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Energie & Management > Wasserstoff - Studie analysiert Wasserstoff im Koblenzer Gasnetz
Netzgebiet von Kesselheim, Wallersheim und Rheinhafen aus der Vogelperspektive. Quelle: EVM_Niklas Oster
Wasserstoff

Studie analysiert Wasserstoff im Koblenzer Gasnetz

Der mögliche Einsatz von Wasserstoff im Gasnetz war Thema eines Pilotprojekts in Koblenz-Kesselheim. Eine Studie zeigt nun, wie sich bestehende Netze technisch umrüsten lassen.
Die Energieversorgung Mittelrhein AG (EVM), ein kommunaler Energieversorger mit Sitz in Koblenz (Rheinland-Pfalz), hat ein Wasserstoff-Pilotprojekt im Stadtteil Koblenz-Kesselheim abgeschlossen. Gemeinsam mit dem Münchner Energieverbund Thüga untersuchte das Unternehmen rund anderthalb Jahre lang, ob sich bestehende Gasverteilnetze für den Transport von Wasserstoff eignen. Ziel der Untersuchung war es, technische und wirtschaftliche Grundlagen für die künftige Entwicklung regionaler Gasnetze zu schaffen.

Das Projektgebiet lag zwischen der Autobahn A48, der Bundesstraße B9 und dem Stadtteil Wallersheim im Norden der rund 114.000 Einwohner zählenden Stadt Koblenz. Die EVM-Gruppe wählte diesen Abschnitt laut einer Mitteilung bewusst aus, da er unterschiedliche Strukturen vereint: zahlreiche Gasanschlüsse in Haushalten und Unternehmen, verschiedene Druckstufen im Netz sowie Industriebetriebe mit hohem Energiebedarf.

Analyse von Netzdaten und Szenarien

Zu Beginn erfassten die Projektpartner sämtliche verfügbaren Netzdaten. Dazu gehörten Informationen aus geografischen Informationssystemen, digitalisierte Archivunterlagen sowie technische Daten zu Leitungen, Zählern und Gasdruckregelanlagen. Diese Bestandsaufnahme bildete die Grundlage für die Bewertung der Wasserstofftauglichkeit durch einen externen Dienstleister. Die Untersuchung basierte ausschließlich auf Datenanalysen und Szenarienrechnungen. Einen praktischen Test mit eingespeistem Wasserstoff im Netz gab es nicht.

Aufbauend auf den Ergebnissen entwickelten die EVM-Gruppe und die Thüga mehrere mögliche Entwicklungspfade für das Gasnetz bis zu den Jahren 2035 und 2040. Die Szenarien reichten von einer vollständigen Umstellung auf Wasserstoff über eine Teilumstellung auf der Hochdruckebene bis zu einem Mischmodell. In diesem Ansatz sollen vor allem große Industriekunden mit Wasserstoff versorgt werden, während Haushaltskunden weiterhin andere Gasformen nutzen.

In einer abschließenden Projektphase fassten die Beteiligten sämtliche Ergebnisse zusammen und entwarfen einen Transformationspfad für das Pilotgebiet. Dieser beschreibt laut der EVM-Gruppe, wie Betreiber einzelne Netzabschnitte schrittweise aus dem bestehenden Erdgasnetz herauslösen und für Wasserstoff umwidmen könnten.

Umwidmung technisch möglich

Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass sich ein Teilnetz im untersuchten Gebiet grundsätzlich mit vertretbarem Aufwand aus dem bestehenden Erdgasnetz herauslösen und auf Wasserstoffbetrieb umstellen lässt. Damit liefert das Projekt konkrete Praxisdaten für die langfristige Planung der Gasnetze.

Hendrik Majewski, technischer Geschäftsführer der Energienetze Mittelrhein, ordnet die Ergebnisse jedoch als frühen Schritt im Transformationsprozess ein. „Wir befinden uns weiterhin in einer frühen Phase der Transformation“, erklärte er laut Unternehmensangaben. Die Untersuchung habe gezeigt, dass sich vorhandene Anlagen wie Rohrleitungen, Armaturen sowie Mess- und Regeltechnik grundsätzlich für Wasserstoff anpassen lassen.

Ob und wann eine tatsächliche Umstellung erfolgt, hängt nach Darstellung des Unternehmens jedoch von mehreren übergeordneten Faktoren ab. Dazu zählen der Aufbau einer überregionalen Wasserstoffversorgung, geeignete regulatorische Rahmenbedingungen sowie der Ausbau entsprechender Infrastruktur. Diese Entwicklungen liegen nur teilweise im Einflussbereich regionaler Netzbetreiber.

Für die EVM-Gruppe liefert das Pilotprojekt dennoch eine Grundlage für weitere Planungen. Die gewonnenen Daten sollen laut Unternehmen helfen, zukünftige Investitionen in Gasnetze besser zu bewerten und mögliche Umstellungsstrategien besser einzuordnen.

