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Energie & Management > Bilanz - OMV-Gewinn sinkt um 25 Prozent
Quelle: Fotolia / Minerva Studio
Bilanz

OMV-Gewinn sinkt um 25 Prozent

Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern sah sich 2025 vor allem mit niedrigeren Verkaufsmengen und Ölpreisen konfrontiert. Die Aussichten für dieses Jahr sind verhalten. 
Mit rund 24,31 Milliarden Euro fiel der Umsatz des österreichischen Öl-, Gas- und Chemiekonzers OMV im Jahr 2025 um rund 7 Prozent niedriger aus als 2024. Das um Lagerhaltungseffekte bereinigte operative Ergebnis vor Sondereffekten verminderte sich um 10 Prozent auf 4,61 Milliarden Euro. Ihren Gewinn (Periodenüberschuss) beziffert die OMV mit 1,52 Milliarden Euro, was verglichen zum Vorjahr 2024 einer Verringerung um 25 Prozent entspricht. 

Maßgeblich für den Umsatzrückgang waren laut dem Konzernbericht „niedrigere Verkaufsmengen aus Kundenverträgen im Gas Marketing & Power-Bereich“. Ferner verbuchte die OMV wegen der gesunkenen Rohölpreise einen Lagerhaltungsverlust von 239 Millionen Euro, um 95 Prozent mehr als 2024. Ihr durchschnittlich erzielter Rohölpreis sank um etwa 14 Prozent auf 66,8 US-Dollar/Barrel.

Zwar stieg der durchschnittlich realisierte Gaspreis um 21 Prozent auf rund 30,3 Euro/MWh. Dies glich aber die gefallenen Ölpreise „sowie ungünstige Wechselkursentwicklungen“ nicht aus, räumt die OMV ein: Ihr operatives Ergebnis vor Sondereffekten im Bereich Energy fiel um 29 Prozent auf 2,71 Milliarden Euro. 

Die Kohlenwasserstoff-Produktion der OMV verringerte sich um 10 Prozent oder 35.000 Barrel/Tag auf 305.000 Barrel/Tag. Das Sinken der Gasförderung um ein Fünftel auf 127.000 Barrel/Tag begründet der Konzern mit dem Verkauf seiner malaysischen Tochtergesellschaft Sapura OMV. „Die Gesamtverkaufsmenge an Kohlenwasserstoffen ging größtenteils im Einklang mit der Gesamtproduktion um 36.000 Barrel/Tag auf 288.000 Barrel/Tag zurück“, heißt es im Konzernbericht.

Im Gasgeschäft sank das operative Ergebnis vor Sondereffekten um rund 60 Prozent auf 252 Millionen Euro. Als Grund nennt die OMV vor allem einen 2024 verbuchten positiven Einmaleffekt im Zusammenhang mit dem Schiedsspruch gegen die Gazprom Export. Dazu kamen „ein schwächeres Speichergeschäft infolge geringerer Sommer-Winter-Margen sowie ein Rückgang im Verkaufsgeschäft aufgrund einer geringeren Preisvolatilität“. 

Wegen des schlechteren Geschäftsverlaufs verringert die OMV ihre Dividende um 7,4 Prozent auf insgesamt 4,40 Euro je Aktie. Ihr diesbezüglicher Gesamtaufwand sinkt um 6,3 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro. 

„Solide gewirtschaftet“ 

OMV-Generaldirektor Alfred Stern konstatierte, die OMV habe „in einem sehr herausfordernden Marktumfeld solide gewirtschaftet“. Wichtige Projekte des Konzerns entwickelten sich im Wesentlichen „planmäßig“. Dies betreffe die Erschließung des Gasfelds Neptun Deep im rumänischen Teil des Schwarzen Meeres ebenso wie die Schaffung des Polyolefin-Riesen Borouge Group International, einem Gemeinschaftsunternehmen mit der Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc), die an der OMV 24,9 Prozent hält. 

