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Energie & Management > KWK - Letzte KWK-Ausschreibung stark überzeichnet
Quelle: E&M
KWK

Letzte KWK-Ausschreibung stark überzeichnet

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der KWK-Ausschreibung vom Dezember veröffentlicht. Bislang sind das die letzten Ausschreibungen, da für 2026 noch keine neue Regelung vorliegt.
Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge für KWK-Anlagen und für innovative Systeme mit KWK zum Gebotstermin 1. Dezember 2025 bekannt gegeben. Die Bundesnetzagentur verzeichnete einen „starken Wettbewerb“, wie sie am 15. Januar mitteilte. Das liegt sicherlich auch an der KWK-Ausschreibungsverordnung, die Ende des Jahres 2025 ausgelaufen ist. Sie regelt die Verteilung der Ausschreibungsvolumina der jährlichen Gebotstermine. Für die Zeit ab 2026 liegt derzeit keine Regelung vor.

Für einen erheblichen Teil der KWK-Anlagen, die an den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur teilnehmen müssen (Leistungssegment von 500 kW bis 50 MW elektrisch), war das bis dato damit die letzte Ausschreibungsrunde. Die Bundesregierung ist hier gefragt – wie in der Ausschreibungsverordnung (KWKAusVO) vorgesehen –, einen Vorschlag für die Fortsetzung der Ausschreibungen vorzulegen. Bislang kam sie dem jedoch nicht nach. 

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) hatte im Oktober vergangenen Jahres auf Anfrage der Redaktion mitgeteilt, dass ein Evaluierungsbericht die Grundlage für eine KWKG-Novelle bilden soll. Im Zuge dessen soll dann auch über Art und Umfang der Fortführung der Ausschreibungen nach der KWKAusVO entschieden werden (wir berichteten). 

​Ergebnisse zeigen große Verunsicherung

Für Barbara Minderjahn, Hauptgeschäftsführerin vom Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) offenbaren die Ergebnisse die Verunsicherung in der gesamten KWK-Branche: „Die deutliche Überzeichnung im KWK-Segment zeigt, dass noch viele Projekte sowohl im Bereich von Modernisierung als auch Neubau geplant sind, aber der langfristige, verlässliche Rahmen fehlt. Sprich: Viele, wie beispielsweise unsere Stadtwerke, die investieren möchten, haben diese Ausschreibungsrunde versucht zu nutzen, um ihre Projekte noch in die Realisierung zu bringen und sind hierfür zum Teil an die äußerste Grenze ihrer Wirtschaftlichkeit gegangen.“

Bei der iKWK lassen laut Aussage der B.KWK-Hauptgeschäftsführerin sowohl die niedrigen Preise als auch die Unterzeichnung des Segments auf die fehlende Planungssicherheit schließen. „Auch hier spielt der Wirtschaftlichkeitsfaktor eine entscheidende Rolle bei der Wahl der Förderungsmodelle, wobei der Rückgriff auf die alternative BEW-Förderung attraktiver geworden ist beziehungsweise sich eine Kombination mit dem KWK-Segment äußert, sofern das Anlagensetup dies zulässt“, sagte Minderjahn auf Nachfrage dieser Redaktion. „Das verdeutlicht einmal mehr den dringenden Handlungs- und Reformbedarf der Ausschreibungsverordnung. Die Gefahr ist groß, der bestehenden Nachfrage der Branche nach Investition und Erneuerung nicht adäquat nachkommen zu können.“

Ausschreibung für KWK-Anlagen

Die Zuschläge haben bei der konventionellen KWK das Ausschreibungsvolumen vollständig ausgeschöpft, so die Bundesnetzagentur. Durch den Bieterwettbewerb ist der Durchschnittspreis der bezuschlagten Gebote gesunken. Zu der ausgeschriebenen Menge für KWK-Anlagen von 107,96 MW wurden 41 Gebote mit einem Volumen von insgesamt 135,67 MW eingereicht. Damit war diese Ausschreibung deutlich überzeichnet. Die Beteiligung liegt ungefähr auf dem Niveau der letzten Ausschreibung (37 Gebote, 145,53 MW). Von den eingegangenen Geboten sind 38 zulässig (119 MW) und drei Gebote nicht zulässig (16,7 MW).

Es werden 33 Gebote mit einer Menge von insgesamt 108,65 MW bezuschlagt. In der vorherigen Ausschreibung lag die Zuschlagsmenge von 17 Zuschlägen bei 88 MW. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 5,02 Ct/kWh und damit unterhalb des entsprechenden Wertes der letzten Ausschreibung (5,73 Ct/kWh).

Ausschreibung für innovative KWK-Systeme

Das Segment der innovativen KWK-Systeme ist unterzeichnet. Trotz Unterzeichnung führt der Bieterwettbewerb auch in diesem Segment zu sinkenden Preisen bei den eingegangenen Geboten.

Im iKWK-Segment wurden für die ausgeschriebene Menge von 34,26 MW sechs zulässige Gebote mit einem Gesamtvolumen von 27,59 MW eingereicht und bezuschlagt. Die Gebotsanzahl und -menge hat sich gegenüber der Ausschreibung im Juni 2025 (24 Gebote, 74,445 MW) deutlich reduziert. Demgegenüber steigt die Zuschlagsmenge im Vergleich zu 25,340 MW leicht an.

Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt in diesem Segment 6,67 Ct/kWh. Damit ist der durchschnittliche Zuschlagswert gegenüber 7,15 Ct/kWh in der letzten Ausschreibung gesunken.

