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Sechs Elektrolyseur-Hersteller fordern in einem gemeinsamen Manifest von der EU-Politik mehr Unterstützung für ihren Industriezweig.
Die Bilanz ist ernüchternd. In den zurückliegenden 18
Monaten seien in Europa mindestens 80
Prozent der Projekte zur Herstellung von grünem Wasserstoff gestoppt worden. Eine neue Allianz europäischer Elektrolyseurhersteller schlägt vor diesem Hintergrund Alarm. Aktuell befänden sich demnach Anlagen mit einer Leistung von zusammen nur 2.800
MW im Bau.
Um die Ziele der europäischen Erneuerbaren-Richtlinie (RED
III) zu erreichen, seien bis zum Jahr 2030 wenigstens 25.000
MW an installierter Kapazität nötig, schreibt die Allianz „Electrolysers for Europe“ in einem nun veröffentlichten Manifest. Hinter dem neuen Zusammenschluss stehen die deutschen Produzenten Thyssenkrupp Nucera, Sunfire sowie ITM Power aus Großbritannien, John Cockerill aus Belgien, Topsoe aus Dänemark und Nel aus Norwegen.
Die Unternehmen appellieren an die EU, die Elektrolyseur-Industrie ins Zentrum ihrer Industriepolitik zu stellen. Es gehe darum, Investitionen zu mobilisieren und Markteinführung der Technologie zu unterstützen. Viele Projekte würden eingefroren, da es an klaren Nachfragesignalen mangele, die Finanzierung am Kapitalmarkt schwierig sei und grüner Wasserstoff vergleichsweise teuer sei. Verschärfend kämen regulatorische Unsicherheit hinzu, kritisiert die Allianz und verweist beispielhaft auf Vorgaben für Renewable Fuels of Non-Biological Origin (RFNBO). In manchen Fällen könnten diese Anforderungen die Kosten für RFNBO-Wasserstoff in Europa verdoppeln und damit Geschäftsmodelle zerstören, heißt es.
Unternehmen: RED III schnell in nationales Recht umsetzenDie Allianz fordert in ihrem 13-seitigem Manifest die Umsetzung von RED III in nationales Recht. Dies sei notwendig, „um eine vorhersehbare, politisch unterstützte Nachfrage zu schaffen“. In 25 von 27
Mitgliedstaaten ist das noch nicht geschehen. „Ohne eine schnelle und konsistente Umsetzung droht der europäische RFNBO-Markt zu fragmentieren, und der Hochlauf des Elektrolysesektors wird hinter den Erwartungen zurückbleiben“, heißt es weiter.
Weiterer zentraler Punkt des Papiers ist die Forderung nach einer EU-Finanzierungsplattform für RFNBO- und CO2-armen Elektrolyse-Wasserstoff. Die Allianz schlägt vor, die „Hydrogen Bank und zukünftige Instrumente zu einer One-Stop-Shop-Lösung zusammenführen, um Kostenlücken zu überbrücken, den Ausbau zu beschleunigen und gleichzeitig die Resilienz zu stärken“.
Überdies gelte es, die in Europa angesiedelte Produktion zu abzusichern. Das Merkmal „Made in Europa“ gelte es im Netz Zero Industry Act un Industrial Accelerator Act und künftigen Regulierungen einzuführen und zu stärken. Die sechs Unternehmen plädieren dafür, die Herstellung von Elektrolyseuren und die Lieferketten für kritische Komponenten in Europa zu „verankern, um die Resilienz zu erhöhen und die Abhängigkeit von Ausrüstungen aus Drittstaaten zu reduzieren“.
Das Manifest der „
Elektrolysers for Europe“ steht im Internet bereit.
Dienstag, 10.02.2026, 09:15 Uhr
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