittel sieht den Wegfall von Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträgen im Rentenalter als probates Mittel. Eine Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters stößt dagegen nur bei 17
Prozent auf Unterstützung. Ein Fünftel der Unternehmen sieht derzeit keinen Handlungsbedarf.
„Wir müssen alle Potenziale heben – von der Weiterbildung über die Zuwanderung bis hin zur Beschäftigung älterer Menschen“, sagt Achim Dercks. Als wesentlichen Baustein zur Fachkräftesicherung sieht die DIHK „die stärkere Aktivierung von Frauen im Arbeitsmarkt“. Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibe eine Daueraufgabe.
Branchenübergreifend liegen der Erhebung der DIHK mehr als 21.000
Unternehmensantworten zugrunde. Nach Wirtschaftsbereichen stammen die Antworten aus Industrie (26 Prozent), Bauwirtschaft (7
Prozent), Handel (22
Prozent) und Dienstleistungen (46
Prozent).
Der
DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 steht auf der Internetseite des DIHK zum Download bereit.
Freitag, 9.01.2026, 14:20 Uhr
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