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Energie & Management > Bilanz - Stromnetz Berlin will Netzkapazität verdoppeln
Jahresbilanz der Stromnetz Berlin für 2025 (v.l.): CEO Erik Landeck und Aufsichtsratschef Staatssekretär Severin Fischer (SPD). Quelle: Susanne Harmsen
Bilanz

Stromnetz Berlin will Netzkapazität verdoppeln

Trotz Millionenschäden wegen Anschlägen hat Stromnetz Berlin 2025 den Gewinn gesteigert und kündigt verdoppelte Investitionen in Netzausbau, Digitalisierung und Resilienz bis 2030 an.
Der landeseigene Verteilungsnetzbetreiber Stromnetz Berlin hat im Geschäftsjahr 2025 einen Gewinn nach Steuern von 209 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr hatte das Unternehmen 151 Millionen Euro ausgewiesen, wie es am 4. Mai mitteilte. Laut Unternehmen resultiert die Ergebnissteigerung vor allem aus geringeren Kosten für die Beschaffung von Netzverlustenergie infolge niedrigerer Preise sowie aus Effekten der Differenzbilanzkreis-Abrechnung und höheren aktivierten Eigenleistungen.

Die Umsatzerlöse stiegen zeitgleich von 1,5 Milliarden Euro auf 1,6 Milliarden Euro. Die Investitionen erhöhten sich auf 452 Millionen Euro und erreichten damit erneut einen Höchstwert. Für das laufende Jahr plant das Unternehmen nach eigenen Angaben eine weitere Steigerung: 597 Millionen Euro sollen in den Erhalt und Ausbau der Netzinfrastruktur, in Digitalisierung sowie in Maßnahmen zur Erhöhung der Resilienz fließen. In den kommenden fünf Jahren rechnet Stromnetz Berlin mit Gesamtinvestitionen von deutlich mehr als 3,6 Milliarden Euro.

Der transportierte Strom lag 2025 mit rund 12 Milliarden kWh auf einem ähnlichen Niveau wie 2024. Gleichzeitig sieht das Unternehmen perspektivisch einen deutlich steigenden Bedarf. In den kommenden zehn Jahren sei eine Verdopplung der Netzkapazität erforderlich, um zusätzliche Lasten aus Industrie, Rechenzentren und Energiespeichern sowie E-Mobilität und Wärmepumpen zu integrieren.

Auch beim Personal setzte Stromnetz Berlin seinen Wachstumskurs fort. Ende 2025 beschäftigte das Unternehmen 2.164 Mitarbeitende sowie 147 Auszubildende. Rund 200 Neueinstellungen kamen im Jahresverlauf hinzu. Nach Angaben des Unternehmens wurden alle Ausbildungsplätze besetzt. 

Eigenes Verfahren für Netzanschlüsse erprobt

Ein Schwerpunkt lag 2025 zudem auf neuen Verfahren für große Netzanschlüsse. Stromnetz Berlin führte ein Zuteilungsverfahren für Anschlussleistungen ab 3,5 MW ein. Grundlage ist die aktuell verfügbare Kapazität in den Teilnetzen, die anteilig auf Antragsteller verteilt wird. Im ersten Durchlauf standen 365 MW zur Verfügung, während Anfragen über insgesamt rund 2.300 MW eingingen. Laut Unternehmen unterzeichneten 20 Unternehmen entsprechende Verträge.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Severin Fischer erklärte, das Verfahren schaffe Transparenz und gleiche Wettbewerbsbedingungen für Großkunden wie Wärmeversorger, Ladeinfrastrukturbetreiber oder Rechenzentrumsunternehmen. Es solle dazu beitragen, Berlin als Wirtschaftsstandort attraktiv zu halten.
 
