Mit dem sogenannte Werttreibermodell kann ein Unternehmen einen entscheidenden Einfluss auf den geschäftlichen Erfolg nehmen, so *Uwe Fritz von der Fritz Management GmbH.
Das turbulente Umfeld der deutschen Energiewirtschaft, geprägt durch regulatorische, rechtliche und technische Veränderungen wie den Ausbau der Stromnetze, den sukzessiven Ausstieg aus der Gasversorgung sowie potenzielle neue Geschäftsmodelle, etwa den Ausbau der Wärmeversorgung, stellt Energieversorger vor große Herausforderungen.
Um damit verbundene Themen wie die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und die Finanzierbarkeit geplanter Investitionen langfristig bewältigen zu können, ist es umso wichtiger, eine klare strategische Positionierung sowohl auf Geschäftsfeldebene als auch auf Unternehmensebene abzuleiten. Hierfür ist die Einbeziehung strategischer Steuerungsinstrumente entscheidend. Sie unterstützen eine zielgerichtete, nachhaltige und wettbewerbsfähige Positionierung.
Als ein erfolgsrelevantes Instrument ist insbesondere das Werttreibermodell zu nennen. Es ermöglicht, zentrale Einflussfaktoren zu identifizieren, die den Unternehmenserfolg beeinflussen. Darüber hinaus wird, auf Basis definierter Prämissen, ein simulationsfähiger, langfristiger Blick auf zukünftige Entwicklungen erarbeitet. Dies schafft die Grundlage für fundierte strategische Entscheidungen.
Wie sieht ein solches Vorgehensmodell hierfür aus?Im Rahmen der Werttreiberanalyse werden für jedes Geschäftsmodell sogenannte Werttreiberbäume für einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren modelliert und anschließend auf Gesamtunternehmensebene konsolidiert. Grundlage hierfür bilden in der Regel der letzte Jahresabschluss sowie die Wirtschaftsplanung des Energieversorgers in einer Fünf-Jahres-Perspektive.
Auf Basis dieser Daten werden Szenarien entwickelt, die unter anderem folgende Komponenten umfassen: spartenbezogene Gewinn- und Verlustrechnungen mit anschließender Konsolidierung auf Unternehmensebene, spartenbezogene Investitionsplanungen mit entsprechender Zusammenführung, die Darstellung der Gesamtbilanz, die Einbindung relevanter Finanzkennzahlen sowie die Ableitung zentraler Handlungsfelder aus der Gesamtsicht.
Aus den Ergebnissen lassen sich unter anderem Aussagen über die zukünftige Wirtschaftlichkeit der einzelnen Bereiche sowie über die Finanzierbarkeit bestimmter Geschäftsfelder ableiten. Zudem ermöglichen die Auswertungen, fundierte strategische Entscheidungen zu treffen.
Diese können sehr unterschiedliche Entwicklungen anstoßen. So bietet sich beispielsweise der Ausbau bestehender Geschäftsfelder an, um Wachstumspotenziale zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Gleichzeitig können die Analysen Chancen für den Einstieg in neue Geschäftsfelder aufzeigen. Ebenso ist es möglich, dass die Ergebnisse auf eine unzureichende Wirtschaftlichkeit einzelner Bereiche hinweisen und dadurch Entscheidungen über eine Ausgliederung oder einen Verkauf notwendig werden.
Wo bieten sich Werttreibermodelle an?Grundsätzlich sind Werttreibermodelle für Unternehmen jeder Größe anwendbar. Je größer und vielschichtiger ein Unternehmen ist, desto komplexer und umfangreicher gestalten sich die Analyse sowie die Erstellung der Werttreibermodelle. Große Energiekonzerne beziehungsweise große Stadtwerke und Regionalversorger verfügen hierfür häufig über eigene Teams und spezialisierte Tools.
Für kleinere und mittlere Energieversorger, die häufig nur begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen für komplexe Analysen haben, bieten vereinfachte Werttreibermodelle eine praxistaugliche Alternative. Sie ermöglichen es, relevante Geschäfts- und Handlungsfelder zu identifizieren und darauf aufbauend fundierte strategische Positionierungsentscheidungen zu treffen. Die Auswertungen dienen dabei oftmals auch als wesentliche Entscheidungsgrundlage für die Unternehmensführung sowie den Aufsichtsrat.
Somit leisten Werttreibermodelle einen entscheidenden Beitrag zur strategische Steuerung und nachhaltigen Wertsteigerung von Energieversorgungsunternehmen. Sprechen Sie uns gerne an.
*Uwe Fritz, Geschäftsführer Fritz Management GmbH, Meersburg  |
Uwe Fritz. Quelle: Fritz Management GmbH |
Montag, 2.02.2026, 11:35 Uhr
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