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Energie & Management > Kernkraft - Niedrige Donau: Rumänien schaltet AKW komplett ab
Quelle: Pixabay / Qubes Pictures
Kernkraft

Niedrige Donau: Rumänien schaltet AKW komplett ab

Der Sprengung eines Felsens sollte das Atomkraftwerk retten − es reichte nicht. Jetzt wird es ganz heruntergefahren. Auch in Ungarn gibt es Probleme mit einem Reaktor.
Wegen des zu niedrigen Wasserstands an der Donau schaltet Rumänien das Kernkraftwerk Cernavoda ganz ab. Wie das Energieministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur Mediafax mitteilte, wird auch der zweite Reaktor heruntergefahren, nachdem Ende Juli bereits der erste Reaktorblock wegen mangelnden Kühlwassers abgeschaltet worden war. Das AKW liegt im Osten des Landes an einem Donau-Arm und produziert normalerweise 20 Prozent des rumänischen Strombedarfs. Es bezieht sein gesamtes Kühlwasser aus dem Fluss. 

Schlimmstenfalls werde die Stromzufuhr für Großverbraucher aus der Industrie eingeschränkt, sagte Cristian Busoi, Staatssekretär im Energieministerium nach Angaben von Mediafax. Dies erlaubt eine erst kürzlich erlassene Regierungsverordnung. Für die Bevölkerung werde dies keine Folgen haben. Früheren Berichten zufolge verhandle Rumänien mit den Nachbarländern Ukraine und Bulgarien über Strom-Importe.

Erst vor zehn Tagen hatte Rumänien versucht, durch die Sprengung eines Felsens in der Donau mehr Wasser nach Cernavoda zu leiten. An einer Gabelung zweier Donau-Arme, 50 Kilometer flussaufwärts nahe dem Ort Izvoarele hatte die Armee den Felsen detoniert, sodass mehr Wasser in den Donauarm floss, der Cernavoda versorgt. 

Geröll in vier Lastkähnen wurde zudem an einer anderen Stelle am Ufer versenkt, um den Wasserzufluss besser zu steuern. Danach stieg der Wasserstand bei Cernavoda geringfügig, so dass der Betrieb des zweiten Reaktors um einige Tage verlängert werden konnte, erklärte Verteidigungsminister Radu Miruta. Doch zur längerfristigen Versorgung des AKW mit Wasser reichte diese Operation nicht aus.

Massive Probleme in Ungarn

Um den Betrieb des Atomkraftwerks Paks aufrechtzuerhalten, staut Ungarn die für die Kühlung nötige, derzeit wasserarme Donau auf. „Wir haben mit dem Bau jener Sohlschwelle begonnen, die dauerhaft dazu beitragen wird, den Wasserstand der Donau anzuheben“, sagte Ministerpräsident Peter Magyar auf einer Pressekonferenz in Paks, 100 Kilometer südlich von Budapest. 

Ungarns einziges Kernkraftwerk läuft wegen des niedrigen Wasserstands der Donau derzeit mit nur zwei von acht Turbinen. Grund für den Wassermangel sind die auch in anderen Teilen Europas vorherrschende Hitze und Trockenheit, die den großen Flüssen das Wasser entziehen. 

Vor neun Tagen hatte das AKW Paks, das normalerweise für mindestens ein Drittel des ungarischen Stromverbrauchs aufkommt, knapp vor der Komplettabschaltung gestanden. Das Weiterlaufen der letzten Turbine hatte nur an wenigen Millimetern beim Wasserstand der Donau gehangen. 

Vor der Fertigstellung der Sohlschwelle sollen noch zwei jeweils 80 Meter lange, aneinandergereihte und quer zur Flussrichtung stehende Lastkähne kontrolliert versenkt werden, um einen ersten Staueffekt zu erzielen. Die Sohlschwelle, ein quer zur Fließrichtung in der Gewässersohle liegendes Bauwerk, soll aus rund 185.000 Kubikmetern Gestein aufgeschüttet werden. 

Wie Magyar am Donnerstag weiter sagte, seien Soldaten der ungarischen Armee 24 Stunden am Tag im Einsatz, um das Bauwerk zu errichten. Es soll in drei bis vier Wochen fertiggestellt sein. Die Donau soll auf diese Weise vor dem Kühlbereich des AKW Paks um 1,2 Meter angehoben werden. Die Kosten bezifferte der Regierungschef auf 6 Milliarden Forint (16,5 Millionen Euro).