Dienstag, 10.03.2026, 16:33 Uhr
Davina Spohn
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Netzgebiet von Kesselheim, Wallersheim und Rheinhafen aus der Vogelperspektive. Quelle: EVM_Niklas Oster
Wasserstoff
Studie analysiert Wasserstoff im Koblenzer Gasnetz
Der mögliche Einsatz von Wasserstoff im Gasnetz war Thema eines Pilotprojekts in Koblenz-Kesselheim. Eine Studie zeigt nun, wie sich bestehende Netze technisch umrüsten lassen.
Die Energieversorgung Mittelrhein AG (EVM), ein kommunaler Energieversorger mit Sitz in Koblenz (Rheinland-Pfalz), hat ein Wasserstoff-Pilotprojekt im Stadtteil Koblenz-Kesselheim abgeschlossen. Gemeinsam mit dem Münchner Energieverbund Thüga untersuchte das Unternehmen rund anderthalb Jahre lang, ob sich bestehende Gasverteilnetze für den Transport von Wasserstoff eignen. Ziel der Untersuchung war es, technische und wirtschaftliche Grundlagen für die künftige Entwicklung regionaler Gasnetze zu schaffen.

Das Projektgebiet lag zwischen der Autobahn A48, der Bundesstraße B9 und dem Stadtteil Wallersheim im Norden der rund 114.000 Einwohner zählenden Stadt Koblenz. Die EVM-Gruppe wählte diesen Abschnitt laut einer Mitteilung bewusst aus, da er unterschiedliche Strukturen vereint: zahlreiche Gasanschlüsse in Haushalten und Unternehmen, verschiedene Druckstufen im Netz sowie Industriebetriebe mit hohem Energiebedarf.

Analyse von Netzdaten und Szenarien

Zu Beginn erfassten die Projektpartner sämtliche verfügbaren Netzdaten. Dazu gehörten Informationen aus geografischen Informationssystemen, digitalisierte Archivunterlagen sowie technische Daten zu Leitungen, Zählern und Gasdruckregelanlagen. Diese Bestandsaufnahme bildete die Grundlage für die Bewertung der Wasserstofftauglichkeit durch einen externen Dienstleister. Die Untersuchung basierte ausschließlich auf Datenanalysen und Szenarienrechnungen. Einen praktischen Test mit eingespeistem Wasserstoff im Netz gab es nicht.

Aufbauend auf den Ergebnissen entwickelten die EVM-Gruppe und die Thüga mehrere mögliche Entwicklungspfade für das Gasnetz bis zu den Jahren 2035 und 2040. Die Szenarien reichten von einer vollständigen Umstellung auf Wasserstoff über eine Teilumstellung auf der Hochdruckebene bis zu einem Mischmodell. In diesem Ansatz sollen vor allem große Industriekunden mit Wasserstoff versorgt werden, während Haushaltskunden weiterhin andere Gasformen nutzen.

In einer abschließenden Projektphase fassten die Beteiligten sämtliche Ergebnisse zusammen und entwarfen einen Transformationspfad für das Pilotgebiet. Dieser beschreibt laut der EVM-Gruppe, wie Betreiber einzelne Netzabschnitte schrittweise aus dem bestehenden Erdgasnetz herauslösen und für Wasserstoff umwidmen könnten.

Umwidmung technisch möglich

Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass sich ein Teilnetz im untersuchten Gebiet grundsätzlich mit vertretbarem Aufwand aus dem bestehenden Erdgasnetz herauslösen und auf Wasserstoffbetrieb umstellen lässt. Damit liefert das Projekt konkrete Praxisdaten für die langfristige Planung der Gasnetze.

Hendrik Majewski, technischer Geschäftsführer der Energienetze Mittelrhein, ordnet die Ergebnisse jedoch als frühen Schritt im Transformationsprozess ein. „Wir befinden uns weiterhin in einer frühen Phase der Transformation“, erklärte er laut Unternehmensangaben. Die Untersuchung habe gezeigt, dass sich vorhandene Anlagen wie Rohrleitungen, Armaturen sowie Mess- und Regeltechnik grundsätzlich für Wasserstoff anpassen lassen.

Ob und wann eine tatsächliche Umstellung erfolgt, hängt nach Darstellung des Unternehmens jedoch von mehreren übergeordneten Faktoren ab. Dazu zählen der Aufbau einer überregionalen Wasserstoffversorgung, geeignete regulatorische Rahmenbedingungen sowie der Ausbau entsprechender Infrastruktur. Diese Entwicklungen liegen nur teilweise im Einflussbereich regionaler Netzbetreiber.

Für die EVM-Gruppe liefert das Pilotprojekt dennoch eine Grundlage für weitere Planungen. Die gewonnenen Daten sollen laut Unternehmen helfen, zukünftige Investitionen in Gasnetze besser zu bewerten und mögliche Umstellungsstrategien besser einzuordnen.

Dienstag, 10.03.2026, 16:33 Uhr
Davina Spohn

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