Hinsichtlich der niedrigen Füllstände der europäischen Gasspeicher erläuterte Stern, diese seien durch die kalte Witterung sowie durch den Entfall der Importe aus Russland über den Gasknoten Baumgarten nordöstlich von Wien bedingt. Zur Frage der Redaktion, ob angesichts dessen das von der EU beschlossene Ende der Gaseinfuhren aus Russland im kommenden Jahr die Versorgungssicherheit verbessert, teilte Stern mit, die OMV habe ihre Bezugsquellen und -routen diversifiziert: „Seit über einem Jahr können wir unsere Kunden ohne russisches Gas versorgen. Wir sehen aber auch, dass Europa bis 2050 Nettoimporteur von Erdgas bleiben wird.“ Daher gelte es, die Förderung in- und außerhalb Europas voranzutreiben und die Importquellen weiter zu diversifizieren. 

Der für Erdgas zuständige OMV-Vorstand Berislav Gaso ergänzte, die OMV importiere rund 36 Milliarden kWh Gas pro Jahr über den LNG-Terminal Rotterdam: „Ein signifikanter Teil dürfte US-amerikanisches Gas sein.“ Aus Russland beziehe die OMV via Rotterdam kein Gas: „Das wissen wir.“ Auf Nachfrage der Redaktion berichtete die OMV, sie habe „seit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine keinerlei LNG-Mengen mit russischem Ursprung kontrahiert. Wir schließen vertraglich mit all unseren Lieferanten aus, dass LNG mit russischem Ursprung geliefert wird. Diese Lieferketten sind klar dokumentiert und unterliegen strengen regulatorischen Vorgaben“. 

Verhaltene Aussichten 

Für dieses Jahr rechnet die OMV mit einem durchschnittlich erzielbaren Gaspreis von weniger als 30 Euro/MWh. Die Kohlenwasserstoffförderung dürfte auf rund 300.000 Barrel/Tag weiter zurückgehen. Die Produktionskosten sollen „unter 11 US-Dollar/Barrel“ liegen, 2025 betrugen sie 10,6 US-Dollar/Barrel. Die voraussichtlichen Verkaufsmengen an Kraftstoffen sowie sonstigen petrochemischen Produkten schätzt die OMV auf mehr als die 2025 erzielten 16,4 Millionen Tonnen.

Mittwoch, 4.02.2026, 14:37 Uhr
Klaus Fischer
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OMV-Gewinn sinkt um 25 Prozent
Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern sah sich 2025 vor allem mit niedrigeren Verkaufsmengen und Ölpreisen konfrontiert. Die Aussichten für dieses Jahr sind verhalten. 
Mit rund 24,31 Milliarden Euro fiel der Umsatz des österreichischen Öl-, Gas- und Chemiekonzers OMV im Jahr 2025 um rund 7 Prozent niedriger aus als 2024. Das um Lagerhaltungseffekte bereinigte operative Ergebnis vor Sondereffekten verminderte sich um 10 Prozent auf 4,61 Milliarden Euro. Ihren Gewinn (Periodenüberschuss) beziffert die OMV mit 1,52 Milliarden Euro, was verglichen zum Vorjahr 2024 einer Verringerung um 25 Prozent entspricht. 

Maßgeblich für den Umsatzrückgang waren laut dem Konzernbericht „niedrigere Verkaufsmengen aus Kundenverträgen im Gas Marketing & Power-Bereich“. Ferner verbuchte die OMV wegen der gesunkenen Rohölpreise einen Lagerhaltungsverlust von 239 Millionen Euro, um 95 Prozent mehr als 2024. Ihr durchschnittlich erzielter Rohölpreis sank um etwa 14 Prozent auf 66,8 US-Dollar/Barrel.

Zwar stieg der durchschnittlich realisierte Gaspreis um 21 Prozent auf rund 30,3 Euro/MWh. Dies glich aber die gefallenen Ölpreise „sowie ungünstige Wechselkursentwicklungen“ nicht aus, räumt die OMV ein: Ihr operatives Ergebnis vor Sondereffekten im Bereich Energy fiel um 29 Prozent auf 2,71 Milliarden Euro. 

