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Energie & Management > Wärme - EU genehmigt Geothermie-Joint-Venture
Quelle: Shutterstock
Wärme

EU genehmigt Geothermie-Joint-Venture

Die Europäische Kommission hat der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für die Bohrung nach Thermalwasser für die Energie- und Lithiumgewinnung zugestimmt.
Es bestehen keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken bei dem Gemeinschaftsunternehmen der Hochtief AG, der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der australischen Vulcan Energy Resources Ltd. Geprüft wurde das Vorhaben im vereinfachten Verfahren nach der EU-Fusionskontrollverordnung, heißt es dazu aus Brüssel.

Im Zentrum stehen geothermische Anlagen, bei denen Thermalwasser aus großer Tiefe gefördert wird. Dieses Tiefenwasser soll doppelt genutzt werden: Zum einen dient es als Quelle für erneuerbare Wärme und Strom, zum anderen enthält es gelöstes Lithium, das extrahiert und weiterverarbeitet werden soll. Die Kombination aus Energiegewinnung und Rohstoffproduktion bildet den Kern des Geschäftsmodells.

Konkret ist geplant, aus der Sole Lithiumhydroxidmonohydrat herzustellen. Dieser Stoff wird für Kathodenmaterial in Batterien von Elektrofahrzeugen benötigt. Vulcan Energy hatte im Dezember den Start des sogenannten Lionheart-Projekts bekanntgegeben (wir berichteten). Vorgesehen ist eine Jahresproduktion von bis zu 24.000 Tonnen Lithiumhydroxidmonohydrat. Nach Unternehmensangaben entspricht dies dem Bedarf für rund 500.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr.

Die geothermische Komponente ist dabei nicht nur Nebenprodukt, sondern integraler Bestandteil. Die bei der Lithiumgewinnung geförderte Wärme soll in Wärmenetze eingespeist werden. Zusätzlich ist die Erzeugung von Strom aus Geothermie vorgesehen. Damit verbindet das Vorhaben die Versorgung mit erneuerbarer Energie und die Bereitstellung eines strategisch wichtigen Rohstoffs an einem Standort.

2,2 Milliarden Euro zur Finanzierung

Finanziell wird das Projekt von mehreren Seiten getragen. Der Rohstofffonds der Bundesregierung investiert nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie bis zu 150 Millionen Euro. Hinzu kommen unter anderem 250 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank. Insgesamt beläuft sich das gesicherte Finanzierungspaket auf 2,2 Milliarden Euro. Die Beteiligung der KfW als staatlicher Förderbank unterstreicht die rohstoff- und energiepolitische Bedeutung.

Hochtief übernimmt nach eigenen Angaben Planung, Bau und Inbetriebnahme der geothermischen Anlagen sowie der Lithiumextraktions- und -verarbeitungsanlagen. Vulcan bringt technologische Expertise in der Lithiumgewinnung aus Thermalwasser ein. Mit der Freigabe durch die EU-Kommission kann das Gemeinschaftsunternehmen den Ausbau der geothermischen Infrastruktur und der Lithiumproduktion vorantreiben.

Montag, 23.02.2026, 09:10 Uhr
Stefan Sagmeister
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EU genehmigt Geothermie-Joint-Venture
Die Europäische Kommission hat der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für die Bohrung nach Thermalwasser für die Energie- und Lithiumgewinnung zugestimmt.
Es bestehen keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken bei dem Gemeinschaftsunternehmen der Hochtief AG, der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der australischen Vulcan Energy Resources Ltd. Geprüft wurde das Vorhaben im vereinfachten Verfahren nach der EU-Fusionskontrollverordnung, heißt es dazu aus Brüssel.

Im Zentrum stehen geothermische Anlagen, bei denen Thermalwasser aus großer Tiefe gefördert wird. Dieses Tiefenwasser soll doppelt genutzt werden: Zum einen dient es als Quelle für erneuerbare Wärme und Strom, zum anderen enthält es gelöstes Lithium, das extrahiert und weiterverarbeitet werden soll. Die Kombination aus Energiegewinnung und Rohstoffproduktion bildet den Kern des Geschäftsmodells.

Konkret ist geplant, aus der Sole Lithiumhydroxidmonohydrat herzustellen. Dieser Stoff wird für Kathodenmaterial in Batterien von Elektrofahrzeugen benötigt. Vulcan Energy hatte im Dezember den Start des sogenannten Lionheart-Projekts bekanntgegeben (wir berichteten). Vorgesehen ist eine Jahresproduktion von bis zu 24.000 Tonnen Lithiumhydroxidmonohydrat. Nach Unternehmensangaben entspricht dies dem Bedarf für rund 500.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr.

Die geothermische Komponente ist dabei nicht nur Nebenprodukt, sondern integraler Bestandteil. Die bei der Lithiumgewinnung geförderte Wärme soll in Wärmenetze eingespeist werden. Zusätzlich ist die Erzeugung von Strom aus Geothermie vorgesehen. Damit verbindet das Vorhaben die Versorgung mit erneuerbarer Energie und die Bereitstellung eines strategisch wichtigen Rohstoffs an einem Standort.

2,2 Milliarden Euro zur Finanzierung

Finanziell wird das Projekt von mehreren Seiten getragen. Der Rohstofffonds der Bundesregierung investiert nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie bis zu 150 Millionen Euro. Hinzu kommen unter anderem 250 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank. Insgesamt beläuft sich das gesicherte Finanzierungspaket auf 2,2 Milliarden Euro. Die Beteiligung der KfW als staatlicher Förderbank unterstreicht die rohstoff- und energiepolitische Bedeutung.

Hochtief übernimmt nach eigenen Angaben Planung, Bau und Inbetriebnahme der geothermischen Anlagen sowie der Lithiumextraktions- und -verarbeitungsanlagen. Vulcan bringt technologische Expertise in der Lithiumgewinnung aus Thermalwasser ein. Mit der Freigabe durch die EU-Kommission kann das Gemeinschaftsunternehmen den Ausbau der geothermischen Infrastruktur und der Lithiumproduktion vorantreiben.

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Stefan Sagmeister

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