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Energie & Management > Regulierung - Krisenplattform für Strom im Aufbau
Quelle: Shutterstock / nitpicker
Regulierung

Krisenplattform für Strom im Aufbau

Eine digitale Sicherheitsplattform für den Stromsektor (SiPlaS) soll im Fall einer Strommangellage die Koordination zwischen Behörden, Netzbetreibern und Großverbrauchern erleichtern.
Die Bundesnetzagentur baut eine digitale „Sicherheitsplattform Strom“ (SiPlaS) für den Umgang mit möglichen Strommangellagen auf. Nach Angaben der Bonner Behörde läuft die Entwicklung bereits seit 2024. Ziel ist es, im Krisenfall die Kommunikation und Koordination zwischen Behörden, Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern sowie stromintensiven Unternehmen zu verbessern.

Rechtsgrundlage für die Plattform ist das Energiesicherungsgesetz (EnSiG). Die Sicherheitsplattform soll Daten bereitstellen, die im Fall einer staatlich festgestellten Energiemangellage eine schnelle Umsetzung von Lastreduktionsmaßnahmen ermöglichen. Betreiber der Plattform wird der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion sein, den die Bundesnetzagentur mit Aufbau und dauerhaftem Betrieb beauftragt hat.

Großverbraucher registriert

Registrieren müssen sich vor allem industrielle Großverbraucher mit einem voraussichtlichen Jahresstromverbrauch von mindestens zehn Millionen kWh. Nach Angaben der Bundesnetzagentur werden auf der Plattform sowohl Stammdaten der Unternehmen als auch Informationen zur Stromabnahme für definierte Notfallzeiträume hinterlegt. Diese Daten sollen im Krisenfall kurzfristig verfügbar sein.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bestätigt, dass die Wirtschaft in den Aufbau der neuen Stromplattform eingebunden ist. Ein Sprecher des Verbandes erklärt, die Plattform sei bekannt, die Mitgliedsunternehmen stünden dazu im Austausch mit der Bundesnetzagentur.

Eine Pressesprecherin der Bundesnetzagentur betont gegenüber der Redaktion, dass die Plattform ausschließlich der Vorsorge diene. „Das deutsche Stromnetz ist nach wie vor eines der stabilsten der Welt. Dennoch ist es Aufgabe der Bundesnetzagentur, Krisenvorsorge auch für sehr unwahrscheinliche Fälle zu treffen“, erklärt sie.

Vorsorgliche Datenlage

Die Sicherheitsplattform Strom solle deshalb wichtige Daten zur Stromnutzung bereits im Vorfeld erfassen und für einen möglichen Krisenfall bereithalten. Nach Angaben der Behörde ergänzt SiPlaS die bestehenden Prozesse der Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber. Klare Regeln und eine digitale Koordination der beteiligten Akteure sollen die Handlungsfähigkeit in außergewöhnlichen Versorgungssituationen verbessern.

Kommt es zu einer durch Rechtsverordnung festgestellten Energiemangellage nach dem Energiesicherungsgesetz, kann die Bundesnetzagentur mithilfe der Plattform anordnen, dass bestimmte Großverbraucher ihren Strombezug reduzieren. Nach Angaben der Behörde sollen solche Maßnahmen ausschließlich als letztes Mittel und mit ausreichendem zeitlichem Vorlauf erfolgen. Ziel sei es, die Stabilität des Stromsystems aufrechtzuerhalten und größere Versorgungsstörungen zu vermeiden.

Vorbild Gasplattform

Als Vorbild dient die bereits bestehende Sicherheitsplattform Gas (SiPlaGas). Diese nahm im September 2022 während der Energiekrise infolge des russischen Gaslieferstopps den Betrieb auf. Auf der Plattform stellen Großverbraucher, Versorgungsunternehmen, Händler, Netzbetreiber sowie Bilanzkreisverantwortliche ihre Stammdaten und aktuelle Verbrauchsinformationen zur Verfügung.

