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Energie & Management > Bilanz - Alpiq baut Speicherportfolio aus
Quelle: Pixabay / David Schwarzenberg
Bilanz

Alpiq baut Speicherportfolio aus

Die Schweizer Alpiq hat in den ersten sechs Monaten 2026 das Speicherportfolio weiter ausgebaut. Mehrere Faktoren haben jedoch das Ergebnis des Energieversorgers gedrückt. 
Der Schweizer Energiekonzern Alpiq hat sein Geschäft mit Batteriespeichern und Pumpspeicherkraftwerken im ersten Halbjahr 2026 ausgebaut. Bis Ende Juni erhöhte das Unternehmen sein gesichertes Portfolio an Batterieenergiespeichersystemen (BESS) in Europa auf mehr als 1.000 MW. Davon befanden sich 130 MW in Betrieb und 225 MW im Bau. Nach Ende des Berichtszeitraums kam durch die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung am Speicherentwickler Harmony Energy weiteres Volumen hinzu.

Dem Ausbau des Portfolios steht ein Rückgang des operativen Ergebnisses gegenüber. Das bereinigte Ebitda sank im ersten Halbjahr von 398 Millionen Schweizer Franken (rund 424 Millionen Euro) im Vorjahreszeitraum auf 163 Millionen Schweizer Franken (174 Millionen Euro). Das entspricht einem Rückgang um 59 Prozent. Der Nettoumsatz verringerte sich von 3,157 Milliarden auf 3,062 Milliarden Schweizer Franken (3,2 Milliarden Euro). Das bereinigte Reinergebnis ging von 247 Millionen auf 42 Millionen Schweizer Franken (34,09 Millionen Euro) zurück. Als Ursachen nennt Alpiq niedrigere Strompreise, den längeren Ausfall des Kernkraftwerks Gösgen (KKG) und geringe Wasserzuflüsse aufgrund der Trockenheit in den Alpen.

Nach einem herausfordernden Jahresauftakt konnte laut Alpiq das Ergebnis im zweiten Quartal verbessert werden. Im März nahm das KKG den Betrieb wieder auf und konnte daraufhin genauso wie das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL), das zweite Schweizer Kernkraftwerk mit Alpiq-Beteiligung, die jährliche Revision erfolgreich abschliessen. 

Batteriespeicher erreichen Gigawatt-Marke

Beim Ausbau des Speicherportfolios setzte Alpiq im ersten Halbjahr mehrere Projekte um. Das Unternehmen integrierte den Batteriespeicher Chevire in Frankreich. Die Anlage verfügt über eine Leistung von 100 MW und befindet sich bereits in Betrieb. Beim geplanten Batteriespeicher in Niedergösgen sicherte sich Alpiq nach eigenen Angaben Netzanschlusskapazität für 300 MW.

Parallel steigt der Konzern in Spanien in ein Pumpspeicherprojekt ein. Alpiq erwarb das Projekt Navaleo mit einer geplanten Leistung von 535 MW. Für das Unternehmen handelt es sich um die erste größere Investition in Wasserkraft außerhalb der Schweiz. Mit Batteriespeichern und Pumpspeichern will Alpiq sein Portfolio an steuerbaren Anlagen ausbauen und diese mit Erzeugungsanlagen, Kundengeschäft und Handelsaktivitäten verbinden.

Nach Abschluss des ersten Halbjahres setzte Alpiq zudem seine Expansion im Batteriespeichergeschäft fort. Im Juli wurde der Erwerb einer 90-prozentigen Beteiligung an Harmony Energy abgeschlossem. Der Entwickler und Betreiber von Batteriespeichern bringt nach Angaben von Alpiq rund 400 MW an Anlagen im Bau sowie eine Projektpipeline im Multi-Gigawatt-Bereich ein. Die Projekte verteilen sich auf das Vereinigte Königreich, Deutschland, Frankreich und Polen.

Ergebnisverbesserung im zweiten Halbjahr erwartet

Für die zweite Jahreshälfte erwartet Alpiq ein höheres Ergebnis als in den ersten sechs Monaten. Als Faktoren nennt das Unternehmen den Normalbetrieb des Kernkraftwerks Gösgen, weitgehend abgesicherte Positionen sowie Möglichkeiten, Preisschwankungen an den Energiemärkten zu nutzen. Eine konkrete Ergebnisprognose nennt der Konzern nicht.

