Hybridheizungsanlage in der Winterfeldtstraße in Berlin. Quelle: Gasag
In Berlin hat die Gasag Solution Plus eine Hybridheizung für ein Mehrfamilienhaus aus den 1970er-Jahren in Betrieb gesetzt. Diese Lösung dient als Modell für Bestandsbauten der Gewobag.
Wie in vielen deutschen Städten gibt es auch in Berlin viele Mehrfamilienhäuser aus den 1970er-Jahren, errichtet in Plattenbauweise. Eine der großen ökologischen Herausforderungen wird in den nächsten Jahren die Umstellung dieser Bestandsimmobilien auf eine umweltfreundliche und energiesparende Wärmeversorgung. Gerade in dicht besiedelten Gebieten besteht nicht überall die Option, auf Wärmenetze, Geothermie oder Abwärme als Energiequelle zurückzugreifen. Eine Pilotlösung wurde am 28. April in Betrieb genommen.
Für das städtische Wohnungsunternehmen Gewobag hat die Gasag Solution Plus beispielhaft in der Berliner Winterfeldtstraße 70 ein Mehrfamilienhaus auf eine umweltfreundlichere Heizung umgestellt. Eine Kombination aus Luftwärmepumpe und einem Gas-Spitzenlastkessel soll jährlich 21,6 Tonnen CO2 einsparen gegenüber der bisherigen Heizungsanlage. Damit werde sie den gesetzlichen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) für den Klimaschutz gerecht, heißt es in einer Mitteilung.
Die Hybridheizung setzt sich aus einer Luftwärmepumpe mit einer Leistung von 45 kW und einem Gas-Spitzenlastkessel zusammen. Die Luftwärmepumpe übernimmt die Hauptlast, sodass der Kessel nur bei erhöhten Bedarfsspitzen und an sehr kalten Tagen anspringt. Das macht das Heizsystem besonders effizient und erhöht den Anteil Erneuerbarer Energien auf 70 Prozent.
Beispiel für viele Wohnbauten Das Mehrfamilienhaus aus den 1970er Jahren repräsentiert den Großteil des
Berliner Baubestandes und könne exemplarisch für weitere Energieprojekte dieser
Art angewendet werden. Die energetische Ertüchtigung funktionierte laut Gewobag ohne Sanierung und tiefgreifende Umbauten, sei sozialverträglich und benötige wenig Platz. Die Planungs- und Ausführungszeit war daher vergleichsweise gering.
Mit einem schallgedämmten Gehäuse werde laut Gasag Solutions Plus sichergestellt, dass die Anwohnerinnen und Anwohner auch akustisch kaum von der Wärmepumpe im Innenhof gestört werden. Ein Pufferspeicher sorge zudem für eine längere Laufzeit der Wärmepumpe.
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Das Haus mit der neuen Hybridheizung in der Berliner Winterfeldtstraße Quelle: Gasag |
Der Vertriebsleiter Matthias Prennig sagt: „Das Projekt Winterfeldtstraße ist ein vergleichsweise kleines Projekt mit großer Wirkung.“ Gasag Solution Plus und Gewobag zeigten mit dem Projekt, dass die GEG-konforme Ertüchtigung von Bestandsbauten zu marktgerechten Preisen möglich ist. Dies könne als Blaupause für die Transformation des Berliner Immobilienbestandes genutzt werden, wo nur eine dezentrale Wärmeversorgung in Betracht komme, erläuterte Martin Mahlberg, kaufmännischer Geschäftsführer der Gewobag ED. Das Unternehmen hat rund 76.000 Wohnungen mit mehr als 150.000 Mieterinnen und Mietern im Bestand.
Dienstag, 28.04.2026, 14:09 Uhr
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