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Energie & Management > Stromnetz - Energiewirtschaft fordert einheitliches Netzpaket
Quelle: Katia Meyer-Tien
Stromnetz

Energiewirtschaft fordert einheitliches Netzpaket

Der BDEW und der Bundesverband Windenergie fordern vom Bundeswirtschaftsministerium ein abgestimmtes Netzanschlusspaket, um Netzausbau und erneuerbare Energien besser zu verzahnen.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat die Pläne des Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) zur Reform der Netzanschlussverfahren grundsätzlich begrüßt. In einem Pressestatement erklärte Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae, die Energiewirtschaft unterstütze die Initiative zur Modernisierung des Netzanschlussregimes. Ziel müsse es sein, bestehende Netzkapazitäten flexibler zu nutzen und Engpässe transparenter zu steuern.

Auch der Bundesverband Windenergie (BWE) sieht im geplanten Netzpaket die Chance für strukturelle Verbesserungen. In einer Stellungnahme fordert der Verband eine effizientere und stärker digitalisierte Netzinfrastruktur. Bestehende Probleme im Netz ließen sich laut BWE bewältigen, ohne den Ausbau von Wind- und Solarenergie zu bremsen. Voraussetzung dafür sei eine bessere Auslastung der vorhandenen Netzinfrastruktur sowie ein deutlicher Digitalisierungsschub.

Konkretere Reformideen des BMWE

Hintergrund ist ein im Januar bekannt gewordener Gesetzentwurf zu Änderungen im Energiewirtschaftsgesetz und im Erneuerbare-Energien-Gesetz, das sogenannte Netzanschlusspaket. Das BMWE hat seine Reformüberlegungen nun in einem weiteren Papier konkretisiert. Laut Andreae besteht insbesondere in Netzengpassgebieten Bedarf an rechtssicheren Verfahren zur Vergabe knapper Kapazitäten. Gleichzeitig müsse der Netzausbau beschleunigt werden, da er mit den Anschlussbegehren – vor allem auf höheren Spannungsebenen – nicht Schritt halte.

Der BDEW betont, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft parallel vorangetrieben werden müssen. Laut Andreae zeigten aktuelle geopolitische Entwicklungen, dass die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern nicht nur klimapolitische, sondern auch wirtschaftliche Risiken berge. Entscheidend sei daher eine system- und kosteneffiziente Umsetzung der Transformation.

Für die weitere Ausgestaltung des Netzanschlusspakets formuliert der Verband fünf zentrale Kriterien. Dazu zählt erstens ein konsequenter und effizienter Ausbau von Netzen und erneuerbaren Energien, um die Leistungsfähigkeit des Energiesystems zu sichern. Zweitens fordert der BDEW verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Investitionen sowohl für Anlagenbetreiber als auch für Netzbetreiber planbar machen.

Drittens solle der administrative Aufwand für alle Beteiligten möglichst gering gehalten werden. Viertens sieht der Verband die Notwendigkeit einer gezielten Lenkungswirkung: Neue Erzeugungskapazitäten sollten bevorzugt in netzverträglichen Regionen entstehen, um Engpässe und Redispatch-Mengen zu reduzieren. Gleichzeitig müssten Netzbetreiber Anreize erhalten, besonders belastete Netzabschnitte prioritär auszubauen.

Fünftens regt der BDEW an zu prüfen, ob die vorgesehenen Maßnahmen für Neuanlagen tatsächlich zu einer Reduzierung der Redispatch-Mengen beitragen oder lediglich deren weiteren Anstieg begrenzen.

Der BWE schlägt in einer „Beschleunigungsagenda“ vor, am Netzverknüpfungspunkt eine stärkere Überbauung von Erzeugungsanlagen zuzulassen. Zudem spricht er sich dafür aus, Speicherprojekte an bestehenden Standorten von Genehmigungshürden zu entlasten.

Erzeugung und Verbrauch verknüpfen

Neue Stromabnehmer wie Rechenzentren oder Gewerbegebiete sollten gezielt in gemeinsame EE-Hub-Strukturen eingebunden werden, um direkte Lieferbeziehungen zwischen Erneuerbare-Energien-Anlagen und Industrie zu erleichtern. Dies betreffe sowohl Direktleitungen als auch Stromlieferverträge (Power Purchase Agreements). Laut Verband behindern derzeitige regulatorische Vorgaben solche Modelle. Die Bundesregierung müsse hier die rechtlichen Rahmenbedingungen anpassen, um Investitionen und Kooperationen zu ermöglichen.

Beide Verbände sehen im weiteren Gesetzgebungsprozess die Notwendigkeit, Netzausbau, erneuerbare Energien und neue Verbrauchsstrukturen stärker aufeinander abzustimmen.

