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Energie & Management > Windkraft Offshore - Technik für Offshore-Drehkreuz steht fest
Quelle: E&M
Windkraft Offshore

Technik für Offshore-Drehkreuz steht fest

Deutschland und Dänemark haben zentrale technische Eckpunkte für neue Offshore-Windparks in der Ostsee festgelegt. Im Mittelpunkt steht das Projekt Bornholm Energy Island.
Deutschland und Dänemark treiben das Offshore-Projekt Bornholm Energy Island weiter voran. Nach Angaben des Berliner Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz schafft die nun erzielte Einigung die Grundlage, um die grenzüberschreitende Anbindung künftiger Windparks konkret weiterzuentwickeln.

Wie 50 Hertz mitteilt, soll rund um die dänische Insel Bornholm ein Stromdrehkreuz entstehen, das mehrere Offshore-Windparks miteinander verbindet. Der dort erzeugte Strom soll gesammelt, technisch umgewandelt und anschließend sowohl nach Deutschland als auch nach Dänemark übertragen werden. Das Projekt setzt damit auf eine gemeinsame Infrastruktur für mehrere Länder und unterscheidet sich von klassischen Punkt-zu-Punkt-Anbindungen einzelner Windparks.

50-Hertz-Chef Stefan Kapferer unterstreicht die übergeordnete Bedeutung der nun getroffenen Vereinbarung. Sie reiche über das konkrete Projekt hinaus und sende ein Signal an die europäische Offshore-Industrie. Zudem betreten Deutschland und Dänemark mit dem Vorhaben regulatorisches Neuland, da Netzinfrastruktur, Strommarkt und Genehmigungsfragen erstmals in dieser Form grenzüberschreitend verzahnt würden.

Konverter und Kabel festgelegt

Technisch basiert Bornholm Energy Island auf einem System aus Gleich- und Wechselstromverbindungen. Kernbestandteil sind Konverteranlagen, die den Strom aus den Offshore-Windparks auf eine Spannung von 525 kV umwandeln. Nach Angaben von 50 Hertz sollen insgesamt vier solcher Anlagen entstehen: zwei auf Bornholm, eine auf der dänischen Insel Seeland und eine weitere in der Region Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern).

Die geplante Gesamtleistung des Projekts liegt bei über 3.000 MW, wie es weiter heißt. Damit übertrifft Bornholm Energy Island das bereits realisierte Ostsee-Projekt Combined Grid Solution (Kriegers Flak), bei dem 50 Hertz und der dänische Übertragungsnetzbetreiber Energinet erstmals deutsche und dänische Offshore-Windparks miteinander verbunden haben. Für die künftige Anbindung sieht die Planung zwei Hauptverbindungen vor: Das Kabel zwischen Bornholm und dem geplanten Netzanschlusspunkt im Landkreis Vorpommern-Greifswald soll 2.000 MW Kapazität haben, die Verbindung nach Seeland 1.200 MW.

Auch bei der Vergabe zentraler Komponenten haben die Projektpartner Entscheidungen gefällt: So erhielten in separaten Ausschreibungen das dänische Unternehmen NKT den Auftrag für die Kabelsysteme sowie Siemens Energy den Zuschlag für den Bau der Konverter- und Umspannwerke. Laut 50 Hertz schaffen diese Vergaben Planungssicherheit für die nächsten Projektphasen.

50 Hertz betreibt das Stromübertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands. Das Netzgebiet umfasst Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie die Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Mehrheitseigentümer ist die belgische Elia Group, weitere Anteile hält die KfW Bankengruppe. Zudem gehört 50 Hertz dem europäischen Netzbetreiberverband European Network of Transmission System Operators for Electricity (Entsoe) an.

Dienstag, 27.01.2026, 15:02 Uhr
Davina Spohn
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Deutschland und Dänemark haben zentrale technische Eckpunkte für neue Offshore-Windparks in der Ostsee festgelegt. Im Mittelpunkt steht das Projekt Bornholm Energy Island.
Deutschland und Dänemark treiben das Offshore-Projekt Bornholm Energy Island weiter voran. Nach Angaben des Berliner Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz schafft die nun erzielte Einigung die Grundlage, um die grenzüberschreitende Anbindung künftiger Windparks konkret weiterzuentwickeln.

Wie 50 Hertz mitteilt, soll rund um die dänische Insel Bornholm ein Stromdrehkreuz entstehen, das mehrere Offshore-Windparks miteinander verbindet. Der dort erzeugte Strom soll gesammelt, technisch umgewandelt und anschließend sowohl nach Deutschland als auch nach Dänemark übertragen werden. Das Projekt setzt damit auf eine gemeinsame Infrastruktur für mehrere Länder und unterscheidet sich von klassischen Punkt-zu-Punkt-Anbindungen einzelner Windparks.

50-Hertz-Chef Stefan Kapferer unterstreicht die übergeordnete Bedeutung der nun getroffenen Vereinbarung. Sie reiche über das konkrete Projekt hinaus und sende ein Signal an die europäische Offshore-Industrie. Zudem betreten Deutschland und Dänemark mit dem Vorhaben regulatorisches Neuland, da Netzinfrastruktur, Strommarkt und Genehmigungsfragen erstmals in dieser Form grenzüberschreitend verzahnt würden.

Konverter und Kabel festgelegt

Technisch basiert Bornholm Energy Island auf einem System aus Gleich- und Wechselstromverbindungen. Kernbestandteil sind Konverteranlagen, die den Strom aus den Offshore-Windparks auf eine Spannung von 525 kV umwandeln. Nach Angaben von 50 Hertz sollen insgesamt vier solcher Anlagen entstehen: zwei auf Bornholm, eine auf der dänischen Insel Seeland und eine weitere in der Region Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern).

Die geplante Gesamtleistung des Projekts liegt bei über 3.000 MW, wie es weiter heißt. Damit übertrifft Bornholm Energy Island das bereits realisierte Ostsee-Projekt Combined Grid Solution (Kriegers Flak), bei dem 50 Hertz und der dänische Übertragungsnetzbetreiber Energinet erstmals deutsche und dänische Offshore-Windparks miteinander verbunden haben. Für die künftige Anbindung sieht die Planung zwei Hauptverbindungen vor: Das Kabel zwischen Bornholm und dem geplanten Netzanschlusspunkt im Landkreis Vorpommern-Greifswald soll 2.000 MW Kapazität haben, die Verbindung nach Seeland 1.200 MW.

Auch bei der Vergabe zentraler Komponenten haben die Projektpartner Entscheidungen gefällt: So erhielten in separaten Ausschreibungen das dänische Unternehmen NKT den Auftrag für die Kabelsysteme sowie Siemens Energy den Zuschlag für den Bau der Konverter- und Umspannwerke. Laut 50 Hertz schaffen diese Vergaben Planungssicherheit für die nächsten Projektphasen.

50 Hertz betreibt das Stromübertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands. Das Netzgebiet umfasst Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie die Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Mehrheitseigentümer ist die belgische Elia Group, weitere Anteile hält die KfW Bankengruppe. Zudem gehört 50 Hertz dem europäischen Netzbetreiberverband European Network of Transmission System Operators for Electricity (Entsoe) an.

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