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Eon hat einen einheitlichen Standard für flexible Netzanschlussverträge bei seinen Verteilnetzbetreibern entwickelt. Bis Ende 2026 wird er bei allen Eon-Netzgesellschaften eingeführt.
Eon hat einen konzernweiten Standard für flexible Netzanschlussverträge von Batteriespeichern entwickelt. Die sogenannten Flexible Connection Agreements (FCA) sollen den Anschluss von Speichern an das Stromnetz erleichtern und die Nutzung bestehender Netzkapazitäten verbessern. Bis Ende 2026 soll der Rollout bei allen Eon-Netzbetreibern in Deutschland erfolgen
Grundlage für die Entwicklung waren Erfahrungen aus einem Pilotprojekt mit dem Speicherentwickler Eco Stor im schleswig-holsteinischen Bollingstedt.
Nach Angaben von Eon reagiert das Unternehmen damit auf die stark wachsende Nachfrage nach Netzanschlüssen für Batteriespeicher. Während bereits Anschlussleistungen von rund 25.000 MW zugesagt worden seien, lägen weitere Anfragen mit einer Leistung von mehr als 500.000 MW vor. Dies entspreche etwa dem Sechsfachen der heutigen deutschen Spitzenlast.
Der neue Vertragsstandard sieht vor, den Betrieb von Batteriespeichern stärker an den tatsächlichen Netzbedingungen auszurichten. In Zeiten hoher Netzauslastung können Einspeise- oder Bezugsleistungen zeitweise reduziert werden. Bei geringer Netzbelastung sollen Speicher dagegen freie Kapazitäten nutzen. Dadurch könnten auch Standorte erschlossen werden, an denen ein herkömmlicher Netzanschluss kurzfristig nicht oder nur nach umfangreichen Netzausbaumaßnahmen möglich wäre.
Ausrichtung an den tatsächlichen Netzbedingungen
Thomas König, Netzvorstand von Eon, erklärte, mit den flexiblen Anschlussverträgen solle ihre Integration in die Verteilnetze beschleunigt werden, ohne die Netzsicherheit zu beeinträchtigen.
An der Entwicklung der FCA waren nach Unternehmensangaben auch Vertreter der Speicherbranche beteiligt. Erste Anwendungen wurden im Rahmen mehrerer Pilotprojekte getestet. Dazu gehörte der Batteriespeicher in Bollingstedt mit 103 MW Leistung und 239 MWh Kapazität. Gemeinsam mit Eco Stor seien dort die Vertragsbedingungen erprobt und weiterentwickelt worden.
Georg Gallmetzer, Geschäftsführer von Eco Stor und Vorstandsmitglied des Bundesverbands Energiespeicher (BVES), erklärte, standardisierte Anschlussmodelle könnten sowohl für Projektentwickler als auch für Netzbetreiber mehr Planungssicherheit schaffen.
Eon verweist darauf, dass flexible Netzanschlussverträge den notwendigen Netzausbau nicht ersetzen können. Vielmehr seien sie als Ergänzung zu Investitionen in die Infrastruktur gedacht. Um die fortschreitende Elektrifizierung sowie den Ausbau erneuerbarer Energien zu ermöglichen, seien weiterhin Netzverstärkungen und eine stärkere Digitalisierung erforderlich.
Künftig plant Eon nach eigenen Angaben, flexible Anschlussmodelle auch für weitere Anwendungsfälle einzusetzen. Dazu zählen Batteriespeicher in Kombination mit erneuerbaren Erzeugungsanlagen, Biogasanlagen sowie verschiedene Kombinationen erneuerbarer Energieträger. Ziel sei ein einheitlicher Rahmen für Netzanschlüsse in den Eon-Verteilnetzen.
Donnerstag, 18.06.2026, 14:51 Uhr
Fritz Wilhelm
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