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse auf der Homepage veröffentlicht: 

Donnerstag, 15.01.2026, 16:57 Uhr
Heidi Roider
Energie & Management > KWK - Letzte KWK-Ausschreibung stark überzeichnet
Quelle: E&M
KWK
Letzte KWK-Ausschreibung stark überzeichnet
Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der KWK-Ausschreibung vom Dezember veröffentlicht. Bislang sind das die letzten Ausschreibungen, da für 2026 noch keine neue Regelung vorliegt.
Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge für KWK-Anlagen und für innovative Systeme mit KWK zum Gebotstermin 1. Dezember 2025 bekannt gegeben. Die Bundesnetzagentur verzeichnete einen „starken Wettbewerb“, wie sie am 15. Januar mitteilte. Das liegt sicherlich auch an der KWK-Ausschreibungsverordnung, die Ende des Jahres 2025 ausgelaufen ist. Sie regelt die Verteilung der Ausschreibungsvolumina der jährlichen Gebotstermine. Für die Zeit ab 2026 liegt derzeit keine Regelung vor.

Für einen erheblichen Teil der KWK-Anlagen, die an den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur teilnehmen müssen (Leistungssegment von 500 kW bis 50 MW elektrisch), war das bis dato damit die letzte Ausschreibungsrunde. Die Bundesregierung ist hier gefragt – wie in der Ausschreibungsverordnung (KWKAusVO) vorgesehen –, einen Vorschlag für die Fortsetzung der Ausschreibungen vorzulegen. Bislang kam sie dem jedoch nicht nach. 

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) hatte im Oktober vergangenen Jahres auf Anfrage der Redaktion mitgeteilt, dass ein Evaluierungsbericht die Grundlage für eine KWKG-Novelle bilden soll. Im Zuge dessen soll dann auch über Art und Umfang der Fortführung der Ausschreibungen nach der KWKAusVO entschieden werden (wir berichteten). 

​Ergebnisse zeigen große Verunsicherung

Für Barbara Minderjahn, Hauptgeschäftsführerin vom Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) offenbaren die Ergebnisse die Verunsicherung in der gesamten KWK-Branche: „Die deutliche Überzeichnung im KWK-Segment zeigt, dass noch viele Projekte sowohl im Bereich von Modernisierung als auch Neubau geplant sind, aber der langfristige, verlässliche Rahmen fehlt. Sprich: Viele, wie beispielsweise unsere Stadtwerke, die investieren möchten, haben diese Ausschreibungsrunde versucht zu nutzen, um ihre Projekte noch in die Realisierung zu bringen und sind hierfür zum Teil an die äußerste Grenze ihrer Wirtschaftlichkeit gegangen.“

Bei der iKWK lassen laut Aussage der B.KWK-Hauptgeschäftsführerin sowohl die niedrigen Preise als auch die Unterzeichnung des Segments auf die fehlende Planungssicherheit schließen. „Auch hier spielt der Wirtschaftlichkeitsfaktor eine entscheidende Rolle bei der Wahl der Förderungsmodelle, wobei der Rückgriff auf die alternative BEW-Förderung attraktiver geworden ist beziehungsweise sich eine Kombination mit dem KWK-Segment äußert, sofern das Anlagensetup dies zulässt“, sagte Minderjahn auf Nachfrage dieser Redaktion. „Das verdeutlicht einmal mehr den dringenden Handlungs- und Reformbedarf der Ausschreibungsverordnung. Die Gefahr ist groß, der bestehenden Nachfrage der Branche nach Investition und Erneuerung nicht adäquat nachkommen zu können.“

Ausschreibung für KWK-Anlagen

Die Zuschläge haben bei der konventionellen KWK das Ausschreibungsvolumen vollständig ausgeschöpft, so die Bundesnetzagentur. Durch den Bieterwettbewerb ist der Durchschnittspreis der bezuschlagten Gebote gesunken. Zu der ausgeschriebenen Menge für KWK-Anlagen von 107,96 MW wurden 41 Gebote mit einem Volumen von insgesamt 135,67 MW eingereicht. Damit war diese Ausschreibung deutlich überzeichnet. Die Beteiligung liegt ungefähr auf dem Niveau der letzten Ausschreibung (37 Gebote, 145,53 MW). Von den eingegangenen Geboten sind 38 zulässig (119 MW) und drei Gebote nicht zulässig (16,7 MW).

Es werden 33 Gebote mit einer Menge von insgesamt 108,65 MW bezuschlagt. In der vorherigen Ausschreibung lag die Zuschlagsmenge von 17 Zuschlägen bei 88 MW. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 5,02 Ct/kWh und damit unterhalb des entsprechenden Wertes der letzten Ausschreibung (5,73 Ct/kWh).

Ausschreibung für innovative KWK-Systeme

Das Segment der innovativen KWK-Systeme ist unterzeichnet. Trotz Unterzeichnung führt der Bieterwettbewerb auch in diesem Segment zu sinkenden Preisen bei den eingegangenen Geboten.

Im iKWK-Segment wurden für die ausgeschriebene Menge von 34,26 MW sechs zulässige Gebote mit einem Gesamtvolumen von 27,59 MW eingereicht und bezuschlagt. Die Gebotsanzahl und -menge hat sich gegenüber der Ausschreibung im Juni 2025 (24 Gebote, 74,445 MW) deutlich reduziert. Demgegenüber steigt die Zuschlagsmenge im Vergleich zu 25,340 MW leicht an.

Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt in diesem Segment 6,67 Ct/kWh. Damit ist der durchschnittliche Zuschlagswert gegenüber 7,15 Ct/kWh in der letzten Ausschreibung gesunken.

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse auf der Homepage veröffentlicht: 

Donnerstag, 15.01.2026, 16:57 Uhr
Heidi Roider

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