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Energie & Management > Europaeische Union - Energy Traders Europe fordert Vollendung des Energiemarkts bis 2028
Quelle: Shutterstock / jorisvo
Europaeische Union

Energy Traders Europe fordert Vollendung des Energiemarkts bis 2028

Energy Traders Europe legt mit „Integrate by ’28“ eine Roadmap mit 45 Maßnahmen vor, um den EU-Binnenenergiemarkt bis 2028 zu vollenden.
Energy Traders Europe, der europäische Verband der Energiehändler (früher: EFET), hat mit „Integrate by ’28“ eine Roadmap zur Vollendung des EU-Binnenmarkts für Energie bis 2028 veröffentlicht. Der 36-seitige Report, der in englischer Sprache vorliegt, enthält 45 konkrete Maßnahmen für die Jahre 2026 bis 2028. Ziel sei es, die bestehenden rechtlichen und institutionellen Grundlagen des Internal Energy Market konsequent umzusetzen und weiterzuentwickeln, heißt es von Seiten des Verbands.

Vier Jahre nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sei die strategische Bedeutung eines vollständig integrierten Energiemarkts höher denn je.
Fragmentierung, regulatorische Unsicherheiten und eine uneinheitliche Umsetzung europäischer Regeln bremsten nach Einschätzung des Verbands Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit. Die Organisation verweist darauf, dass die Integration der Energiemärkte in den vergangenen zwei Jahrzehnten erhebliche Vorteile gebracht habe, darunter eine höhere Versorgungssicherheit, die Integration wachsender Anteile erneuerbarer Energien sowie zusätzliche Wohlfahrtsgewinne für Verbraucher.

Kernbotschaft des Reports ist, dass die EU bereits über die notwendigen Markt- und Regulierungsstrukturen verfüge. Priorität habe nun die vollständige und kohärente Umsetzung in allen Mitgliedstaaten. Eine tiefere Integration sei der schnellste Weg, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, die Resilienz der Energieversorgung zu erhöhen, Klimaneutralität kosteneffizient zu erreichen und regulatorische Komplexität für Unternehmen zu reduzieren.

Noch Fragmentierung und regulatorische Unsicherheiten

Giusi Squicciarini, Chair von Energy Traders Europe, erklärt, Europas Energiemärkte hätten in Krisenzeiten ihre Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt und jährlich Milliardenbeträge an zusätzlichem Wohlfahrtsgewinn generiert. Die Arbeit sei jedoch nicht abgeschlossen. In einer zunehmend wettbewerbsintensiven globalen Wirtschaft hielten Fragmentierung und regulatorische Unsicherheiten Europa zurück. „Integrate by ’28“ skizziere daher einen praxisnahen Ansatz zur Vollendung des Internal Energy Market in den kommenden drei Jahren und betone die Bedeutung gemeinsamer Ziele und politischer Führung.

Inhaltlich deckt die Roadmap ein breites Spektrum ab. Im Bereich Strom und Netze fordert der Verband unter anderem die konsequente Umsetzung der 70-Prozent-Regel für grenzüberschreitende Kapazitäten, eine zielgerichtete Verwendung von Congestion Income sowie die stärkere Integration der EU-Balancing-Plattformen PICASSO und MARI. Zudem spricht sich die Organisation für eine Harmonisierung von Network Tariffs und Contracts for Difference (CfD) sowie für die Beschleunigung von Intraday-Gate-Closure-Zeiten aus.

Im Gassektor plädiert der Verband unter anderem für eine Überarbeitung des Methane-Regulation-Rahmens, eine effizientere Nutzung bestehender Infrastruktur, marktbasierte Speicherfüllung und die Entwicklung eines europäischen Zielmodells für Biomethan. Auch die Integration von Kapazitätsmechanismen über Grenzen hinweg sowie die stärkere Einbindung der Vertragsparteien der EU-Energiegemeinschaft und der Ukraine werden adressiert.

Klimapolitisch betont der Report die zentrale Rolle des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) als primäres Instrument der Dekarbonisierung. Vorgeschlagen werden unter anderem die Einbindung von von CO2-Abscheidung und Speicherung, eine stabile Ausgestaltung des Klimazolls (Carbon Border Adjustment Mechanism – CBAM) sowie die perspektivische Verknüpfung von EU ETS und UK ETS.

Abschließend hebt Energy Traders Europe hervor, dass neben legislativen Anpassungen eine „Kultur eines wirklich europäischen Energiemarkts“ erforderlich sei. Politischer Wille, konsistente Umsetzung und eine enge Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Marktteilnehmern seien entscheidend, um die Vollendung des Binnenenergiemarkts bis 2028 zu erreichen.

Die Roadmap „Integrate by ’28“ kann von der Internetseite von Energy Traders Europe heruntergeladen werden.