Geplante Investionen ins Berliner Stromnetz -
Für die Vollansicht bitte auf die Grafik klicken
Quelle: SNB

Zweistelliger Millionenbetrag für die Sicherheit

Neben wirtschaftlichen Kennzahlen prägten Sicherheitsfragen das Geschäftsjahr. Zwei Brandanschläge innerhalb von vier Monaten führten zu längeren Stromausfällen in der Hauptstadt. Laut Stromnetz Berlin entstand beim ersten Vorfall im September 2025 ein Schaden von 3 Millionen Euro, beim zweiten im Januar 2026 ein weiterer Schaden in Millionenhöhe. Geschäftsführer Erik Landeck erklärte, welche zusätzlichen Maßnahmen unternommen werden, um dies künftig zu vereiteln.

So installierte das Unternehmen mehr als 200 Kameras und setzte 130 Sicherheitskräfte ein. Zudem wurden etwa 20 Kilometer Zaun verstärkt. Weitere technische Maßnahmen, etwa Sensoren zur Überwachung von Anlagen, befinden sich in Erprobung. Für zusätzliche Sicherheits- und Resilienzmaßnahmen plant das Unternehmen Ausgaben im zweistelligen Millionenbereich.

Kunden sensibilisieren

Aufsichtsratschef Staatssekretär Severin Fischer (SPD) sagte vor den Medien, neben technischen Maßnahmen gehe es auch darum, Unternehmen und Verbraucher für Vorsorge und den Umgang mit Krisensituationen zu sensibilisieren. „Mit Netztrennschaltern für PV-Anlagen mit Speicher könnten Kunden eine Eigenversorgung herstellen, was bisher nur bei fünf Prozent der Anlagen verbaut ist“, so Landeck.

Parallel treibt Stromnetz Berlin den Ausbau digitaler Infrastruktur voran. Dazu zählt unter anderem der Rollout intelligenter Messsysteme. Nach Unternehmensangaben sollen perspektivisch mehrere Hunderttausend Geräte installiert werden, um flexiblen Verbrauch und dezentrale Erzeugung besser zu steuern.

Die Entwicklung des Unternehmens steht im Kontext der energiepolitischen Ziele des Landes Berlin. Der Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze gelten als zentrale Voraussetzung für die Dekarbonisierung der Energieversorgung sowie für die Integration neuer Verbrauchs- und Erzeugungsstrukturen.

Montag, 4.05.2026, 16:00 Uhr
Susanne Harmsen
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Jahresbilanz der Stromnetz Berlin für 2025 (v.l.): CEO Erik Landeck und Aufsichtsratschef Staatssekretär Severin Fischer (SPD). Quelle: Susanne Harmsen
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Stromnetz Berlin will Netzkapazität verdoppeln
Trotz Millionenschäden wegen Anschlägen hat Stromnetz Berlin 2025 den Gewinn gesteigert und kündigt verdoppelte Investitionen in Netzausbau, Digitalisierung und Resilienz bis 2030 an.
Der landeseigene Verteilungsnetzbetreiber Stromnetz Berlin hat im Geschäftsjahr 2025 einen Gewinn nach Steuern von 209 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr hatte das Unternehmen 151 Millionen Euro ausgewiesen, wie es am 4. Mai mitteilte. Laut Unternehmen resultiert die Ergebnissteigerung vor allem aus geringeren Kosten für die Beschaffung von Netzverlustenergie infolge niedrigerer Preise sowie aus Effekten der Differenzbilanzkreis-Abrechnung und höheren aktivierten Eigenleistungen.

Die Umsatzerlöse stiegen zeitgleich von 1,5 Milliarden Euro auf 1,6 Milliarden Euro. Die Investitionen erhöhten sich auf 452 Millionen Euro und erreichten damit erneut einen Höchstwert. Für das laufende Jahr plant das Unternehmen nach eigenen Angaben eine weitere Steigerung: 597 Millionen Euro sollen in den Erhalt und Ausbau der Netzinfrastruktur, in Digitalisierung sowie in Maßnahmen zur Erhöhung der Resilienz fließen. In den kommenden fünf Jahren rechnet Stromnetz Berlin mit Gesamtinvestitionen von deutlich mehr als 3,6 Milliarden Euro.

