Der Campus Sternhöhe. Quelle: Alexander Büchle / MAVEO GmbH
Der Energiedienstleister liefert im Rahmen eines Energieliefer-Contractings Kälte für das Rechenzentrum auf dem Campus Sternhöhe in Stuttgart.
Engie Deutschland wird auf der Stuttgarter Sternhöhe eine Kältezentrale für ein neues Rechenzentrum errichten. Auftraggeber ist die Nexspace Data Centers GmbH aus Heidelberg. Das Unternehmen erhält im Rahmen eines Energieliefer-Contractings eine Kälteversorgung für die Wasserkühlung der Hochleistungsserver.
Wie es von Engie heißt, betrage die installierte Kälteleistung zunächst 2,8 MW und könne perspektivisch auf bis zu 3,8 MW erweitert werden. Der Lieferbeginn ist für Oktober 2026 vorgesehen. Der Vertrag zwischen den Partnern hat eine Laufzeit von 20 Jahren und enthält eine Option zur Verlängerung um weitere zehn Jahre.
Perspektivisch ist vorgesehen, die im Kühlprozess entstehende Abwärme in eine zentrale Wärmeversorgung auf dem Campus einzubinden, heißt es weiter. Damit könnte ein zusätzlicher Beitrag zur Effizienzsteigerung und Sektorkopplung geleistet werden.
Das Rechenzentrum entsteht auf einem Campus, den der Eigentümer Astaria zu einem Technologie-Standort weiterentwickelt. Nexspace Data Centers wird dort auf einer Fläche von rund 1.800 Quadratmetern sogenannte Colocation-Dienstleistungen anbieten. Dabei stellt der Betreiber Nexspace die Infrastruktur wie Fläche, Stromversorgung, Kühlung, Sicherheit und Netzanbindung bereit, während die Kunden ihre eigene Hardware betreiben und die Kontrolle über Daten und Anwendungen behalten.
Hohe Leistungsnutzungseffizienz
Für den IT-Betrieb wird eine Leistung von 3,4 MW bereitgestellt. Angestrebt wird eine Leistungsnutzungseffizienz (Power Usage Effectiveness, PUE) von 1,2 oder besser. Damit sollen die Anforderungen des Energieeffizienzgesetzes erfüllt werden. Die PUE beschreibt das Verhältnis zwischen dem gesamten Energieverbrauch eines Rechenzentrums und dem Energiebedarf der IT-Systeme.
Konkret bedeutet dieser Wert im vorliegenden Projekt, dass für 1 kWh Strom, die Server und Speichersysteme verbrauchen, insgesamt 1,2 kWh benötigt werden. Die Differenz von 0,2 kWh entfällt auf die technische Infrastruktur wie Kühlung, Stromverteilung und Beleuchtung. Ein PUE-Wert von 1,2 gilt als vergleichsweise effizient, da der Anteil des zusätzlichen Energiebedarfs relativ gering ist.
Nexspace Data Centers mit Sitz in Heidelberg betreibt nach eigenen Angaben Rechenzentren im deutschsprachigen Raum, unter anderem in Heidelberg und Graz. Mit dem Standort in Stuttgart wird das Netzwerk erweitert. Das Unternehmen adressiert vor allem mittelständische Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Betreiber kritischer Infrastrukturen.
„Rechenzentren stellen höchste Anforderungen an Versorgungssicherheit und Energieeffizienz“, sagt Cathrin Lind, Geschäftsbereichsleiterin Energy Solutions bei Engie Deutschland. „Mit diesem Projekt unterstreicht Engie ihre Rolle als verlässlicher Partner für Rechenzentrumsbetreiber, der das Kundenversprechen einer dauerhaft hochverfügbaren und nachhaltigen Kälteversorgung einhält.“
Mittwoch, 8.04.2026, 17:16 Uhr
Stefan Sagmeister
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