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Energie & Management > Stromnetz - SH Netz meldet Höchststand bei Anschlussanfragen
Quelle: Hansewerk
Stromnetz

SH Netz meldet Höchststand bei Anschlussanfragen

SH Netz verzeichnet Anschlussanträge über fast 60.000 MW. Vor allem Batteriespeicher sorgen für einen starken Anstieg und beschleunigen den Ausbaubedarf im Verteilnetz.
Der Verteilnetzbetreiber SH Netz sieht sich mit einer bislang beispiellosen Nachfrage nach Netzanschlüssen für Erneuerbare-Energien-Anlagen und Batteriespeicher konfrontiert. Nach Angaben des Unternehmens, das zur Hansewerk-Gruppe mit Sitz im schleswig-holsteinischen Quickborn gehört, summieren sich die derzeit vorliegenden Anschlussanträge auf knapp 60.000 MW. Damit übersteige die angefragte Leistung das Vierfache der gesamten Leistung, die das Unternehmen in den vergangenen rund 40 Jahren an Erneuerbare-Energien-Anlagen und Speichern an sein Netz angeschlossen hat.

Von den beantragten Leistungen entfallen den Angaben zufolge rund 27.000 MW auf Batteriespeicher, 21.000 MW auf Photovoltaikanlagen und 11.500 MW auf Windenergie. Zum Vergleich: Im Netzgebiet von SH Netz sind bislang rund 14.500 MW aus Windkraft-, Photovoltaik- und Speicheranlagen angeschlossen. Die Jahreshöchstlast im Netz liegt bei rund 2.000 MW.

Mit dem starken Anstieg der Anschlussbegehren steht SH Netz nicht allein. Bei der Vorstellung eines Zwischenstands des sogenannten AgNes-Prozesses zur Reform der Netzentgelt-Systematik im Mai 2026 lagen nach Angaben der Bundesnetzagentur bei 17 Verteilnetzbetreibern bereits Netzanschlussanfragen für Batteriespeicher in einer Größenordnung von 569.000 MW vor. Die Netzanschlusszusagen summierten sich auf 78.000 MW. Allerdings wies die Behörde zugleich darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Anfragen voraussichtlich nicht realisiert werde, weil Mehrfachanträge und spekulative Projekte enthalten seien.

Die vier Übertragungsnetzbetreiber hatten zudem Anschlusszusagen für Großbatteriespeicher mit einer Gesamtleistung von rund 51.000 MW gegeben. Das Volumen der Anträge belief sich auf 160.000 MW.

Investitionen von mehreren Milliarden Euro bis 2030

Auf die steigende Nachfrage reagiert SH Netz mit einem zusätzlichen Investitions- und Maßnahmenpaket. Bis 2030 wollen Hansewerk und SH Netz rund 2,5 Milliarden Euro in die Stromnetze investieren. Dies entspreche in etwa der Summe, die in den zehn Jahren zuvor in die Netze geflossen sei. Vorgesehen sind unter anderem 120 neue Umspannwerke, 1.000 Kilometer Hochspannungsleitungen, 9.000 Kilometer Mittel- und Niederspannungskabel sowie rund 7.000 weitere Ortsnetzstationen.

Zudem setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben verstärkt auf flexible Netzanschlussverträge (Flexible Connection Agreements, FCA). Diese sollen einen früheren Netzanschluss ermöglichen, auch wenn die volle Netzkapazität zunächst noch nicht verfügbar ist. Ergänzend will SH Netz die Digitalisierung des Netzes vorantreiben. Dazu gehören ein erweitertes Auslastungsmonitoring im 110-kV-Netz, ein Freileitungs- und Kabelmonitoring sowie der weitere Ausbau digitaler Ortsnetzstationen und intelligenter Messsysteme.

Trotz dieser Maßnahmen rechnet das Unternehmen regional mit Engpässen. Als Ursachen nennt SH Netz neben der hohen Zahl der Anschlussanträge unter anderem Materialengpässe, Fachkräftemangel sowie weiterhin zeitaufwendige Planungs- und Genehmigungsverfahren. Kleinere Anschlussvorhaben wie Photovoltaik-Dachanlagen, Wärmepumpen, Wallboxen oder Standard-Hausanschlüsse für Privatkunden seien davon in der Regel nicht betroffen.

Schleswig-Holstein zählt bereits heute zu den Bundesländern mit dem höchsten Anteil erneuerbarer Energien. Nach Angaben von SH Netz deckt das Land rund 75 Prozent seines Jahresstrombedarfs aus erneuerbaren Quellen und erzeugt bilanziell mehr als doppelt so viel Grünstrom, wie es selbst verbraucht. Dies sei auf die mehr als 120.000 Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Leistung von rund 14.000 MW am Netz zurückzuführen. Zusätzlich seien in den letzten Jahren rund 50.000 Batteriespeicher mit insgesamt 500 MW ans Stromnetz angeschlossen worden.

