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Energie & Management > Stromnetz - Konverterbau in Emden schreitet voran
Quelle: Shutterstock
Stromnetz

Konverterbau in Emden schreitet voran

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat in Emden den Bau der A-Nord-Konverterstation besucht, die ab 2027 Windstrom nach Nordrhein-Westfalen transportieren soll.
Der Bau der Konverterstation für die Gleichstromverbindung A-Nord in Emden kommt voran. Laut dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion, einem von vier Betreibern von Höchstspannungsnetzen in Deutschland, liegen die Arbeiten im Zeitplan. Mehrere zentrale Komponenten seien bereits installiert oder befänden sich in der Montage.

Im Rahmen der Nationalen Maritimen Konferenz besuchte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Baustelle im Emder Stadtteil Petkum. Nach Angaben des Unternehmens sind unter anderem 13 Transformatoren mit einem Gewicht von jeweils rund 300 Tonnen vor Ort angekommen. Sie sollen in den kommenden Monaten angeschlossen werden. Parallel dazu installiert Amprion derzeit die Leistungselektronik in den Konverterhallen.

Windstrom fürs Netz wandeln

Die Anlage gilt als zentraler Knotenpunkt für die Verteilung von Windenergie aus der Nordsee. Künftig soll dort erzeugter Strom gebündelt und über die rund 300 Kilometer lange Erdkabelverbindung A-Nord nach Meerbusch-Osterath in Nordrhein-Westfalen transportiert werden. Die Übertragungskapazität liegt bei etwa 2.000 MW. Nach Unternehmensangaben könnten so rund zwei Millionen Menschen mit Strom aus Windenergie versorgt werden.

Technisch wandelt die Konverterstation Wechselstrom in Gleichstrom um, um Verluste beim Transport über große Entfernungen zu reduzieren. Zudem übernimmt sie Funktionen zur Stabilisierung der Netzspannung. Zusammen mit der bestehenden Gleichstromverbindung Ultranet entsteht ein etwa 600 Kilometer langer Transportkorridor für Windstrom, der bis in den Süden Deutschlands reicht. Laut Amprion profitieren davon insgesamt rund vier Millionen Menschen.

Netzausbau geht voran

Reiche bezeichnete das Projekt als wichtigen Baustein für den Netzausbau. Leistungsfähige Stromnetze seien Voraussetzung, um erneuerbare Energien aus dem Norden in Verbrauchszentren zu bringen. „Der Fortschritt in Emden zeigt, dass der Ausbau vorankomme und damit die Grundlage für ein stabiles Energiesystem geschaffen werde“, sagte sie.

Auch Amprion hebt die Bedeutung der Verbindung hervor. Vorstandsvorsitzender Christoph Müller erklärte laut Unternehmen, mit A-Nord und Ultranet entstehe das erste Multiterminal-System für Gleichstrom in Deutschland. In den kommenden Jahren wolle das Unternehmen jährlich ein großes Leitungsprojekt in Betrieb nehmen. Dadurch könnten Engpasskosten im Stromnetz um rund 700 Millionen Euro pro Jahr sinken, was sich dämpfend auf die Netzentgelte auswirken könne.
 
Konverter-Besichtigung in Emden (v.l.): Carsten Lehmköster (Geschäftsführung Amprion Offshore), Tanja Groß (Projektsprecherin A-Nord), Christoph Müller (CEO Amprion), Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Michael Hegmanns (Projektleiter Konverter) und Daniel Eichhoff (Leiter HVDC)
Quelle: Amprion/Björn Behrens

Amprion investiert 42 Milliarden Euro

Bis 2030 plant Amprion Investitionen in Höhe von rund 42 Milliarden Euro in den Ausbau des Übertragungsnetzes. Dazu zählen neben A-Nord mehrere On- und Offshore-Projekte in Gleichstromtechnik. Der Netzbetreiber bündelt diese Vorhaben nach eigenen Angaben, um Bauzeiten zu verkürzen und Eingriffe in Natur und Umwelt zu reduzieren.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Anbindung von Offshore-Windparks. Die entsprechenden Netze sollen weit ins Landesinnere geführt werden, um Strom direkt in große Verbrauchszentren zu leiten. Zusätzlich plant Amprion, Konverterplattformen auf See miteinander sowie mit Netzen anderer europäischer Staaten zu verknüpfen. Aktuell arbeitet das Unternehmen unter anderem an Projekten wie DolWin4 und BorWin4 sowie BalWin1 und BalWin2.

Bei der Umsetzung setzt Amprion nach eigenen Angaben verstärkt auf europäische Lieferketten. Komponenten für die Offshore-Infrastruktur entstehen demnach an verschiedenen Standorten: Stahlbauteile werden in Papenburg gefertigt und im spanischen Cadiz weiterverarbeitet, elektrotechnische Anlagen kommen aus Nürnberg. Weitere Bauteile und Kabel bezieht das Unternehmen aus Norwegen, Frankreich, Finnland und Italien.

