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„EnviTec Biogas“ setzt drei Biomethanprojekte in Deutschland um. In Priborn, Friesoythe und Delbrück steht die Umrüstung bestehender Biogasanlagen im Fokus.
EnviTec Biogas setzt derzeit drei Projekte zur Aufbereitung und Einspeisung von Biomethan in Deutschland um. Dabei erweitert das Unternehmen bestehende Biogasanlagen in Priborn, Friesoythe und Delbrück um Gasaufbereitungstechnik. In Priborn läuft die Produktion bereits, in Friesoythe und Delbrück befinden sich die Vorhaben noch in der Umsetzung.
Am Standort Priborn in Mecklenburg-Vorpommern bereitet Envitec seit Juli 2026 erstmals Biogas zu Biomethan auf. Die dortige Biogasanlage besteht seit 2004 und verfügte bislang über eine elektrische Leistung von 550 kW. Für die Umstellung installierte das Unternehmen eine Gasaufbereitungsanlage des Typs „EnviThan“ mit einer Kapazität von 475 Normkubikmeter (Nm3) pro Stunde.
Neben der Gasaufbereitung ergänzte das Unternehmen den Standort Priborn um weitere Komponenten. Dazu zählen eine neue Anmischtechnik, ein Schubboden und ein Technikgebäude sowie ein Sauerstoffgenerator. Hinzu kommen drei Gärrestspeicher mit zwei Abfüllplätzen, ein Pumpenhaus, eine Separation und eine weitere Notfackel.
Friesoythe wechselt nach EEG-Ende auf Biomethan
Ein zweites Projekt entsteht in Friesoythe in Niedersachsen. Dort stellt ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb seine Biogasanlage nach 22 Jahren Betrieb auf die Produktion von Biomethan um. Die EEG-Vergütung für die Anlage war zum 1. Januar 2025 ausgelaufen. Die ursprünglich von Envitec errichtete Co-Fermenter-Anlage verfügte über eine Leistung von 370 kW.
Künftig soll eine Envithan-Anlage das erzeugte Biogas auf Erdgasqualität aufbereiten. Das Biomethan soll anschließend in das Gasnetz von EWE eingespeist werden. In der ersten Ausbaustufe ist die Anlage für einen Rohbiogasstrom von 500 Normkubikmeter pro Stunde ausgelegt. Eine Erweiterung auf 600 Normkubikmeter pro Stunde ist vorgesehen.
Als Substrate will der Betreiber nachwachsende Rohstoffe sowie Gülle und Mist aus dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb einsetzen. Das Projekt steht damit für eine mögliche Anschlussnutzung von Biogasanlagen nach dem Ende ihrer bisherigen EEG-Vergütung. Anstelle der bisherigen Verstromung am Anlagenstandort tritt die Aufbereitung des Biogases und dessen Einspeisung in das Gasnetz.
Delbrück plant Einspeisung ab November
Auch in Delbrück in Nordrhein-Westfalen erweitert ein Betreiber eine bestehende Biogasanlage um eine Biomethanaufbereitung. Die Anlage soll 200 Normkubikmeter pro Stunde aufbereiten. Die Aufbereitungstechnik befindet sich in einem Container, der an die vorhandene Biogasanlage angebunden wird. Die erste Einspeisung in das örtliche Gasnetz ist für November 2026 vorgesehen. Eigentümer der Anlage sind zwei Landwirte aus der Region. Sie betreiben am Standort bereits ein BHKW. Mit der neuen Gasaufbereitung kommt die Biomethaneinspeisung als weiterer Verwertungspfad hinzu.
Biomethan ist laut Envitec ein wertvoller Energieträger für den Einsatz in einer Vielzahl unterschiedlicher Anwendungsbereiche. Ob zur Strom- und Wärmeerzeugung, als Kraftstoff im Verkehrssektor oder für den Einsatz in industriellen Prozessen.
Die drei Projekte zeigen unterschiedliche Wege für den Weiterbetrieb bestehender Biogasanlagen. Während in Priborn die Biomethanproduktion bereits begonnen hat, steht in Friesoythe insbesondere die Nutzung einer Anlage nach dem Auslaufen der EEG-Vergütung im Vordergrund. In Delbrück ergänzt die Einspeisung den bestehenden BHKW-Betrieb. (hr)
Donnerstag, 17.09.2026, 09:06 Uhr
Heidi Roider
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