Donnerstag, 13.08.2026, 17:04 Uhr
dpa
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Niedrige Donau: Rumänien schaltet AKW komplett ab
Der Sprengung eines Felsens sollte das Atomkraftwerk retten − es reichte nicht. Jetzt wird es ganz heruntergefahren. Auch in Ungarn gibt es Probleme mit einem Reaktor.
Wegen des zu niedrigen Wasserstands an der Donau schaltet Rumänien das Kernkraftwerk Cernavoda ganz ab. Wie das Energieministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur Mediafax mitteilte, wird auch der zweite Reaktor heruntergefahren, nachdem Ende Juli bereits der erste Reaktorblock wegen mangelnden Kühlwassers abgeschaltet worden war. Das AKW liegt im Osten des Landes an einem Donau-Arm und produziert normalerweise 20 Prozent des rumänischen Strombedarfs. Es bezieht sein gesamtes Kühlwasser aus dem Fluss. 

Schlimmstenfalls werde die Stromzufuhr für Großverbraucher aus der Industrie eingeschränkt, sagte Cristian Busoi, Staatssekretär im Energieministerium nach Angaben von Mediafax. Dies erlaubt eine erst kürzlich erlassene Regierungsverordnung. Für die Bevölkerung werde dies keine Folgen haben. Früheren Berichten zufolge verhandle Rumänien mit den Nachbarländern Ukraine und Bulgarien über Strom-Importe.

Erst vor zehn Tagen hatte Rumänien versucht, durch die Sprengung eines Felsens in der Donau mehr Wasser nach Cernavoda zu leiten. An einer Gabelung zweier Donau-Arme, 50 Kilometer flussaufwärts nahe dem Ort Izvoarele hatte die Armee den Felsen detoniert, sodass mehr Wasser in den Donauarm floss, der Cernavoda versorgt. 

Geröll in vier Lastkähnen wurde zudem an einer anderen Stelle am Ufer versenkt, um den Wasserzufluss besser zu steuern. Danach stieg der Wasserstand bei Cernavoda geringfügig, so dass der Betrieb des zweiten Reaktors um einige Tage verlängert werden konnte, erklärte Verteidigungsminister Radu Miruta. Doch zur längerfristigen Versorgung des AKW mit Wasser reichte diese Operation nicht aus.

Massive Probleme in Ungarn

Um den Betrieb des Atomkraftwerks Paks aufrechtzuerhalten, staut Ungarn die für die Kühlung nötige, derzeit wasserarme Donau auf. „Wir haben mit dem Bau jener Sohlschwelle begonnen, die dauerhaft dazu beitragen wird, den Wasserstand der Donau anzuheben“, sagte Ministerpräsident Peter Magyar auf einer Pressekonferenz in Paks, 100 Kilometer südlich von Budapest. 

Ungarns einziges Kernkraftwerk läuft wegen des niedrigen Wasserstands der Donau derzeit mit nur zwei von acht Turbinen. Grund für den Wassermangel sind die auch in anderen Teilen Europas vorherrschende Hitze und Trockenheit, die den großen Flüssen das Wasser entziehen. 

Vor neun Tagen hatte das AKW Paks, das normalerweise für mindestens ein Drittel des ungarischen Stromverbrauchs aufkommt, knapp vor der Komplettabschaltung gestanden. Das Weiterlaufen der letzten Turbine hatte nur an wenigen Millimetern beim Wasserstand der Donau gehangen. 

Vor der Fertigstellung der Sohlschwelle sollen noch zwei jeweils 80 Meter lange, aneinandergereihte und quer zur Flussrichtung stehende Lastkähne kontrolliert versenkt werden, um einen ersten Staueffekt zu erzielen. Die Sohlschwelle, ein quer zur Fließrichtung in der Gewässersohle liegendes Bauwerk, soll aus rund 185.000 Kubikmetern Gestein aufgeschüttet werden. 

Wie Magyar am Donnerstag weiter sagte, seien Soldaten der ungarischen Armee 24 Stunden am Tag im Einsatz, um das Bauwerk zu errichten. Es soll in drei bis vier Wochen fertiggestellt sein. Die Donau soll auf diese Weise vor dem Kühlbereich des AKW Paks um 1,2 Meter angehoben werden. Die Kosten bezifferte der Regierungschef auf 6 Milliarden Forint (16,5 Millionen Euro).

Donnerstag, 13.08.2026, 17:04 Uhr
dpa

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