Diese Mengen seien vor allem deshalb zu bewältigen gewesen, weil das Unternehmen seine Mitarbeiterzahl in den letzten acht Jahren um mehr 60 Prozent auf 800 erhöht und die jährlichen Ausgaben für Netzausbau und Instandhaltung von 200 Millionen auf 400 Millionen Euro verdoppelt habe. (fw)

Dienstag, 14.07.2026, 10:57 Uhr
Fritz Wilhelm
Energie & Management > Stromnetz - SH Netz meldet Höchststand bei Anschlussanfragen
Quelle: Hansewerk
Stromnetz
SH Netz meldet Höchststand bei Anschlussanfragen
SH Netz verzeichnet Anschlussanträge über fast 60.000 MW. Vor allem Batteriespeicher sorgen für einen starken Anstieg und beschleunigen den Ausbaubedarf im Verteilnetz.
Der Verteilnetzbetreiber SH Netz sieht sich mit einer bislang beispiellosen Nachfrage nach Netzanschlüssen für Erneuerbare-Energien-Anlagen und Batteriespeicher konfrontiert. Nach Angaben des Unternehmens, das zur Hansewerk-Gruppe mit Sitz im schleswig-holsteinischen Quickborn gehört, summieren sich die derzeit vorliegenden Anschlussanträge auf knapp 60.000 MW. Damit übersteige die angefragte Leistung das Vierfache der gesamten Leistung, die das Unternehmen in den vergangenen rund 40 Jahren an Erneuerbare-Energien-Anlagen und Speichern an sein Netz angeschlossen hat.

Von den beantragten Leistungen entfallen den Angaben zufolge rund 27.000 MW auf Batteriespeicher, 21.000 MW auf Photovoltaikanlagen und 11.500 MW auf Windenergie. Zum Vergleich: Im Netzgebiet von SH Netz sind bislang rund 14.500 MW aus Windkraft-, Photovoltaik- und Speicheranlagen angeschlossen. Die Jahreshöchstlast im Netz liegt bei rund 2.000 MW.

Mit dem starken Anstieg der Anschlussbegehren steht SH Netz nicht allein. Bei der Vorstellung eines Zwischenstands des sogenannten AgNes-Prozesses zur Reform der Netzentgelt-Systematik im Mai 2026 lagen nach Angaben der Bundesnetzagentur bei 17 Verteilnetzbetreibern bereits Netzanschlussanfragen für Batteriespeicher in einer Größenordnung von 569.000 MW vor. Die Netzanschlusszusagen summierten sich auf 78.000 MW. Allerdings wies die Behörde zugleich darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Anfragen voraussichtlich nicht realisiert werde, weil Mehrfachanträge und spekulative Projekte enthalten seien.

Die vier Übertragungsnetzbetreiber hatten zudem Anschlusszusagen für Großbatteriespeicher mit einer Gesamtleistung von rund 51.000 MW gegeben. Das Volumen der Anträge belief sich auf 160.000 MW.

Investitionen von mehreren Milliarden Euro bis 2030

Auf die steigende Nachfrage reagiert SH Netz mit einem zusätzlichen Investitions- und Maßnahmenpaket. Bis 2030 wollen Hansewerk und SH Netz rund 2,5 Milliarden Euro in die Stromnetze investieren. Dies entspreche in etwa der Summe, die in den zehn Jahren zuvor in die Netze geflossen sei. Vorgesehen sind unter anderem 120 neue Umspannwerke, 1.000 Kilometer Hochspannungsleitungen, 9.000 Kilometer Mittel- und Niederspannungskabel sowie rund 7.000 weitere Ortsnetzstationen.

Zudem setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben verstärkt auf flexible Netzanschlussverträge (Flexible Connection Agreements, FCA). Diese sollen einen früheren Netzanschluss ermöglichen, auch wenn die volle Netzkapazität zunächst noch nicht verfügbar ist. Ergänzend will SH Netz die Digitalisierung des Netzes vorantreiben. Dazu gehören ein erweitertes Auslastungsmonitoring im 110-kV-Netz, ein Freileitungs- und Kabelmonitoring sowie der weitere Ausbau digitaler Ortsnetzstationen und intelligenter Messsysteme.

Trotz dieser Maßnahmen rechnet das Unternehmen regional mit Engpässen. Als Ursachen nennt SH Netz neben der hohen Zahl der Anschlussanträge unter anderem Materialengpässe, Fachkräftemangel sowie weiterhin zeitaufwendige Planungs- und Genehmigungsverfahren. Kleinere Anschlussvorhaben wie Photovoltaik-Dachanlagen, Wärmepumpen, Wallboxen oder Standard-Hausanschlüsse für Privatkunden seien davon in der Regel nicht betroffen.

Schleswig-Holstein zählt bereits heute zu den Bundesländern mit dem höchsten Anteil erneuerbarer Energien. Nach Angaben von SH Netz deckt das Land rund 75 Prozent seines Jahresstrombedarfs aus erneuerbaren Quellen und erzeugt bilanziell mehr als doppelt so viel Grünstrom, wie es selbst verbraucht. Dies sei auf die mehr als 120.000 Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Leistung von rund 14.000 MW am Netz zurückzuführen. Zusätzlich seien in den letzten Jahren rund 50.000 Batteriespeicher mit insgesamt 500 MW ans Stromnetz angeschlossen worden.

Diese Mengen seien vor allem deshalb zu bewältigen gewesen, weil das Unternehmen seine Mitarbeiterzahl in den letzten acht Jahren um mehr 60 Prozent auf 800 erhöht und die jährlichen Ausgaben für Netzausbau und Instandhaltung von 200 Millionen auf 400 Millionen Euro verdoppelt habe. (fw)

Dienstag, 14.07.2026, 10:57 Uhr
Fritz Wilhelm

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