Der transportierte Strom lag 2025 mit rund 12 Milliarden kWh auf einem ähnlichen Niveau wie 2024. Gleichzeitig sieht das Unternehmen perspektivisch einen deutlich steigenden Bedarf. In den kommenden zehn Jahren sei eine Verdopplung der Netzkapazität erforderlich, um zusätzliche Lasten aus Industrie, Rechenzentren und Energiespeichern sowie E-Mobilität und Wärmepumpen zu integrieren.

Auch beim Personal setzte Stromnetz Berlin seinen Wachstumskurs fort. Ende 2025 beschäftigte das Unternehmen 2.164 Mitarbeitende sowie 147 Auszubildende. Rund 200 Neueinstellungen kamen im Jahresverlauf hinzu. Nach Angaben des Unternehmens wurden alle Ausbildungsplätze besetzt. 

Eigenes Verfahren für Netzanschlüsse erprobt

Ein Schwerpunkt lag 2025 zudem auf neuen Verfahren für große Netzanschlüsse. Stromnetz Berlin führte ein Zuteilungsverfahren für Anschlussleistungen ab 3,5 MW ein. Grundlage ist die aktuell verfügbare Kapazität in den Teilnetzen, die anteilig auf Antragsteller verteilt wird. Im ersten Durchlauf standen 365 MW zur Verfügung, während Anfragen über insgesamt rund 2.300 MW eingingen. Laut Unternehmen unterzeichneten 20 Unternehmen entsprechende Verträge.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Severin Fischer erklärte, das Verfahren schaffe Transparenz und gleiche Wettbewerbsbedingungen für Großkunden wie Wärmeversorger, Ladeinfrastrukturbetreiber oder Rechenzentrumsunternehmen. Es solle dazu beitragen, Berlin als Wirtschaftsstandort attraktiv zu halten.
 
Geplante Investionen ins Berliner Stromnetz -
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Quelle: SNB

Zweistelliger Millionenbetrag für die Sicherheit

Neben wirtschaftlichen Kennzahlen prägten Sicherheitsfragen das Geschäftsjahr. Zwei Brandanschläge innerhalb von vier Monaten führten zu längeren Stromausfällen in der Hauptstadt. Laut Stromnetz Berlin entstand beim ersten Vorfall im September 2025 ein Schaden von 3 Millionen Euro, beim zweiten im Januar 2026 ein weiterer Schaden in Millionenhöhe. Geschäftsführer Erik Landeck erklärte, welche zusätzlichen Maßnahmen unternommen werden, um dies künftig zu vereiteln.

So installierte das Unternehmen mehr als 200 Kameras und setzte 130 Sicherheitskräfte ein. Zudem wurden etwa 20 Kilometer Zaun verstärkt. Weitere technische Maßnahmen, etwa Sensoren zur Überwachung von Anlagen, befinden sich in Erprobung. Für zusätzliche Sicherheits- und Resilienzmaßnahmen plant das Unternehmen Ausgaben im zweistelligen Millionenbereich.

Kunden sensibilisieren

Aufsichtsratschef Staatssekretär Severin Fischer (SPD) sagte vor den Medien, neben technischen Maßnahmen gehe es auch darum, Unternehmen und Verbraucher für Vorsorge und den Umgang mit Krisensituationen zu sensibilisieren. „Mit Netztrennschaltern für PV-Anlagen mit Speicher könnten Kunden eine Eigenversorgung herstellen, was bisher nur bei fünf Prozent der Anlagen verbaut ist“, so Landeck.

Parallel treibt Stromnetz Berlin den Ausbau digitaler Infrastruktur voran. Dazu zählt unter anderem der Rollout intelligenter Messsysteme. Nach Unternehmensangaben sollen perspektivisch mehrere Hunderttausend Geräte installiert werden, um flexiblen Verbrauch und dezentrale Erzeugung besser zu steuern.

Die Entwicklung des Unternehmens steht im Kontext der energiepolitischen Ziele des Landes Berlin. Der Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze gelten als zentrale Voraussetzung für die Dekarbonisierung der Energieversorgung sowie für die Integration neuer Verbrauchs- und Erzeugungsstrukturen.

Montag, 4.05.2026, 16:00 Uhr
Susanne Harmsen

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