Seit Dezember 2023 müssen sich zudem Betreiber und Nutzer von Gasspeichern registrieren und ihre Daten regelmäßig aktualisieren. Die Bundesnetzagentur entwickelt die Gasplattform nach eigenen Angaben gemeinsam mit Trading Hub Europe (THE) kontinuierlich weiter und nutzt sie zur Vorbereitung auf mögliche Gasmangellagen. (sh)

Freitag, 31.07.2026, 14:57 Uhr
Susanne Harmsen
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Krisenplattform für Strom im Aufbau
Eine digitale Sicherheitsplattform für den Stromsektor (SiPlaS) soll im Fall einer Strommangellage die Koordination zwischen Behörden, Netzbetreibern und Großverbrauchern erleichtern.
Die Bundesnetzagentur baut eine digitale „Sicherheitsplattform Strom“ (SiPlaS) für den Umgang mit möglichen Strommangellagen auf. Nach Angaben der Bonner Behörde läuft die Entwicklung bereits seit 2024. Ziel ist es, im Krisenfall die Kommunikation und Koordination zwischen Behörden, Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern sowie stromintensiven Unternehmen zu verbessern.

Rechtsgrundlage für die Plattform ist das Energiesicherungsgesetz (EnSiG). Die Sicherheitsplattform soll Daten bereitstellen, die im Fall einer staatlich festgestellten Energiemangellage eine schnelle Umsetzung von Lastreduktionsmaßnahmen ermöglichen. Betreiber der Plattform wird der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion sein, den die Bundesnetzagentur mit Aufbau und dauerhaftem Betrieb beauftragt hat.

Großverbraucher registriert

Registrieren müssen sich vor allem industrielle Großverbraucher mit einem voraussichtlichen Jahresstromverbrauch von mindestens zehn Millionen kWh. Nach Angaben der Bundesnetzagentur werden auf der Plattform sowohl Stammdaten der Unternehmen als auch Informationen zur Stromabnahme für definierte Notfallzeiträume hinterlegt. Diese Daten sollen im Krisenfall kurzfristig verfügbar sein.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bestätigt, dass die Wirtschaft in den Aufbau der neuen Stromplattform eingebunden ist. Ein Sprecher des Verbandes erklärt, die Plattform sei bekannt, die Mitgliedsunternehmen stünden dazu im Austausch mit der Bundesnetzagentur.

Eine Pressesprecherin der Bundesnetzagentur betont gegenüber der Redaktion, dass die Plattform ausschließlich der Vorsorge diene. „Das deutsche Stromnetz ist nach wie vor eines der stabilsten der Welt. Dennoch ist es Aufgabe der Bundesnetzagentur, Krisenvorsorge auch für sehr unwahrscheinliche Fälle zu treffen“, erklärt sie.

Vorsorgliche Datenlage

Die Sicherheitsplattform Strom solle deshalb wichtige Daten zur Stromnutzung bereits im Vorfeld erfassen und für einen möglichen Krisenfall bereithalten. Nach Angaben der Behörde ergänzt SiPlaS die bestehenden Prozesse der Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber. Klare Regeln und eine digitale Koordination der beteiligten Akteure sollen die Handlungsfähigkeit in außergewöhnlichen Versorgungssituationen verbessern.

Kommt es zu einer durch Rechtsverordnung festgestellten Energiemangellage nach dem Energiesicherungsgesetz, kann die Bundesnetzagentur mithilfe der Plattform anordnen, dass bestimmte Großverbraucher ihren Strombezug reduzieren. Nach Angaben der Behörde sollen solche Maßnahmen ausschließlich als letztes Mittel und mit ausreichendem zeitlichem Vorlauf erfolgen. Ziel sei es, die Stabilität des Stromsystems aufrechtzuerhalten und größere Versorgungsstörungen zu vermeiden.

Vorbild Gasplattform

Als Vorbild dient die bereits bestehende Sicherheitsplattform Gas (SiPlaGas). Diese nahm im September 2022 während der Energiekrise infolge des russischen Gaslieferstopps den Betrieb auf. Auf der Plattform stellen Großverbraucher, Versorgungsunternehmen, Händler, Netzbetreiber sowie Bilanzkreisverantwortliche ihre Stammdaten und aktuelle Verbrauchsinformationen zur Verfügung.

Seit Dezember 2023 müssen sich zudem Betreiber und Nutzer von Gasspeichern registrieren und ihre Daten regelmäßig aktualisieren. Die Bundesnetzagentur entwickelt die Gasplattform nach eigenen Angaben gemeinsam mit Trading Hub Europe (THE) kontinuierlich weiter und nutzt sie zur Vorbereitung auf mögliche Gasmangellagen. (sh)

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Susanne Harmsen

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