Die Kohlenwasserstoff-Produktion der OMV verringerte sich um 10 Prozent oder 35.000 Barrel/Tag auf 305.000 Barrel/Tag. Das Sinken der Gasförderung um ein Fünftel auf 127.000 Barrel/Tag begründet der Konzern mit dem Verkauf seiner malaysischen Tochtergesellschaft Sapura OMV. „Die Gesamtverkaufsmenge an Kohlenwasserstoffen ging größtenteils im Einklang mit der Gesamtproduktion um 36.000 Barrel/Tag auf 288.000 Barrel/Tag zurück“, heißt es im Konzernbericht.

Im Gasgeschäft sank das operative Ergebnis vor Sondereffekten um rund 60 Prozent auf 252 Millionen Euro. Als Grund nennt die OMV vor allem einen 2024 verbuchten positiven Einmaleffekt im Zusammenhang mit dem Schiedsspruch gegen die Gazprom Export. Dazu kamen „ein schwächeres Speichergeschäft infolge geringerer Sommer-Winter-Margen sowie ein Rückgang im Verkaufsgeschäft aufgrund einer geringeren Preisvolatilität“. 

Wegen des schlechteren Geschäftsverlaufs verringert die OMV ihre Dividende um 7,4 Prozent auf insgesamt 4,40 Euro je Aktie. Ihr diesbezüglicher Gesamtaufwand sinkt um 6,3 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro. 

„Solide gewirtschaftet“ 

OMV-Generaldirektor Alfred Stern konstatierte, die OMV habe „in einem sehr herausfordernden Marktumfeld solide gewirtschaftet“. Wichtige Projekte des Konzerns entwickelten sich im Wesentlichen „planmäßig“. Dies betreffe die Erschließung des Gasfelds Neptun Deep im rumänischen Teil des Schwarzen Meeres ebenso wie die Schaffung des Polyolefin-Riesen Borouge Group International, einem Gemeinschaftsunternehmen mit der Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc), die an der OMV 24,9 Prozent hält. 

Hinsichtlich der niedrigen Füllstände der europäischen Gasspeicher erläuterte Stern, diese seien durch die kalte Witterung sowie durch den Entfall der Importe aus Russland über den Gasknoten Baumgarten nordöstlich von Wien bedingt. Zur Frage der Redaktion, ob angesichts dessen das von der EU beschlossene Ende der Gaseinfuhren aus Russland im kommenden Jahr die Versorgungssicherheit verbessert, teilte Stern mit, die OMV habe ihre Bezugsquellen und -routen diversifiziert: „Seit über einem Jahr können wir unsere Kunden ohne russisches Gas versorgen. Wir sehen aber auch, dass Europa bis 2050 Nettoimporteur von Erdgas bleiben wird.“ Daher gelte es, die Förderung in- und außerhalb Europas voranzutreiben und die Importquellen weiter zu diversifizieren. 

Der für Erdgas zuständige OMV-Vorstand Berislav Gaso ergänzte, die OMV importiere rund 36 Milliarden kWh Gas pro Jahr über den LNG-Terminal Rotterdam: „Ein signifikanter Teil dürfte US-amerikanisches Gas sein.“ Aus Russland beziehe die OMV via Rotterdam kein Gas: „Das wissen wir.“ Auf Nachfrage der Redaktion berichtete die OMV, sie habe „seit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine keinerlei LNG-Mengen mit russischem Ursprung kontrahiert. Wir schließen vertraglich mit all unseren Lieferanten aus, dass LNG mit russischem Ursprung geliefert wird. Diese Lieferketten sind klar dokumentiert und unterliegen strengen regulatorischen Vorgaben“. 

Verhaltene Aussichten 

Für dieses Jahr rechnet die OMV mit einem durchschnittlich erzielbaren Gaspreis von weniger als 30 Euro/MWh. Die Kohlenwasserstoffförderung dürfte auf rund 300.000 Barrel/Tag weiter zurückgehen. Die Produktionskosten sollen „unter 11 US-Dollar/Barrel“ liegen, 2025 betrugen sie 10,6 US-Dollar/Barrel. Die voraussichtlichen Verkaufsmengen an Kraftstoffen sowie sonstigen petrochemischen Produkten schätzt die OMV auf mehr als die 2025 erzielten 16,4 Millionen Tonnen.

Mittwoch, 4.02.2026, 14:37 Uhr
Klaus Fischer

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