Quelle: Shutterstock / Somnuek saelim
Laut der Regulierungsbehörde E-Control sind die Erzeugungskapazitäten dem Bedarf angemessen. Ihren Szenarien zufolge sollten aber die Speichermöglichkeiten erweitert werden.
Grundsätzlich positiv beurteilt die Regulierungsbehörde E-Control in ihrem aktuellen „Monitoringreport Versorgungssicherheit Strom“ die Versorgungssicherheit Österreichs im Strombereich im Jahr 2024. Wegen der außerordentlich guten Wasserführung der Flüsse wurde die „Regelzone APG“ bilanziell zum Exporteur elektrischer Energie. Diese Regelzone umfasst ganz Österreich mit Ausnahme der Pumpspeichergruppe Sellrain-Silz in Tirol sowie der wichtigsten Pumpspeicher in Vorarlberg im Westen des Bundesgebiets. Diese gehören deutschen Regelblöcken an.
Infolge der schlechten Wasserführung im ersten Halbjahr 2025 wandelte sich das Bild indessen, und die Importe überstiegen die Ausfuhren, wie dies bereits vor 2024 der Fall gewesen war. „Österreich ist ja traditionell ein Stromimportland, vor allem im Winterhalbjahr“, erläuterte E-Control-Vorstand Alfons Haber bei der Präsentation des Berichts am 16. Februar. Im Jahr 2022 verzeichnete Österreich nur fünf Wochen mit Nettoexporten, 2023 überwogen die Exporte die Einfuhren in 20 Wochen, 2024 in 36 Wochen. Laut der E-Control ist dies „auf die starken Wasserjahre und die steigende Erzeugung aus Wind- und Sonnenenergie zurückzuführen. Im Winter 2024/25 hingegen wurde deutlich mehr importiert als im Winter zuvor. Das Jahr 2025 weist bis zur Kalenderwoche 34 in 15 Wochen eine positive Exportbilanz auf“.
Ausdrücklich betont die Behörde, „dass die realisierte Einspeisung inländischer Kraftwerke als Marktergebnis zu verstehen ist. Es handelt sich um die Allokation im europäischen Markt zu gegebenen Marktpreisen. Die Tatsache, dass die gesamte Einspeisung aus österreichischen Kraftwerken zu einem bestimmten Zeitpunkt unter der Netzlast liegt, bedeutet nicht, dass es nicht möglich gewesen wäre, die Nachfrage durch inländische Erzeugung zu decken, sondern lediglich, dass dies aufgrund der Marktallokation nicht geschehen ist“.
Anders gesagt: Bisweilen ist es billiger, Strom zu importieren, als ihn in Kraftwerken in Österreich zu erzeugen. Solange auf den europäischen Großhandelsmärkten genug elektrische Energie erhältlich ist und die Leitungskapazitäten genügen, sind die zeitweiligen Einfuhren kein Problem.
Ausreichende Kapazitäten Überdies hätten die verfügbaren Kapazitäten in Österreich ausgereicht, um den Bedarf zu decken, hält die E-Control fest. Bei ihren diesbezüglichen Einschätzungen geht sie davon aus, dass es auch unter den Bedingungen einer „kalten Dunkelflaute“ möglich sein muss, Österreich mindestens drei Wochen lang mit Strom aus den thermischen Kraftwerken sowie den (Pump-)Speichern zu versorgen. Dabei wird angenommen, dass die Pumpspeicher nicht zwischenzeitlich wiederbefüllt werden können.
Laut dem Monitoringbericht ergaben sich in den Wintern 2020/21 sowie 2021/22 Zeiträume mit Witterungszuständen, bei deren Fortdauer die Speicherseen hypothetisch nach drei Wochen leer gewesen wären. Im Winter 2023/24 ergaben sich solche Zustände dagegen nicht, im Winter 2024/25 traten sie wieder auf. „Nichtsdestotrotz ist dies ein positives Ergebnis und unterstreicht die aktuelle Angemessenheit der Erzeugungsressourcen Österreichs“, hält die E-Control in ihrem Monitoringreport fest.
Verringert hat sich von 2023 auf 2024 übrigens die Dauer der kundenbezogenen Nichtverfügbarkeit elektrischer Energie (SAIDI). Sie belief sich auf 40,75
Minuten, von denen 23,41
Minuten auf ungeplante Unterbrechungen entfielen. Im Jahr 2023 betrug die Gesamtdauer solcher Vorfälle 49,74
Minuten, davon 32,27
Minuten für nicht geplante Ausfälle.
Speicher ausbauen In einem Ausblick im Monitoringreport schätzt die E-Control die Entwicklung bis 2040 ein. Laut ihrem Basisszenario erhöht sich der Stromverbrauch inklusive des Bedarfs für Pumpspeicherung sowie für das Laden von Batteriespeichern von derzeit rund 70
Milliarden kWh auf 97
Milliarden kWh. Dem steht eine Erzeugung von rund 94,3
Milliarden kWh gegenüber.
Im Szenario „Transformation (PV)“ steigt der Strombedarf auf 117
Milliarden kWh, die Erzeugung liegt bei 115
Milliarden kWh. Das Szenario „Transformation (Wind)“ schließlich geht von einem Bedarf von 116,9
Milliarden kWh sowie einer Erzeugung von 114,7
Milliarden kWh aus. Je nach Szenario ergeben sich somit Deckungslücken von 2 bis 2,7
Milliarden kWh, die durch Importe kompensiert werden müssen.
Zunehmende Bedeutung gewinnen nicht zuletzt in diesem Zusammenhang aber auch Stromspeicher, betonte der Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der E-Control, Johannes Mayer, bei der Präsentation des Berichts. Mayer zufolge beläuft sich die Speicherkapazität derzeit auf etwa 6.000
MW. Bis 2040 soll sie auf 18.000
MW ansteigen.
Der Monitoringreport ist auf der Website der
E-Control verfügbar.
Dienstag, 17.02.2026, 13:08 Uhr
© 2026 Energie & Management GmbH