Montag, 23.03.2026, 12:24 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Stromnetz - Energiewirtschaft fordert einheitliches Netzpaket
Quelle: Katia Meyer-Tien
Stromnetz
Energiewirtschaft fordert einheitliches Netzpaket
Der BDEW und der Bundesverband Windenergie fordern vom Bundeswirtschaftsministerium ein abgestimmtes Netzanschlusspaket, um Netzausbau und erneuerbare Energien besser zu verzahnen.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat die Pläne des Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) zur Reform der Netzanschlussverfahren grundsätzlich begrüßt. In einem Pressestatement erklärte Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae, die Energiewirtschaft unterstütze die Initiative zur Modernisierung des Netzanschlussregimes. Ziel müsse es sein, bestehende Netzkapazitäten flexibler zu nutzen und Engpässe transparenter zu steuern.

Auch der Bundesverband Windenergie (BWE) sieht im geplanten Netzpaket die Chance für strukturelle Verbesserungen. In einer Stellungnahme fordert der Verband eine effizientere und stärker digitalisierte Netzinfrastruktur. Bestehende Probleme im Netz ließen sich laut BWE bewältigen, ohne den Ausbau von Wind- und Solarenergie zu bremsen. Voraussetzung dafür sei eine bessere Auslastung der vorhandenen Netzinfrastruktur sowie ein deutlicher Digitalisierungsschub.

Konkretere Reformideen des BMWE

Hintergrund ist ein im Januar bekannt gewordener Gesetzentwurf zu Änderungen im Energiewirtschaftsgesetz und im Erneuerbare-Energien-Gesetz, das sogenannte Netzanschlusspaket. Das BMWE hat seine Reformüberlegungen nun in einem weiteren Papier konkretisiert. Laut Andreae besteht insbesondere in Netzengpassgebieten Bedarf an rechtssicheren Verfahren zur Vergabe knapper Kapazitäten. Gleichzeitig müsse der Netzausbau beschleunigt werden, da er mit den Anschlussbegehren – vor allem auf höheren Spannungsebenen – nicht Schritt halte.

Der BDEW betont, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft parallel vorangetrieben werden müssen. Laut Andreae zeigten aktuelle geopolitische Entwicklungen, dass die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern nicht nur klimapolitische, sondern auch wirtschaftliche Risiken berge. Entscheidend sei daher eine system- und kosteneffiziente Umsetzung der Transformation.

Für die weitere Ausgestaltung des Netzanschlusspakets formuliert der Verband fünf zentrale Kriterien. Dazu zählt erstens ein konsequenter und effizienter Ausbau von Netzen und erneuerbaren Energien, um die Leistungsfähigkeit des Energiesystems zu sichern. Zweitens fordert der BDEW verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Investitionen sowohl für Anlagenbetreiber als auch für Netzbetreiber planbar machen.

Drittens solle der administrative Aufwand für alle Beteiligten möglichst gering gehalten werden. Viertens sieht der Verband die Notwendigkeit einer gezielten Lenkungswirkung: Neue Erzeugungskapazitäten sollten bevorzugt in netzverträglichen Regionen entstehen, um Engpässe und Redispatch-Mengen zu reduzieren. Gleichzeitig müssten Netzbetreiber Anreize erhalten, besonders belastete Netzabschnitte prioritär auszubauen.

Fünftens regt der BDEW an zu prüfen, ob die vorgesehenen Maßnahmen für Neuanlagen tatsächlich zu einer Reduzierung der Redispatch-Mengen beitragen oder lediglich deren weiteren Anstieg begrenzen.

Der BWE schlägt in einer „Beschleunigungsagenda“ vor, am Netzverknüpfungspunkt eine stärkere Überbauung von Erzeugungsanlagen zuzulassen. Zudem spricht er sich dafür aus, Speicherprojekte an bestehenden Standorten von Genehmigungshürden zu entlasten.

Erzeugung und Verbrauch verknüpfen

Neue Stromabnehmer wie Rechenzentren oder Gewerbegebiete sollten gezielt in gemeinsame EE-Hub-Strukturen eingebunden werden, um direkte Lieferbeziehungen zwischen Erneuerbare-Energien-Anlagen und Industrie zu erleichtern. Dies betreffe sowohl Direktleitungen als auch Stromlieferverträge (Power Purchase Agreements). Laut Verband behindern derzeitige regulatorische Vorgaben solche Modelle. Die Bundesregierung müsse hier die rechtlichen Rahmenbedingungen anpassen, um Investitionen und Kooperationen zu ermöglichen.

Beide Verbände sehen im weiteren Gesetzgebungsprozess die Notwendigkeit, Netzausbau, erneuerbare Energien und neue Verbrauchsstrukturen stärker aufeinander abzustimmen.

Montag, 23.03.2026, 12:24 Uhr
Susanne Harmsen

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