Personell bereitet Alpiq den Ausbau des Kundengeschäfts vor. Bianca Sarbu soll im November 2026 die Leitung des Geschäftsbereichs Energy Solutions übernehmen und in die Geschäftsleitung eintreten. Mit dem Ausbau dieses Bereichs sowie den Investitionen in Batterie- und Pumpspeicher setzt Alpiq auf Anlagen und Geschäftsmodelle, die Flexibilität im europäischen Stromsystem bereitstellen können.

Auch im Verwaltungsrat steht ein Wechsel an. Verwaltungsratspräsident Johannes Teyssen will sein Mandat im Herbst 2026 niederlegen. Teyssen führt das Gremium seit dem Winter 2021/22 und hat inzwischen zusätzlich den Vorsitz des Aufsichtsrats der Lufthansa Group übernommen. Teyssen: „Die Weichen sind nun gut für die Umsetzung der im letzten Jahr aktualisierten Strategie gestellt. Deswegen ist dies nach meiner Überzeugung der richtige Zeitpunkt, das Amt des Verwaltungsratspräsidenten in neue Hände weiterzugeben, da ich in den letzten Wochen zudem auch den Vorsitz des Aufsichtsrats der Lufthansa Gruppe übernommen habe.“

Als Nachfolger schlägt der Verwaltungsrat Alberto de Paoli vor. Der 1965 geborene Manager war von 2014 bis 2023 Finanzchef des italienischen Energiekonzerns Enel und verantwortete zuletzt dessen internationale Aktivitäten außerhalb Italiens und Spaniens. Zuvor leitete er unter anderem die Konzernstrategie von Enel und begleitete als CFO von Enel Green Power deren Börsengang. Über seine Wahl sollen die Aktionäre von Alpiq auf einer außerordentlichen Generalversammlung entscheiden. (hr)

Donnerstag, 27.08.2026, 13:00 Uhr
Heidi Roider
Energie & Management > Bilanz - Alpiq baut Speicherportfolio aus
Quelle: Pixabay / David Schwarzenberg
Bilanz
Alpiq baut Speicherportfolio aus
Die Schweizer Alpiq hat in den ersten sechs Monaten 2026 das Speicherportfolio weiter ausgebaut. Mehrere Faktoren haben jedoch das Ergebnis des Energieversorgers gedrückt. 
Der Schweizer Energiekonzern Alpiq hat sein Geschäft mit Batteriespeichern und Pumpspeicherkraftwerken im ersten Halbjahr 2026 ausgebaut. Bis Ende Juni erhöhte das Unternehmen sein gesichertes Portfolio an Batterieenergiespeichersystemen (BESS) in Europa auf mehr als 1.000 MW. Davon befanden sich 130 MW in Betrieb und 225 MW im Bau. Nach Ende des Berichtszeitraums kam durch die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung am Speicherentwickler Harmony Energy weiteres Volumen hinzu.

Dem Ausbau des Portfolios steht ein Rückgang des operativen Ergebnisses gegenüber. Das bereinigte Ebitda sank im ersten Halbjahr von 398 Millionen Schweizer Franken (rund 424 Millionen Euro) im Vorjahreszeitraum auf 163 Millionen Schweizer Franken (174 Millionen Euro). Das entspricht einem Rückgang um 59 Prozent. Der Nettoumsatz verringerte sich von 3,157 Milliarden auf 3,062 Milliarden Schweizer Franken (3,2 Milliarden Euro). Das bereinigte Reinergebnis ging von 247 Millionen auf 42 Millionen Schweizer Franken (34,09 Millionen Euro) zurück. Als Ursachen nennt Alpiq niedrigere Strompreise, den längeren Ausfall des Kernkraftwerks Gösgen (KKG) und geringe Wasserzuflüsse aufgrund der Trockenheit in den Alpen.

Nach einem herausfordernden Jahresauftakt konnte laut Alpiq das Ergebnis im zweiten Quartal verbessert werden. Im März nahm das KKG den Betrieb wieder auf und konnte daraufhin genauso wie das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL), das zweite Schweizer Kernkraftwerk mit Alpiq-Beteiligung, die jährliche Revision erfolgreich abschliessen. 