Donnerstag, 26.02.2026, 09:40 Uhr
Fritz Wilhelm
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Energy Traders Europe fordert Vollendung des Energiemarkts bis 2028
Energy Traders Europe legt mit „Integrate by ’28“ eine Roadmap mit 45 Maßnahmen vor, um den EU-Binnenenergiemarkt bis 2028 zu vollenden.
Energy Traders Europe, der europäische Verband der Energiehändler (früher: EFET), hat mit „Integrate by ’28“ eine Roadmap zur Vollendung des EU-Binnenmarkts für Energie bis 2028 veröffentlicht. Der 36-seitige Report, der in englischer Sprache vorliegt, enthält 45 konkrete Maßnahmen für die Jahre 2026 bis 2028. Ziel sei es, die bestehenden rechtlichen und institutionellen Grundlagen des Internal Energy Market konsequent umzusetzen und weiterzuentwickeln, heißt es von Seiten des Verbands.

Vier Jahre nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sei die strategische Bedeutung eines vollständig integrierten Energiemarkts höher denn je.
Fragmentierung, regulatorische Unsicherheiten und eine uneinheitliche Umsetzung europäischer Regeln bremsten nach Einschätzung des Verbands Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit. Die Organisation verweist darauf, dass die Integration der Energiemärkte in den vergangenen zwei Jahrzehnten erhebliche Vorteile gebracht habe, darunter eine höhere Versorgungssicherheit, die Integration wachsender Anteile erneuerbarer Energien sowie zusätzliche Wohlfahrtsgewinne für Verbraucher.

Kernbotschaft des Reports ist, dass die EU bereits über die notwendigen Markt- und Regulierungsstrukturen verfüge. Priorität habe nun die vollständige und kohärente Umsetzung in allen Mitgliedstaaten. Eine tiefere Integration sei der schnellste Weg, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, die Resilienz der Energieversorgung zu erhöhen, Klimaneutralität kosteneffizient zu erreichen und regulatorische Komplexität für Unternehmen zu reduzieren.

Noch Fragmentierung und regulatorische Unsicherheiten

Giusi Squicciarini, Chair von Energy Traders Europe, erklärt, Europas Energiemärkte hätten in Krisenzeiten ihre Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt und jährlich Milliardenbeträge an zusätzlichem Wohlfahrtsgewinn generiert. Die Arbeit sei jedoch nicht abgeschlossen. In einer zunehmend wettbewerbsintensiven globalen Wirtschaft hielten Fragmentierung und regulatorische Unsicherheiten Europa zurück. „Integrate by ’28“ skizziere daher einen praxisnahen Ansatz zur Vollendung des Internal Energy Market in den kommenden drei Jahren und betone die Bedeutung gemeinsamer Ziele und politischer Führung.

Inhaltlich deckt die Roadmap ein breites Spektrum ab. Im Bereich Strom und Netze fordert der Verband unter anderem die konsequente Umsetzung der 70-Prozent-Regel für grenzüberschreitende Kapazitäten, eine zielgerichtete Verwendung von Congestion Income sowie die stärkere Integration der EU-Balancing-Plattformen PICASSO und MARI. Zudem spricht sich die Organisation für eine Harmonisierung von Network Tariffs und Contracts for Difference (CfD) sowie für die Beschleunigung von Intraday-Gate-Closure-Zeiten aus.

Im Gassektor plädiert der Verband unter anderem für eine Überarbeitung des Methane-Regulation-Rahmens, eine effizientere Nutzung bestehender Infrastruktur, marktbasierte Speicherfüllung und die Entwicklung eines europäischen Zielmodells für Biomethan. Auch die Integration von Kapazitätsmechanismen über Grenzen hinweg sowie die stärkere Einbindung der Vertragsparteien der EU-Energiegemeinschaft und der Ukraine werden adressiert.

Klimapolitisch betont der Report die zentrale Rolle des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) als primäres Instrument der Dekarbonisierung. Vorgeschlagen werden unter anderem die Einbindung von von CO2-Abscheidung und Speicherung, eine stabile Ausgestaltung des Klimazolls (Carbon Border Adjustment Mechanism – CBAM) sowie die perspektivische Verknüpfung von EU ETS und UK ETS.

Abschließend hebt Energy Traders Europe hervor, dass neben legislativen Anpassungen eine „Kultur eines wirklich europäischen Energiemarkts“ erforderlich sei. Politischer Wille, konsistente Umsetzung und eine enge Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Marktteilnehmern seien entscheidend, um die Vollendung des Binnenenergiemarkts bis 2028 zu erreichen.

Die Roadmap „Integrate by ’28“ kann von der Internetseite von Energy Traders Europe heruntergeladen werden.

Donnerstag, 26.02.2026, 09:40 Uhr
Fritz Wilhelm

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