Donnerstag, 30.04.2026, 13:40 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Stromnetz - Konverterbau in Emden schreitet voran
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Konverterbau in Emden schreitet voran
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat in Emden den Bau der A-Nord-Konverterstation besucht, die ab 2027 Windstrom nach Nordrhein-Westfalen transportieren soll.
Der Bau der Konverterstation für die Gleichstromverbindung A-Nord in Emden kommt voran. Laut dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion, einem von vier Betreibern von Höchstspannungsnetzen in Deutschland, liegen die Arbeiten im Zeitplan. Mehrere zentrale Komponenten seien bereits installiert oder befänden sich in der Montage.

Im Rahmen der Nationalen Maritimen Konferenz besuchte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Baustelle im Emder Stadtteil Petkum. Nach Angaben des Unternehmens sind unter anderem 13 Transformatoren mit einem Gewicht von jeweils rund 300 Tonnen vor Ort angekommen. Sie sollen in den kommenden Monaten angeschlossen werden. Parallel dazu installiert Amprion derzeit die Leistungselektronik in den Konverterhallen.

Windstrom fürs Netz wandeln

Die Anlage gilt als zentraler Knotenpunkt für die Verteilung von Windenergie aus der Nordsee. Künftig soll dort erzeugter Strom gebündelt und über die rund 300 Kilometer lange Erdkabelverbindung A-Nord nach Meerbusch-Osterath in Nordrhein-Westfalen transportiert werden. Die Übertragungskapazität liegt bei etwa 2.000 MW. Nach Unternehmensangaben könnten so rund zwei Millionen Menschen mit Strom aus Windenergie versorgt werden.

Technisch wandelt die Konverterstation Wechselstrom in Gleichstrom um, um Verluste beim Transport über große Entfernungen zu reduzieren. Zudem übernimmt sie Funktionen zur Stabilisierung der Netzspannung. Zusammen mit der bestehenden Gleichstromverbindung Ultranet entsteht ein etwa 600 Kilometer langer Transportkorridor für Windstrom, der bis in den Süden Deutschlands reicht. Laut Amprion profitieren davon insgesamt rund vier Millionen Menschen.

Netzausbau geht voran

Reiche bezeichnete das Projekt als wichtigen Baustein für den Netzausbau. Leistungsfähige Stromnetze seien Voraussetzung, um erneuerbare Energien aus dem Norden in Verbrauchszentren zu bringen. „Der Fortschritt in Emden zeigt, dass der Ausbau vorankomme und damit die Grundlage für ein stabiles Energiesystem geschaffen werde“, sagte sie.

Auch Amprion hebt die Bedeutung der Verbindung hervor. Vorstandsvorsitzender Christoph Müller erklärte laut Unternehmen, mit A-Nord und Ultranet entstehe das erste Multiterminal-System für Gleichstrom in Deutschland. In den kommenden Jahren wolle das Unternehmen jährlich ein großes Leitungsprojekt in Betrieb nehmen. Dadurch könnten Engpasskosten im Stromnetz um rund 700 Millionen Euro pro Jahr sinken, was sich dämpfend auf die Netzentgelte auswirken könne.
 
Konverter-Besichtigung in Emden (v.l.): Carsten Lehmköster (Geschäftsführung Amprion Offshore), Tanja Groß (Projektsprecherin A-Nord), Christoph Müller (CEO Amprion), Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Michael Hegmanns (Projektleiter Konverter) und Daniel Eichhoff (Leiter HVDC)
Quelle: Amprion/Björn Behrens

Amprion investiert 42 Milliarden Euro

Bis 2030 plant Amprion Investitionen in Höhe von rund 42 Milliarden Euro in den Ausbau des Übertragungsnetzes. Dazu zählen neben A-Nord mehrere On- und Offshore-Projekte in Gleichstromtechnik. Der Netzbetreiber bündelt diese Vorhaben nach eigenen Angaben, um Bauzeiten zu verkürzen und Eingriffe in Natur und Umwelt zu reduzieren.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Anbindung von Offshore-Windparks. Die entsprechenden Netze sollen weit ins Landesinnere geführt werden, um Strom direkt in große Verbrauchszentren zu leiten. Zusätzlich plant Amprion, Konverterplattformen auf See miteinander sowie mit Netzen anderer europäischer Staaten zu verknüpfen. Aktuell arbeitet das Unternehmen unter anderem an Projekten wie DolWin4 und BorWin4 sowie BalWin1 und BalWin2.

Bei der Umsetzung setzt Amprion nach eigenen Angaben verstärkt auf europäische Lieferketten. Komponenten für die Offshore-Infrastruktur entstehen demnach an verschiedenen Standorten: Stahlbauteile werden in Papenburg gefertigt und im spanischen Cadiz weiterverarbeitet, elektrotechnische Anlagen kommen aus Nürnberg. Weitere Bauteile und Kabel bezieht das Unternehmen aus Norwegen, Frankreich, Finnland und Italien.

Donnerstag, 30.04.2026, 13:40 Uhr
Susanne Harmsen

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