Batteriespeicher erreichen Gigawatt-Marke

Beim Ausbau des Speicherportfolios setzte Alpiq im ersten Halbjahr mehrere Projekte um. Das Unternehmen integrierte den Batteriespeicher Chevire in Frankreich. Die Anlage verfügt über eine Leistung von 100 MW und befindet sich bereits in Betrieb. Beim geplanten Batteriespeicher in Niedergösgen sicherte sich Alpiq nach eigenen Angaben Netzanschlusskapazität für 300 MW.

Parallel steigt der Konzern in Spanien in ein Pumpspeicherprojekt ein. Alpiq erwarb das Projekt Navaleo mit einer geplanten Leistung von 535 MW. Für das Unternehmen handelt es sich um die erste größere Investition in Wasserkraft außerhalb der Schweiz. Mit Batteriespeichern und Pumpspeichern will Alpiq sein Portfolio an steuerbaren Anlagen ausbauen und diese mit Erzeugungsanlagen, Kundengeschäft und Handelsaktivitäten verbinden.

Nach Abschluss des ersten Halbjahres setzte Alpiq zudem seine Expansion im Batteriespeichergeschäft fort. Im Juli wurde der Erwerb einer 90-prozentigen Beteiligung an Harmony Energy abgeschlossem. Der Entwickler und Betreiber von Batteriespeichern bringt nach Angaben von Alpiq rund 400 MW an Anlagen im Bau sowie eine Projektpipeline im Multi-Gigawatt-Bereich ein. Die Projekte verteilen sich auf das Vereinigte Königreich, Deutschland, Frankreich und Polen.

Ergebnisverbesserung im zweiten Halbjahr erwartet

Für die zweite Jahreshälfte erwartet Alpiq ein höheres Ergebnis als in den ersten sechs Monaten. Als Faktoren nennt das Unternehmen den Normalbetrieb des Kernkraftwerks Gösgen, weitgehend abgesicherte Positionen sowie Möglichkeiten, Preisschwankungen an den Energiemärkten zu nutzen. Eine konkrete Ergebnisprognose nennt der Konzern nicht.

Personell bereitet Alpiq den Ausbau des Kundengeschäfts vor. Bianca Sarbu soll im November 2026 die Leitung des Geschäftsbereichs Energy Solutions übernehmen und in die Geschäftsleitung eintreten. Mit dem Ausbau dieses Bereichs sowie den Investitionen in Batterie- und Pumpspeicher setzt Alpiq auf Anlagen und Geschäftsmodelle, die Flexibilität im europäischen Stromsystem bereitstellen können.

Auch im Verwaltungsrat steht ein Wechsel an. Verwaltungsratspräsident Johannes Teyssen will sein Mandat im Herbst 2026 niederlegen. Teyssen führt das Gremium seit dem Winter 2021/22 und hat inzwischen zusätzlich den Vorsitz des Aufsichtsrats der Lufthansa Group übernommen. Teyssen: „Die Weichen sind nun gut für die Umsetzung der im letzten Jahr aktualisierten Strategie gestellt. Deswegen ist dies nach meiner Überzeugung der richtige Zeitpunkt, das Amt des Verwaltungsratspräsidenten in neue Hände weiterzugeben, da ich in den letzten Wochen zudem auch den Vorsitz des Aufsichtsrats der Lufthansa Gruppe übernommen habe.“

Als Nachfolger schlägt der Verwaltungsrat Alberto de Paoli vor. Der 1965 geborene Manager war von 2014 bis 2023 Finanzchef des italienischen Energiekonzerns Enel und verantwortete zuletzt dessen internationale Aktivitäten außerhalb Italiens und Spaniens. Zuvor leitete er unter anderem die Konzernstrategie von Enel und begleitete als CFO von Enel Green Power deren Börsengang. Über seine Wahl sollen die Aktionäre von Alpiq auf einer außerordentlichen Generalversammlung entscheiden. (hr)

Donnerstag, 27.08.2026, 13:00 Uhr
Heidi Roider

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