Neue Chefs in Ostwestfalen: Hans Kleine (l.) und Alexander Jost. Quelle: Stadtwerke Löhne
Auf den Abgang des früheren Geschäftsführers reagieren die Stadtwerke Löhne mit einer Aufgabenteilung. Der Versorger aus Ostwestfalen geht mit einer Doppelspitze in die Zukunft.
Der April hat einschneidende Veränderungen bei den Stadtwerken Löhne mit sich gebracht. Der Versorger aus dem ostwestfälischen Kreis Herford steht nun unter Führung einer Doppelspitze. Alexander Jost zeichnet für den kaufmännischen Bereich verantwortlich, Hans Kleine für den technischen.
Die Erweiterung der Betriebsleitung folgt auf den Weggang des bisherigen Betriebsleiters und Geschäftsführers Matthias Kreft (wir berichteten). Er hatte nach acht Jahren als Chef in Löhne einen Tapetenwechsel vorgenommen und mit Beginn des Monats April als Geschäftsführer der Stadtwerke im benachbarten Porta Westfalica – ebenfalls Nordrhein-Westfalen – angeheuert.
Mit Kreft war der kommunale Versorger aus Löhne Anfang der 2020er-Jahre in den Vertrieb von Strom und Gas eingestiegen. Seine Nachfolger wollen als erste Projekte nun den CO2-Handel vorantreiben sowie den Umbau des Betriebshofes stemmen.
Wirtschaftsplan für 2026 nun doch durch den Stadtrat
Der kaufmännische Leiter Alexander Jost (39) betritt mit dem jetzigen Aufgabengebiet Neuland. Seine jüngsten sechs Berufsjahre verbrachte der Jurist bei der Stadt Löhne, zuletzt als Amtsleiter Immobilienwirtschaft. Er verfügt beim Versorger nun über die Entscheidungsgewalt in den Bereichen Zentrale Dienste, Recht und Personal, Finanzen, IT sowie Kundenservice, heißt es in einer Mitteilung der Stadtwerke. Zugleich fungiert er als Geschäftsführer der Energie-Tochter, der Stadtwerke Löhne Energie & mehr GmbH.
Sein Co-Betriebsleiter Hans Kleine (58) kennt die Stadtwerke dagegen seit Jahren von innen. Der Technische Betriebswirt kam 1993 zum Versorger und arbeitete mehr als drei Jahrzehnte lang als Leiter des Zentralklärwerks. Zudem war er Matthias Krefts Stellvertreter.
Ihm obliegt nunmehr die Verantwortung über den technischen Betrieb der Energie- und Wasserversorgung, über die Stadtentwässerung, die Abwasserreinigung sowie die Stadtdienste. Auch ist Kleine kaufmännischer Geschäftsführer sowohl der Gasnetz GmbH als auch des Wasserbeschaffungsverbands „Am Wiehen“ (WBV).
Die neuen Chefs bei den Stadtwerken können weitgehend unbelastet an ihrem ausgegebenen Ziel arbeiten, den Versorger als modernen kommunalen Dienstleister weiterzuentwickeln und wirtschaftlich stabil zu halten. Denn der noch im Dezember 2025 vom Stadtrat abgelehnte Wirtschaftsplan (wir berichteten) für das laufende Jahr ist inzwischen verabschiedet.
Lokalpolitische Meinungsverschiedenheiten hatte es über die Erhöhung der Wassergebühren für die Privatkundschaft um 8 Cent je Kubikmeter gegeben. Die Opposition bildete sich in dieser Sache aus CDU, AfD und Löhner Bürger-Allianz (LBA), die eine Überraschungsmehrheit in einer Ratssitzung aufgrund fehlender Mitglieder bei den anderen Fraktionen ausnutzte. Damit waren auch vorgesehene Investitionen zunächst lahmgelegt.
Allerdings setzte diese Rats-Allianz im Dezember keine Änderungen am Wirtschaftsplan der Stadtwerke durch. Somit hatte die Kommune die Gelegenheit, den Antrag unverändert in eine Ratssitzung im Februar einzubringen. Zu diesem Zeitpunkt stand dann die übliche Mehrheit im Lokalparlament, sodass die Stadtwerke nun Kurs nehmen können auf ihr erklärtes Ziel, einen Jahresgewinn von gut 850.000 Euro zu erwirtschaften. Das ist ungefähr so viel, wie der Versorger 2025 als Gewinn an die Stadt ausschüttete. Dieser Betrag soll im laufenden Jahr auf rund 713.000 Euro sinken.
Dienstag, 28.04.2026, 15:24 Uhr
Volker Stephan
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