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Mehr Strom aus weniger Anlagen soll ein Repowering-Projekt in Löberitz bringen. Auch die Kommunen sollen finanziell von dem Umbau des Windparks profitieren.
Im Windpark Löberitz bei Zörbig in Sachsen-Anhalt hat der Umbau eines älteren Standorts begonnen. Der Dresdner Projektentwickler VSB Deutschland ersetzt dort fünf Windenergieanlagen aus dem Jahr 2003 durch drei neue Anlagen. Nach Angaben des sachsen-anhaltischen Energieministeriums soll der Standort damit künftig rund 65,7 Millionen kWh Strom pro Jahr erzeugen. Rein rechnerisch entspreche das dem Jahresbedarf von rund 18.500 Drei-Personen-Haushalten.
Im Mittelpunkt des Vorhabens steht damit ein klassisches Repowering-Projekt. Statt einer größeren Zahl kleinerer Altanlagen setzt der Betreiber auf weniger, aber deutlich leistungsstärkere Technik. Die neuen Anlagen erreichen laut Ministerium jeweils 7,2 MW. Die bisherigen fünf Windräder kamen auf jeweils 0,85 MW. Auch die Dimensionen ändern sich deutlich. Die Nabenhöhe steigt von 74 auf 175 Meter. Die Rotorblätter werden 86 Meter lang. Die Gesamthöhe der Anlagen wächst damit auf 261 Meter.
VSB Deutschland entwickelt nach eigenen Angaben von Dresden aus Projekte für Windenergie, Freiflächen-Photovoltaik und Batteriespeicher. In Löberitz verbindet das Unternehmen den Austausch alter Windräder mit dem Ausbau des Standorts zu einem Hybridpark. Ergänzend zu den drei neuen Windenergieanlagen soll entlang der Autobahn A9 eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit knapp 20 MW entstehen. Perspektivisch plant VSB dort zudem einen Batteriespeicher.
Mehr Strom von gleicher Fläche
Das Ministerium und das Unternehmen begründen das Projekt vor allem mit einem höheren Stromertrag auf bereits genutzten Fläche. Für die Standortkommune hat das Projekt auch eine finanzielle Seite. Auf Grundlage des Akzeptanz- und Beteiligungsgesetzes des Landes erhalten Gemeinden bei neuen Windenergieanlagen verpflichtende Zahlungen.
Für den Windpark Löberitz nennt das Ministerium einen Mindestbetrag von 118.800 Euro pro Jahr. Dieser Wert ergibt sich aus 5.500 Euro je MW Nennleistung und Anlage. In Jahren mit höherem Ertrag kann die Zahlung darüber liegen. Laut Mitteilung soll auch die Stadt Bitterfeld zusätzliche Einnahmen erwarten, weil die geplante Photovoltaikanlage ebenfalls zum Vorhaben gehört.
Den erzeugten Strom will VSB über das Umspannwerk Salzfurtkapelle ins öffentliche Netz einspeisen. Die Inbetriebnahme des repowerten Windparks ist für kommendes Jahr vorgesehen. Zunächst sollen im Frühjahr die alten Anlagen abgebaut werden. Danach folgt der Aufbau der neuen Technik.
Freitag, 20.03.2026, 13:22 Uhr
Davina Spohn
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