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Deutschland ist laut einer Analyse der Marktoffensive Erneuerbare Energien im Ranking der europäischen PPA-Märkte nicht mehr an zweiter Stelle.
Eine Analyse, die die Marktoffensive beim Datendienstleister Pexapark in Auftrag gegeben hatte, hat sowohl die Zahl der abgeschlossenen Power Purchase Agreements (PPA) als auch der Flexibility Purchase Agreements (FPA) für das Jahr 2025 ermittelt. Während die Zahl der PPA- und FPA-Abschlüsse von 51 auf 27 sank, ging auch die vertraglich gesicherte Kapazität zurück. Sie erreichte noch 1.300
MW, nachdem sie im Jahr zuvor noch 2.200
MW betragen hatte. Damit liege Deutschland nicht mehr auf dem zweiten Rang im Ranking der größten PPA-Märkte in Europa, sondern sei hinter Spanien, Italien und Polen auf den vierten Rang abgerutscht.
Dank eines von 140 auf 249
MW gestiegenen Volumens für Batteriespeicher-FPA – dies entspricht einer Verdopplung im Laufe von 12 Monaten – sei der Rückgang jedoch etwas gedämpft worden. Insgesamt 25 Batteriespeicher-Verträge mit einem Gesamtvolumen von 1.092
MW verzeichnet die Marktanalyse für 2025. Davon seien 843
MW als Vermarktungsvereinbarungen ohne Preisabsicherung abgeschlossen worden. Flexibility Purchase Agreements mit Preisabsicherung seien auf 249
MW gekommen. Dabei habe es sich überwiegend um sogenannte Tolling-Verträge gehandelt, bei denen der Speicherbetreiber dem Vermarkter gegen ein fixes Entgelt volle operative Freiheiten einräumt. Im Jahr 2024 waren es acht Speicher-Abnahme- und Vermarktungsvereinbarungen mit insgesamt 524
MW gewesen. Die Premiere hatte 2023 mit einem Vertrag über 22 MW stattgefunden.
Bei der Betrachtung einzelner Technologien fällt auf, dass bei Solar-PPA der stärkste Rückgang zu verzeichnen war. Von 1.300
MW fiel das Volumen auf 610
MW. Bereits Ende 2024 habe sich der Markt spürbar abgekühlt – ein Trend der sich über das folgende Jahr fortgesetzt habe. Erst am Ende von 2025 habe die Zahl der Abschlüsse wieder deutlich zugenommen. Eine stabilere Preisentwicklung sowie ein wachsender Konsens zur Handhabung der negativen Preise seien dafür verantwortlich. Die Preise in diesem Segment bewegten sich zwischen 35 und 45 Euro/MWh.
Offshore-Projekte in schwierigem FahrwasserFür Offshore-Wind-PPA stehen 240
MW zu Buche nach rund 400
MW im Jahr 2024. Insgesamt seien 2025 nur drei PPAs in diesem Segment veröffentlicht worden, davon zwei für neuentwickelte Projekte und eines für einen bereits errichteten Windpark. Es bleibe abzuwarten, ob die Projekte zu den erzielten Preisen wirtschaftlich umgesetzt werden können, schreiben die Analysten. Die Spanne hatte im vergangenen Jahr zwischen 65 und 75 Euro/MWh gelegen.
Aufwärts ging es dagegen bei Onshore-Wind-PPA. Die meisten Onshore-Projekte seien zwar durch das EEG gefördert. Im laufenden Jahr sei aber mit einer Belebung des PPA-Markts zu rechnen, insbesondere aufgrund der stark überzeichneten EEG-Ausschreibungen. Der nun beobachtete Anstieg sei vor allem auf Verträge mit kurzfristigen Laufzeiten von älteren Bestandsanlagen, die aus der EEG-Vergütung gefallen sind, zurückzuführen. Das kurzfristige Volumen geben die Analysten mit 580
MW an, das langfristige mit 170
MW. Die Preise reichten von 55 bis 65
Euro/MWh. Im Report für 2024 hatten die Autoren unter dem Stichwort „Potenzielles Marktvolumen“ darauf verwiesen, dass jährlich etwa 2.000
MW Wind-Onshore-Kapazität aus der EEG-Vergütung fallen.
Während im Onshore-Segment mit einer weiteren Zunahmen kurzfristiger PPA zu rechnen sei, gehen die Verfassen der Marktanalyse bei Offshore-Projekten nicht von einer Trendwende aus. Für neue Projekte bestehe weiterhin „keine preisliche Überschneidung zwischen Käufer und Verkäufer“.
Nachdem sich die Situation für Solar-Projekte Ende 2025 wieder stabilisiert habe, bleibe nun abzuwarten, ob ein weiterer Rückgang der sogenannten Capture Rates – sie beschreiben den tatsächlich erzielten durchschnittlichen Strompreis einer Anlage im Verhältnis zum durchschnittlichen Markpreis – begrenzt werden können. Da die Verknüpfung von PV-Projekten mit Batteriespeichern für die Marktteilnehmern zunehmend interessant werden, sei in diesem Segment durchaus mit einer Zunahme kombinierter Verträge zu rechnen. Darüber gehen die Analysten von einem weiterhin starken Wachstum bei Stand-alone-Speicherverträgen aus.
Die Internetseite der Marktoffensive Erneuerbare Energien weist derzeit 36 Mitglieder aus, darunter Energieversorger, Berater, Anwälte und Industrieunternehmen, wie BASF, Trimet und die Deutsche Bahn. Träger der Initiative sind die Deutsche Energie-Agentur (Dena) und die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK).
Die
PPA-Marktanalyse 2025 steht auf der Website der Dena zum Download zur Verfügung.
Mittwoch, 22.04.2026, 15:38 Uhr
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