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Russlands Atomkonzern Rosatom benötigt nach eigenen Angaben noch mindestens ein Jahr, bis er mit den Bauarbeiten für das Kraftwerk am Balchaschsee starten kann.
Rosatom, Russlands Atomkonzern, bittet aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten um mehr Zeit für den Baubeginn des ersten Atomkraftwerks Kasachstans am Balchaschsee, berichtet „Eurasianet“. Der Standort wurde nach eingehender Prüfung durch die kasachischen Behörden ausgewählt.
Bei einem kürzlich stattgefundenen Treffen in Moskau erklärte Rosatom-Chef Alexei Lichatschow dem Leiter der kasachischen Atomenergiebehörde, Almassadam Satkalijew, dass der russische Konzern „mindestens ein Jahr Beobachtung des Standorts benötigt, um alle notwendigen Berichte zu erstellen und das Projekt unter Berücksichtigung der natürlichen, geologischen und klimatischen Gegebenheiten dieses Ortes umzusetzen“.
Die westlichen Sanktionen, die nach Russlands Einmarsch in die Ukraine verhängt wurden, haben Rosatoms Möglichkeiten zur Projektfinanzierung erheblich eingeschränkt. Kasachstan vergab den Auftrag zum Bau des Kernkraftwerks Balchasch bereits 2025 an Rosatom. Im April einigten sich die beiden Länder grundsätzlich auf eine Vereinbarung, wonach Russland 85 Prozent der Finanzierung des Projekts übernehmen sollte, dessen Kosten auf 15 Milliarden US-Dollar geschätzt werden.
Diese Vereinbarung ist jedoch noch nicht endgültig. Während der Gespräche in Moskau drängte Satkalijew Lichatschow zur Lokalisierung des nuklearen Brennstoffkreislaufs in Kasachstan. Rosatom behält in den meisten Fällen eine dauerhafte und kontrollierende Rolle im Betrieb seiner Kernkraftwerke, indem es die Verantwortung für die Brennstoffversorgung übernimmt. Kasachstan hingegen, das über reichhaltige eigene Uranvorkommen verfügt, strebt die vollständige Kontrolle über den Brennstoffkreislauf des Kernkraftwerks Balchasch an.
Das russische Nachrichtenportal „Atomic Energy“ zitierte Lichatschow mit den Worten: „Wir haben in allen Punkten Einigkeit erzielt. Es wurden grundlegende Ansätze entwickelt, die den Interessen unserer Staaten und dem strategischen Charakter der Beziehungen vollumfänglich gerecht werden.“
Montag, 1.06.2026, 10:30 Uhr
Martin Klingsporn
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